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Studium

Juristen - sich bestätigende Vorurteile?

Autor:
Elena

Rubrik:
studium

16.08.2007

Ich erinnere mich noch sehr genau an meinen ersten Spaziergang über dem Campus der Uni Passau. Voller Neugierde ließ ich die vielen neuen Eindrücke auf mich wirken, ich genoss das Campus-Flair und freute mich auf das, was auf mich zukommen würde. Ein aufregendes Gefühl, denn ich wusste, dass ich nun auch ein Teil von all dem sein würde.

Natürlich beobachtete ich auch die Leute um mich herum, die vielen Studenten und ich freute mich darauf, Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen Deutschlands und vielleicht sogar der Welt  zu machen. Doch, huch, was war denn das?

Statt der erwarteten Vielfalt erblickte ich fast nur männliche Personen, die Poloshirts in pastelligen Farben und aufgestelltem Kragen trugen, dazu Segelschuhe und große, teure Sonnenbrillen. Einige hatten es sich sogar trotz großer Hitze nicht nehmen lassen, sich ihren Burberry-Schal um den Hals zu wickeln. Bei näherem Hinsehen stellte ich dann geschockt fest, dass es nicht nur Männer waren, die so rumliefen, die Frauen sahen identisch aus! Eine Person glich der anderen!

Regensburg ist ein hübsches StädtchenNun stellt sich zunächst einmal die Frage: Was ist ein „typischer Jurist"? Was macht ihn aus? Ist es die Kleidung oder doch eher seine (trockene) Art? Juristen haben grundsätzlich mit Vorurteilen zu kämpfen. Vom bereits erwähnten Kleidungsstil angefangen bis hin zu dem Vorwurf, sie seien humorlos, geldgierig und überhaupt total weltfremd. Alles nicht unbedingt gute Voraussetzungen für jemanden, der sich mit nichts identifiziert, was einen „typischen Juristen" ausmacht. Tatsächlich muss ich gestehen, dass einige dieser Vorurteile stimmen, vor allem was den Kleidungsstil anbelangt.

Doch all denjenigen unter euch, die sich jetzt in ihren Vorurteilen bestätigt fühlen, kann ich sagen: Ganz so schlimm ist es auch wieder nicht. Zum einen, weil sich unter den 400 und mehr Kommilitonen immer Menschen befinden, die garantiert nicht so sind. Und zum zweiten können auch Poloshirtträger mit aufgestelltem Kragen im Grunde nette Menschen sein, wenn man sich erstmal die Mühe macht, sie kennenzulernen.

Mittlerweile fühle ich mich trotz des ersten Schocks pudelwohl in meinem Studiengang und kann den „typischen Juristen" mit einem Augenzwinkern sehen. Wer also mit dem Gedanken spielt, Jura zu studieren, sollte sich davon nicht abschrecken lassen.

Ach ja, ein Poloshirt besitze ich übrigens immer noch nicht.

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