interaktiv

100 erste Tage an der Uni

WG-Kommunismus

Autor:
Franziska

Rubrik:
studium

14.11.2016

Die meisten meiner studierenden Freunde wohnen, genau wie ich, in einer Wohngemeinschaft. Ich finde es sehr interessant zu hören, wie sich die verschiedenen WGs organisieren und welche Unterschiede es gibt. Eine Freundin hat mir erzählt, dass sie ihre Mitbewohner fast nie zu Gesicht bekommt, geschweige denn viel mit ihnen redet. Eine andere Freundin kocht regelmäßig mit ihren Mitbewohnerinnen und verbringt sehr viel Zeit mit ihnen. Außerdem kenne ich WGs, in denen alles akribisch geregelt ist, zum Beispiel, wer wann wo putzt oder was einkaufen geht. Andere leben komplett ohne Putzplan oder Absprachen, aber es funktioniert trotzdem.
Ich selbst wohne in einer Vierer-WG. Fast zeitgleich mit mir ist eine meiner Mitbewohnerinnen ebenfalls neu eingezogen, sodass quasi eine komplett neue Konstellation zustande kam. Deshalb haben wir uns erst einmal alle zusammengesetzt, um ein paar Absprachen zu treffen. Bevor ich in die WG eingezogen bin, gab es die Regel, dass jeder seinen eigenen Kram in der Küche besitzt. Das bedeutet, dass jeder seine eigenen Teller, Tassen und Töpfe hat, die sonst keiner benutzen darf. Wir waren uns zum Glück einig, dass diese Regel getrost abgeschafft werden konnte und führten stattdessen in unserer Küche den Kommunismus ein: Wir teilen uns ab jetzt so viel wie möglich. Meine beiden Mitbewohner, die schon länger in der WG wohnen, beförderten jeweils quasi eine eigene Ausstattung an Küchenutensilien zu Tage, weswegen wir vieles jetzt sogar doppelt und dreifach besitzen. Auch mit Haushaltsgeräten wie Sandwichmaker oder Waffeleisen sind wir ziemlich gut ausgestattet und benutzen diese gemeinschaftlich. Neben Geschirr, Töpfen und anderen Gerätschaften haben wir außerdem beschlossen, dass wir ab jetzt auch Obst, Gemüse, Kartoffeln, Mehl, Tee und einige andere Lebensmittel aus unserer WG-Kasse bezahlen und teilen. Natürlich hat nach wie vor jeder auch seine eigenen Sachen für sich alleine, aber ich finde, dass Teilen in einer WG für ein gutes Zusammenleben sehr wichtig ist. Bisher klappt das bei uns auch ziemlich gut und ich bin froh, in keiner Zweck-WG zu wohnen.

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