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100 erste Tage an der Uni

Regenbogennation?!

Autor:
Marie

Rubrik:
orientieren

08.09.2017

Die Klausurphase ist geschafft! Genau genommen musste ich nur eine einzige Klausur schreiben, während einige Freunde von mir noch den ganzen Sommer über büffeln müssen – eigentlich hatte ich es also ganz einfach. Zwei Hausarbeiten stehen noch an, aber die meiste Literatur ist schon gelesen. Und in den Semesterferien? Manche Professoren weisen gerne daraufhin, dass es streng genommen an der Uni keine Semesterferien gibt. Stattdessen handelt es sich dabei um vorlesungsfreie Zeit, die auch für das Studium genutzt werden soll.
Praktika, Sprachkurs, Urlaub – die Auswahl ist groß. Ein wenig schlecht fühle ich mich schon, weil die meisten meiner Mitstudenten sich an ihr erstes Praktikum wagen, aber ich habe mir etwas anderes überlegt: Für mich geht es nach Südafrika!
Als ich von meinem Freiwilligendienst aus Madrid zurückgekommen war, habe ich ziemlich lange gezweifelt, ob ich Lust habe, danach ein Studium zu beginnen. Ich habe mich sogar noch für andere Freiwilligendienste beworben und mit dem Gedanken gespielt, noch ein Jahr in Peru oder Frankreich zu verbringen. Aber dann hatte ich doch das Bedürfnis, „etwas Richtiges“ zu machen. Inzwischen bin ich ganz froh über meine Entscheidung: Mir macht mein Studium Spaß und ich glaube, hätte ich noch länger damit gewartet, wäre das vielleicht anders gewesen.
Fernweh habe ich trotzdem. Ich hätte auch wieder Lust, etwas in Richtung Freiwilligendienst zu machen, aber das ist für einen kurzen Zeitraum gar nicht so einfach. Zahlreiche Programme, die sogenannte Kurzzeitfreiwilligendienste anbieten, stehen jedoch inzwischen stark in der Kritik: Oftmals geht es eher darum, den Freiwilligen einen schönen Urlaub zu ermöglichen. In einigen Ländern ist dabei eine regelrechte Industrie entstanden, die Kinder beispielsweise in Waisenheime steckt, damit Freiwillige aus dem Westen sie besuchen können – damit will ich nichts zu tun haben.
Zuerst habe ich überlegt, ein Praktikum oder einen Sprachkurs im Ausland zu machen, mich dann aber für ein Workcamp entschieden: Drei Woche verbringe ich mit einer Gruppe in verschiedenen Projekten um Kapstadt, tausche mich mit jungen Leuten vor Ort aus und organisiere zum Beispiel einen Deutschen Abend. Danach bleibt uns noch eine Woche, um zu reisen und das Land kennenzulernen. Klingt spannend? Im Moment bin ich noch etwas nervös – freue mich aber schon darauf, euch hier bald mehr darüber berichten zu können.

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