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Ausbildung live

Hin und her - Entscheidungen zum Wahleinsatz

Einer der positiven Aspekte meines Ausbildungsträgers ist die Möglichkeit, einen Wahleinsatz außerhalb des Klinikkonzerns zu machen. Das empfinde ich als ziemlich angenehm, immerhin habe ich dann Zeit, mir auch andere Einsatzorte anzuschauen, die für die Zeit nach meiner Ausbildung infrage kommen.
Eigentlich hätte ich noch bis Januar Zeit gehabt, mich zu entscheiden. Aus organisatorischen Gründen benötigt meine Kursleitung nun früher eine Entscheidung. Und zwar in genau drei Tagen! Wie soll ich innerhalb von drei Tagen entscheiden, wo ich hin möchte. Ich meine, klar, es geht nur um einen Einsatzzeitraum von vier Wochen, aber ich habe den Anspruch an mich selbst, diese vier Wochen mehr als ausreichend auszuschöpfen. Und so schwanke ich zwischen Berlin, Wien und Ulm. Zwischen Kinderneurochirurgie, Kinderintensivstation und der Neonatologie. Gefühlt sagt mir mein Herz jeden Tag was anderes, was ich tun soll. Ich hab das Gefühl mir selbst im Weg zu stehen. Will ich in eine andere Stadt? Will ich in einen bestimmten Fachbereich?
Ich gebe zu: Nie hätte ich gedacht, dass ich diese Entscheidung einmal so schwer finden würde und nun schlage ich hier Stunde um Stunde herum, rede mir ein, dass mein Zukunfts-Ich schon richtig entscheiden wird und bezweifle gleichzeitig, dass mein Innerstes sich in drei Tagen sicher sein wird, was es will.
Selbst zu entscheiden, welchen Weg man gehen soll, klingt anfangs so einfach. So viele Varianten die offen stehen und die man nutzen kann. Aber wenn es drauf ankommt, wäre ich doch ganz froh, jemand anderes würde für mich entscheiden. Nicht, weil ich demjenigen dann die Schuld für die Entscheidung geben kann, sondern weil ich mir jemanden wünsche, der mich durch die Unsicherheit hindurchführt.

Autor: Lydia  |  Rubrik: ausbildung  |  Oct 31, 2019

Ausbildung live

Pendlerlifestyle

Neben der Medizin habe ich eine weitere große Leidenschaft – die Kinderbetreuung!
Jahrelang habe ich in Feriencamps als Betreuer gearbeitet und die Leitung übernommen. Schweren Herzens gebe ich diese Leidenschaft zum Ende des Jahres auf. Doch bevor das geschieht, bin ich nochmal mit ins Ferienlager gefahren. Glücklicherweise liegt das Feriencamp in der Nähe des Krankenhauses, in dem ich meine Ausbildung absolviere. So war es möglich, das Team wenigstens in den Abendstunden zu unterstützen. Um Hauptamt und Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen, habe ich eine Woche lang das Pendlerdasein erlebt. Für mich als Stadtkind war das ziemlich herausfordernd – So bin ich tatsächlich zum ersten Mal mit der Regionalbahn gefahren, habe erkannt , dass es in vielen Dörfern wirklich nur eine einzige Bushaltestelle gibt und dort der Bus sehr häufig kommt, wenn er in einem Drei-Stunden-Rhythmus fährt. Gleichzeitig habe ich auch noch gelernt, dass man bei einem 15-minütigen Fußmarsch durch den Wald, erstens keine Straßenbeleuchtung hat und zweitens doch das ein oder andere Mal auf die Waldbewohner wie beispielsweise Rehe und Füchse trifft. Nachdem ich eine Woche lang diese Herausforderungen gemeistert habe, finde ich das Pendeln tatsächlich gar nicht mehr so schlimm und kann mir gut vorstellen meinen Wunsch, später in ein Dorf zu ziehen, zu verwirklichen. Allerdings bin ich dann auf den Bus angewiesen oder muss mir ein Auto besorgen – sonst kann ich meine Arbeit im Krankenhaus nicht pünktlich antreten. In ein Schwesternwohnheim zu ziehen, kann ich mir hingegen beim besten Willen nicht vorstellen.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 24, 2019
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Oct 24, 2019

Ausbildung live

Freundschaften und Schichtdienst

Das Schöne am Schichtdienst: ich bin oft flexibel.
Das Unschöne am Schichtdienst: ich bin nicht sehr flexibel.
Flexibel bin ich, wenn ich mal einen Arzttermin an einem Vormittag habe oder spontan für ein paar Tage in den Urlaub möchte. Ich kann Wünsche für den Dienstplan abgeben, die meist auch berücksichtigt werden. Bei einem normalen Nine-to-five-Job ginge das nicht.
Durch den Schichtdienst kann ich allerdings nicht immer auf jeder Party mitmischen oder ewig lange bei Spieleabenden bleiben. Nicht immer kann ich auf Wochenendtrips mitfahren oder nachmittags an den See. Weil ich arbeite. Dadurch kann ich nicht immer so viel Zeit mit meinen Freunden verbringen wie ich möchte.
Meine Schichtdienstlerfreunde verstehen das. Sie haben mit der gleichen Problematik zu kämpfen und gerade mit ihnen ist es schwer, einen Tag zu finden, an denen alle von uns Zeit haben. Oft sind unsere Dienstpläne genau gegensätzlich und das macht es nicht so einfach.
Bei meinen Freunden, die nicht im Schichtdienst arbeiten, stoße ich leider mit meinen Arbeitszeiten oft auf Unverständnis. Manchmal sieht man sich wochen- oder tagelang nicht. Natürlich geht mit meinem Job auch ein großer Teil Spontanität verloren.
Leider gehen Freundschaften und auch Beziehungen manchmal daran zugrunde, weil das Gegenüber nicht mit dem Schichtsystem klarkommt. Langfristige Planungen sind nicht möglich und manchmal muss man seine Pläne kurzfristig ändern, da ich dann doch für jemanden einspringen muss.
Ich kann von Niemanden verlangen, diese Arbeitszeiten zu akzeptieren, aber ändern kann ich eben auch nichts.

Autor: Lydia  |  Rubrik: ausbildung  |  Oct 4, 2019