interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Bibliotheken sind sexy

Autor:

Rubrik:
studium

12.01.2009

Sowohl für mein Hauptfach Geschichte als auch für mein Nebenfach Philosophie muss ich nicht selten in die Bibliothek. Hier in Leipzig heißt die Hauptbibliothek Albertina - nach dem Fürsten Albert von Sachsen benannt. Es ist ein prächtiger Bau - im Krieg zerstört und nach der Wende mit viel, viel Geld wieder aufgebaut. Steigt man die ersten Stufen hoch und stößt die große beschlagene Eichentür auf, so blickt man, auf hellem Marmor stehend, auf eine große Treppe in rotem Marmor, die sich auf halber Höhe nach beiden Seiten teilt. Bevor ich diese herauf eile - an zwei sich mit einem Schwert selbst tötende Germanen vorbei - gehe ich zu den Schließfächern, wo ich Rucksack und Mantel verstaue.

Jeder hier hat etwas zu tun, will was erreichen, will lesen, lernen, forschen, schreiben - ist extra deswegen hierher gekommen. Das stimuliert. Dass man manchmal müde ist, im Schreiben nicht weiter kommt, beim Suchen nicht fündig wird oder an kryptischen Texten verzweifelt und dann an einem der Pulte sitzend den Kopf mit den Händen stützt oder ihn zum Sinnieren darauf legt, ist leider auch keine Seltenheit. In diesen Momenten legt man viel Aufgesetztes, Unnatürliches ab, gibt sich eine gewisse Blöße. Das ist ein Moment, den ich (Voyer!) gegenüber sitzend und aufblickend, interessant finde und dann manchmal ein hübsches Mädchen sehe.

 

Diesen Artikel teilen