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100 erste Tage an der Uni

BAföG beantragen

Schon vor einigen Wochen hatte ich mir den BAföG-Antrag vom Ständer im Flur des Studentensekreteriats mitgenommen, ihn aber, von seiner Dicke abgeschreckt, erst einmal beiseite gelegt. Nun war der Monat schon fortgeschritten und um auch dafür Bafög zu erhalten, musste ich ihn bis Monatsende abgeben. Deshalb setzte ich mich am Wochenende mit meinem Vater zusammen. Das Ausfüllen der relevanten Felder - so stellte sich heraus - war kein Problem, doch dann ging es an die Anlagen-Nachweise für alles, was man angegeben hatte: da ist der Einkommensnachweis der Eltern, Auszug des eigenen Kontos (wenn man zwei hat, dann eben von beiden vom selben Tag), der Mietvertrag, Immatrikulationsbescheinigungen der Geschwister und was weiß ich noch alles.

Als ich den Antrag dann abgeben wollte, hatte das Amt schon geschlossen, dabei war es doch erst 15 Uhr. Am nächsten Tag sollte es länger offen haben. Als ich dann zur Öffnungszeit wieder dorthin kam und das Treppenhaus mehrmals auf- und wieder absteigen musste, bis ich vor der richtigen Tür stand, grüßte ich Kafka zurück. Nach einiger Wartezeit kam ich an die Reihe, trat in das Büro ein und setzte mich zu der Dame an den Schreibtisch. Diese nahm meinen Antrag, besah sich jede Seite, stempelte sie dann ab und gab mir bald einige Blätter wieder. Diese seien nicht von Nöten, dafür aber dieses, dieses und jenes. Und folgenden Zusatzantrag müsse mein Vater dann stellen und dieses und jenes ausfüllen und beilegen. So verlief dieser Besuch weder zu ihrer noch zu meiner Zufriedenheit, doch der Antrag war schon mal eingereicht, das BAföG für diesen Monat also gesichert.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 28, 2008
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Rubrik: studium
Oct 28, 2008

100 erste Tage an der Uni

Nun geht's los

Heute hatte ich meine erste Vorlesung! Seit einer Woche wohne und lebe ich nun hier in Leipzig. An der dortigen Uni habe ich mich für den Bachelor-Studiengang Geschichte eingeschrieben.

Diese letzte Woche habe ich sehr intensiv erlebt. Alles ist neu und anders und so gefällt es mir.

Seit vier Jahren habe ich mich schon auf das Studium gefreut. Meine drei älteren Geschwister haben alle schon studiert oder studieren noch. Durch meinen Umgang mit anderen Studenten war mein Eindruck der, dass das Studium mit vielen Freiheiten verbunden ist. Man lernt, was man wirklich lernen will, man ist noch ungebunden und viele Wege stehen einem offen. Endlich kann man als jugendlicher Idealist all das ausprobieren, was man vorher im elterlichen Gefüge nicht machen konnte. Endlich kann man versuchen, das besser zu machen, was man anderswo bemängelt hat. Dass man da auch an Grenzen stößt, ist mir klar. Dass ich jetzt - als blutiger Anfänger - vieles noch nicht gesehen, geschweige denn gespürt habe, davon gehe ich aus und darauf lasse ich mich gerne ein.

Nichtsdestotrotz hat mir die letzte Woche gut gefallen. Ich bin viel mit dem Fahrrad - was täte ich bloß ohne es - durch die Gegend getingelt, habe Leipzig von Ost nach West und von Nord nach Süd durchquert und alles in mich aufgesogen.

Das Einschreiben in die verschiedenen Studiengangs-Module lief für mein Verständnis etwas chaotisch ab, doch will ich dies vorerst nur als Menschlichkeit des Systems deuten, nicht als Vorzeichen für die Qualität der Lehre. Die erste Vorlesung meines Lebens fiel einfach aus - mein Professor hatte mit dem Bürokratischen alle Hände voll zu tun.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 21, 2008
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Rubrik: studium
Oct 21, 2008

100 erste Tage an der Uni

Eingezogen!

Gestern bin ich umgezogen. Das klingt banal, aber es beinhaltet doch so viel - für mich und viele Studienanfänger zumindest: Beim Packen überlegte ich mir, was mir wichtig ist, was ich wirklich brauche und was ich im „Kinderzimmer" zurücklassen konnte, was ich vielleicht noch verscherbeln sollte oder in die Altkleidersammlung tragen. Gleichzeitig verließ ich den Komfort von Hotel Mama. Selbst wenn ich noch so selbstständig bin und selber kochen, Wäsche waschen und einkaufen kann, so haben meine Eltern mir doch immer vieles abgenommen, besonders in den letzten Monaten vor dem Abi, als ich mich doch mehr mit der Schule beschäftigte. Und auch wenn ich das letzte Jahr in den USA verbracht habe, ist es jetzt definitiv, dass ich von zuhause ausziehe, mit dem Wissen, nur noch zu Besuch im trauten Elternhaus zu erscheinen.

Immerhin waren meine Eltern so nett, mir ihren geräumigen Volvo zur einmaligen Fahrt zur Verfügung zu stellen. Da Leipzig von meinem Elternhaus kein Katzensprung ist, war mir klar, dass ich all mein Hab und Gut auf einmal transportieren musste. So hab ich dann gestern in der elterlichen Kutsche die Sitze umgeklappt, mein Fahrrad und einen Tisch zerlegt und eingeladen. Dazwischen fanden zwei Koffer, zwei Bananenkisten, eine Gitarre und ein Haufen Schuhkartons platz.

Als ich mich vor einem Monat in Leipzig in einem Backpacker-Hostel einquartiert hatte, um eine Wohnung zu suchen, da war ich auch an der so genannten Einraumwohnung interessiert. Schnell merkte ich jedoch, wie viel günstiger eine WG ist und wie schön es auch sein kann, in eine Gemeinschaft einzuziehen, wo man das Rad nicht aufs Neue erfinden muss, sondern vieles für das studentische Leben eingerichtet ist. Zum Beispiel das Internet. So habe ich mir heute Morgen mein Pult - unser Küchentisch von anno dazumal - zusammengebaut, mir zwei Bananenkisten zum Stuhl gestapelt, meinen Laptop darauf gestellt und mich in das kabellose Internet der WG eingeloggt.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 16, 2008
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Rubrik: studium
Oct 16, 2008