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100 erste Tage an der Uni

"Erschlagen" trifft's ganz gut

Autor:
Leon

Rubrik:
studium

05.01.2011

Der Raum platzt aus allen Nähten. Wie in einer schlechten Uni-Parodie denke ich und ergattere schnell einen Sitzplatz. Die reichlich zu spät Kommenden haben Pech und müssen mit einem Platz auf der Treppe vorlieb nehmen. Ist das schon ein Vorgeschmack auf die nächsten drei Jahre?

Dann geht’s auch schon los. Die Vorsitzende der Prüfungskommission, der Leiter des Historischen Institutes und Vertreter des Fachschaftsrates betreten den Raum und gruppieren sich vor der Studentenmasse. Der eine oder andere hat es jetzt vielleicht bereits erraten: Ich befinde mich bei der Einführungsveranstaltung für die Erstsemesterstudenten des Fachs Geschichte. Genauer noch der Erstsemester in Potsdam. Die Location, wie es ja so schön neudeutsch heißt, passt hervorragend dazu: Der Hörsaal befindet sich inmitten der historischen Gemäuer der Schlossanlage Sanssouci in Potsdam – geht’s noch themenbezogener?

Doch mit der Geschichtsromantik ist es bald vorbei. Die Damen und Herren da vorne erzählen, dass sie sich sehr freuen, uns Erstis hier begrüßen zu dürfen, schwärmen von den Möglichkeiten, die wir hier hätten und fangen dann an uns zu erklären ,wie das denn so geht mit dem Studium.

Auch wenn sie sich sehr Mühe geben, wette ich, dass (inklusive mir) dreiviertel der Anwesenden hauptsächlich „Bahnhof“ verstanden haben. Leistungspunkte, Semesterwochenstunden, Wahlmodule, Pflichtmodule und Tutorien – HÄ???

Nach knapp zwei Stunden bewege ich mich im Strom der Masse aus dem stickigen Raum und bin noch verwirrter als vorher. Neben mir schnappe ich ein Gespräch zweier Kommilitonen (besser: Leidensgenossen) auf: „Ich fühl mich völlig erschlagen von dem ganzen Kram hier." Ja, denke ich, erschlagen trifft es ganz gut!

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