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100 erste Tage an der Uni

Trunken, so fühle ich mich

Trunken, so fühle ich mich im Moment. Ein gewisses Torkeln ist in meinem Gang, Unsicherheit, Zögern. Tausend Dinge drehen sich in mir und verdrehen mir den Kopf. Organisation und Struktur, Disziplin und Konzentration, dies sind die Schlagworte, die so gar nicht zu mir passen, auf die es aber im Studium - dessen bin ich mir nur allzu sehr bewusst - ankommt. Was muss ich, was will ich und was kann ich? Wie bringe ich all meine Wünsche, Bedürfnisse und die an mich gestellten Forderungen in Einklang? Dass dies genau das richtige Studium für mich ist, das ist mir inzwischen klar, das ist ein gutes Gefühl. Dass Leipzig eine spannende Stadt ist und Studenten viel bietet, das auch.

Wenn es aber etwas konkreter wird und ich von einer Vorlesung zur anderen radele und mich dabei mit den Tücken regennassen und spiegelglatten Kopfsteinpflasters auf atemberaubende Weise vertraut mache und danach feststelle, dass mir das Licht von der Halterung gezogen wurde, und ich während der Suche nach einem Fahrradladen für entsprechenden Ersatz eigentlich nur an dieses Mädchen, das sich in der gestrigen Vorlesung neben mich setzte, denken kann, dann komme ich mir trunken vor und wünsche mir etwas Sonnenschein.

Autor:   |  Rubrik: orientieren  |  Nov 26, 2008
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Rubrik: orientieren
Nov 26, 2008

100 erste Tage an der Uni

Studieren in Leipzig II

Im vorigen Blog sprach ich von dem neuen im Bau befindlichen Universitätsgebäude in der Innenstadt. Interessanterweise ist ein Teil davon vor ein paar Tagen auch schon fertig gestellt worden. Puma, dm, McPaper, Starbucks und andere Geschäfte öffneten am letzten Wochenende mit viel Tamtam, Werbung und Angeboten ihre Tore im Parterre des Gebäudes, unterhalb der noch lange nicht bezugsfertigen Seminarräume und Hörsäle. Diese Verquickung von Bildung und Wirtschaft missfiel mir anfangs. Ob man das Budget von Schulen durch Werbeverträge mit der Wirtschaft aufbessern dürfe, war, so erinnerte ich mich, zu meiner Schülerzeit ein Thema, das plötzlich in aller Munde war, aber auch genauso schnell wieder verschwand. Daher also meine erste etwas reflexartige negative Reaktion auf diese Verquickung.

Nun, vielleicht ist es gar nicht so schlecht. Für den Baugrund in so zentraler Lage hätten sicher auch andere private Investoren hohe Summen gezahlt. Nun entsteht auf dem Grund des alten von der SED gesprengten Unigebäudes ein neues unter finanzieller Zuhilfenahme von Puma und Starbucks. Und gegen günstig gelegene Einkaufsmöglichkeiten haben auch wir Studenten nichts. Es ist jedoch interessant, dass die Bauarbeiten an diesen Läden im Zeitplan lagen und die Zentralmensa - von allen Studenten sehr herbeigesehnt - nicht wie ursprünglich geplant im letzten Jahr eröffnete, sondern uns frühestens in ein oder zwei Jahren zugute kommen wird.

 

 

Hier im Bild die erwähnte Ladenzeile im Parterre. Die Räume darüber können noch nicht bezogen werden, das Hauptgebäude links ist noch im Rohbau.

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Nov 24, 2008
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Rubrik: studium
Nov 24, 2008

100 erste Tage an der Uni

Studieren in Leipzig I

In Leipzig steht die zweitälteste Universität Deutschlands. Entsprechend stolz ist man hier auch auf diese lange Tradition und die vielen großen Namen, die man mit ihr verbindet: Goethe und Schiller, Schumann, Nietzsche, Kästner und Merkel. Das klingt gut, doch von diesen Alumni hab ich heute natürlich nichts.

Im Moment sind meine Vorlesungen auf ein Dutzend Gebäude in der ganzen Stadt verteilt, dabei habe ich ja gerade mal ein Dutzend Vorlesungen, Seminare und Übungen pro Woche. Von Interims-, also Zwischenlösung spricht man hier. Dass dies tatsächlich nicht mein ganzes Studium über so sein wird, scheint sogar realistisch. Seit ein paar Jahren wird in der Innenstadt an einem Gebäudekomplex gearbeitet, der das ehemalige Universitätsgebäude, das im Krieg stark beschädigt und unter der SED gesprengt wurde, ersetzen soll. Die Gebäude sollen im nächsten Jahr, wenn die Universität ihr 600jähriges Bestehen feiert, eingeweiht und bezogen werden. Dann werden Leipziger Studenten tatsächlich in für viele beneidenswerten Räumlichkeiten studieren.

Doch wie sieht es mit der Lehre aus? Ich studiere Geschichte. Die Professoren und Dozenten scheinen mir ganz kompetent, doch sind wir so viele, dass man für die Vorlesungen in die größten Hörsäle muss und auch die Seminare und Übungen in relativ großen Gruppen von nicht selten 40, 50 Studenten abgehalten werden. Die zuletzt Gekommen müssen sich dann auf den Boden setzen oder Stühle aus Nachbarräumen organisieren. Meine begründete Hoffnung ist, dass sich in den höheren Semestern die Zahl der Studenten verringern und damit das Betreuungsverhältnis verbessern wird.

 

Bild der Uni-Baustelle in Leipzig

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 31, 2008
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Rubrik: studium
Oct 31, 2008