interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Exkursion: Der Lindex

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

10.10.2016

Seit Beginn meiner Zeit in Leipzig hat sich der Lindenauer Markt im Westen der Stadt, oder Lindex, wie er im studentischen Leipzig genannt wird, zu einem meiner Lieblingsorte entwickelt. Auf dem Lindex ist immer etwas los, wenn nicht gerade Sonntagmorgen ist. Vor dem Supermarkt steht ein Punk, der nur Englisch spricht und um ein paar Groschen bittet, daneben spielt jemand Akkordeon. Ab und an ist Wochenmarkt. Es wird Gemüse verkauft und daneben schick aussehende Uhren aus Plastik, Sonnenbrillen und das 500er-Pack Schnipsgummis im Sonderangebot. Noch am Nachmittag liegt ein Obdachloser schnarchend auf einer Bank. Niemanden kümmert es. Kinderwägen drängen sich vorbei, Menschen gehen von A nach B, telefonierend oder den Blick auf das Smartphone gerichtet warten sie.
Und was ist noch so toll am Lindex? Da wäre das Café Westen. Eine der ersten Straßenbahnerkundungstouren in der Stadt trieb mich hierher, später verbrachte ich hier Abende und Nächte mit meinen Theaterfreunden. Es ist eine furchtbare Spelunke, deren Charme aber eben genau die folgende Kombination ausmacht: die unfreundlichsten Bedienungen der Welt, aber die besten Fritten der Stadt! Neben dem Café Westen gibt es einen Späti. In der Fensterscheibe läuft Tag und Nacht ein Fernseher, der in einem Clip die Besonderheiten des Marktes präsentiert.
Am Lindex befindet sich außerdem das Theater der Jungen Welt, das Theater, in dem ich nun als Einlasser arbeite. Ein wunderbarer Ort. Dann wäre da noch der „Stattpark“, ein buchstäblicher kleiner „Schilderwald“, der aus Protest gegen einen Parkplatz aufgebaut wurde. Dutzende Verkehrsschilder mit dem blauen P als Krone stehen dort herum. Dort ist immer genug Platz, um das Fahrrad anzuschließen.

Hach Lindex! Wir sehen uns schon morgen wieder!

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