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Ausbildung live

Lebensumwerfungen

Autor:
Lydia

Rubrik:
ausbildung

09.09.2019

Jeder Mensch, der eine Ausbildung oder ein Studium absolviert, kommt früher oder später an den Punkt, an dem er sich fragt, ob das alles Sinn ergibt.
Zweifel kommen auf. Ist das tatsächlich das, was ich im Leben erreichen will? Ist es das, wofür mein Herz schlägt? Wofür ich brenne?
Nun ist es bei mir soweit.
Für mich war von Anfang an klar, dass meine Ausbildung nur zur Überbrückung von Wartezeit dient und ich danach noch studieren möchte. Doch ich merke immer mehr, dass ich langfristig nicht zu 100 Prozent in der Pflege arbeiten möchte. Es ist ein wunderschöner Beruf, keine Frage. Aber ich merke bereits jetzt in der Ausbildung, dass es mir nicht reicht. Keiner kann mir garantieren, dass ich einen Studienplatz in Medizin kriege und so wie die aktuellen Zugangsberechtigungen an Universitäten dafür aussehen, wird es weiterhin ein schwerer Weg dorthin bleiben.
Mehr noch, ich merke durch meine ehrenamtliche Arbeit im Kinder- und Jugendbereich, dass ich so etwas auch hauptberuflich machen möchte. Aber andererseits fehlt mir dabei wieder meine Leidenschaft für Medizin. Eine Kombination aus beidem wäre schön, aber bisher habe ich noch keine Möglichkeit gefunden. Jahr um Jahr kommen diese Gedanken hoch, mich beruflich vielleicht doch zu verändern, aber ich tu es nicht. Mein Herz brennt einfach für die Wissenschaft.
Und so finde ich mich in diesem Jahr immer wieder in Gedankenstrudeln und Irrwegen, was meinen beruflichen Werdegang angeht. Alltägliche Zweifel, ob meine Ausbildung das richtige ist, führen mich so weit, dass ich kurz davor bin, alles hinzuschmeißen. Letztendlich tue ich es doch nicht, weil ich den Krankenhausalltag gern habe.
Allerdings werde ich schauen, was sich für Möglichkeiten auftun und mich viel umschauen. Man sollte meinen, dass ich mich mit 21 Jahren inzwischen besser kenne. Doch scheinbar ist dies nicht so. Viele in meinem Ausbildungskurs, haben ihr Leben praktisch schon durchgeplant. Ich weiß nicht mal, was ich mir heute zum Abendbrot mache.
So eine Zweifelphase kann ziemlich frustrierend sein, aber es ist wichtig sich aufzurappeln und neue Motivation zu schöpfen. Ich muss zugeben, diese fehlt mir aktuell etwas. Aber ich bin sicher, sie wird kommen. Bis dahin werde ich einfach weitermachen, ohne zu viel nachzudenken.

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