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100 erste Tage an der Uni

Vorkurs: Ist das wirklich das Richtige für mich?

Ob Vorkurse notwendig sind, darüber lässt sich streiten. Ich habe mich dennoch für einen Englischkurs angemeldet, weil ich die Sprache einfach mag, in meinem Auslandsjahr aber eben keine akademischen Texte auf Englisch gelesen habe. Außerdem entschied ich mich für einen Vorkurs, in dem Politik und Gesellschaft im historischen Wandel besprochen werden sollen. Als der Englischkurs begann, habe ich zwar einen Mietvertrag unterschrieben, konnte aber noch nicht in mein Wohnheimzimmer einziehen – und sagte daher kurzerhand ab.
Beim zweiten Vorkurs wollte ich dafür unbedingt dabei sein! Den Wohnungsschlüssel hatte ich inzwischen. Nach dem langen Sommer bei meinen Eltern jetzt so früh aufzustehen kostete erst mal Überwindung. Die Suche nach dem Unigebäude forderte meinen Orientierungssinn ganz schön heraus. Dort angekommen fühlte sich das alles ein wenig wie Schule an: Wir saßen schweigend im Obergeschoss einer Bibliothek, selbst der Raum sah mit Tischen, Stühlen und Tafel eigentlich aus wie ein typisches Klassenzimmer. An den ersten Tagen sollten wir einen groben Überblick über die politischen und kulturellen Entwicklungen – angefangen beim antiken Griechenland bis hin zur DDR – bekommen. Morgens erhielt jeder einen Text, den wir lesen und uns gegenseitig vorstellen sollten, nachmittags bekam jeder einen zweiten Text, den er genauso bearbeiten und jeweils der Gruppe präsentieren sollte – und ich bekam langsam Zweifel, ob die Sache mit der Universität wirklich das Richtige für mich ist. Habe ich wirklich Lust, in den nächsten drei Jahren Texte zu lesen, die mir so wahnsinnig trocken erscheinen? Das weiß ich nicht, aber etwas anderes weiß ich: Jetzt ist es so oder so zu spät, um mich für dieses Jahr noch für etwas anderes zu entscheiden. Und nur aufgrund des Vorkurses kann ich wohl kaum wissen, ob mir mein neues Studium gefällt – da kann ich es auch gleich noch etwas länger ausprobieren.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Mar 24, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Mar 24, 2017

100 erste Tage an der Uni

Wohnungssuche

Als ich nach meinem Abitur für ein Jahr nach Spanien ging, war es noch ganz einfach: Die Stiftung, in der ich meinen Freiwilligendienst leistete, hatte sich längst um eine Wohnung gekümmert, als ich am Flughafen ankam. Die Französin, die gemeinsam mit mir in einem Projekt eingesetzt war, und ich hatten jede ein eigenes, bereits möbliertes Zimmer, dazu kam eine voll ausgestatte Küche, ein schönes Wohnzimmer und auch Waschmaschine, Putzzeug und Küchenutensilien waren schon da.
In diesem Jahr ist das alles nicht so einfach: Bald beginne ich mein Studium in Bonn und bisher habe ich noch keine Wohnung. Sich beim Studierendenwerk anzumelden und sich für einen Platz im Studentenwohnheim zu bewerben, das ist schnell gemacht – viel Hoffnung mache ich mir aber nicht, denn die Warteliste ist lang.
Umso mehr WG-Anzeigen lassen sich dafür im Internet finden: Zahlreiche WGs sind hier auf der Suche nach neuen Mitbewohnern und laden zum WG-Casting ein. Als ich das erste Mal nach Bonn gefahren bin, um mir eine WG anzuschauen, war die Erfahrung aber eher ernüchternd: Gleich drei der WGs entpuppen sich als viel zu weit außerhalb und in den anderen beiden bin ich nur eine von mehr als hundert Bewerbern. An insgesamt vier Tagen fuhr ich trotzdem immer wieder nach Bonn, schaute mir Wohnungen und Wohngemeinschaften an – aber letztendlich war ein Tipp eines Bekannten entscheidend: Einer meiner ehemaligen Mitschüler studiert bereits seit einem Jahr in Bonn und gab mir die Adresse des privaten Wohnheims, in dem er wohnt. Dies ist zwar auch nicht ganz zentral, dafür gefällt mir das Zimmer total gut und es ist auch nicht zu teuer. Gleich am selben Tag habe ich den Mietvertrag unterschrieben!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Mar 17, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Mar 17, 2017

100 erste Tage an der Uni

Gruppenarbeiten

Während der Schulzeit hatte ich sehr gerne Referate in einer Kleingruppe gehalten, weil ich damit oft meine Note verbessern konnte. Doch dass Gruppenarbeit in der Schule etwas anderes bedeutet als im Studium, musste ich feststellen, als ich zuletzt in einigen Modulen in verschiedene Gruppen eingeteilt wurde.
In meiner ersten Referatsgruppe kannte ich die anderen Studierenden gar nicht. Hinzu kam, dass viele von ihnen schon in einem höheren Semester oder ein ganz anderes Fach studierten, sodass unsere Wissensstände sehr unterschiedlich waren. Dafür war der Großteil dieser Gruppe sehr motiviert – weswegen ich mich nicht nur einmal am Wochenende morgens um acht Uhr in der Bibliothek wiederfand, um mit allen an unserer Präsentation zu feilen. Ganz anders lief es mit einer Gruppe in einem anderen Modul ab. Zwar studierten wir alle Sozialwissenschaften im ersten Semester, doch dafür hielten sich Engagement und Motivation einiger Gruppenmitglieder sehr stark in Grenzen. Zu verabredeten Treffen erschien oft, wenn überhaupt, nur die Hälfte aller Beteiligten. Aus diesem Grund waren wir auch wenige Tage vor dem Referatstermin kaum einen Schritt weiter gekommen und ziemlich planlos – kurz vor knapp wurde es richtig stressig. Am Ende klappte zwar trotzdem alles irgendwie, aber ich war sehr froh, als ich dieses Referat hinter mir hatte. Dass nicht alle die Definition von einer Gruppenarbeit begriffen hatten, bewies mir eine dritte Referatsgruppe. Wir trafen uns nur ein einziges Mal alle zusammen, da sich weitere Treffen erübrigten. Ein Kommilitone aus dieser Gruppe nahm ungefragt die gesamte Arbeit auf sich, erstellte Handout und Präsentation alleine und teilte eigenmächtig ein, wer welchen Teil übernahm. Eigentlich will ich mich gar nicht darüber beschweren, weil es mir sehr viel Zeit sparte. Aber den Sinn einer Gruppenarbeit erfüllte es trotzdem nicht.
Nach diesen drei Präsentationen bin ich mir nicht mehr sicher, ob mir engagierte oder faule Gruppenmitglieder lieber sind. Ideal wäre wohl irgendetwas dazwischen.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Jan 13, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Jan 13, 2017