interaktiv

Ausbildung live

Buchhandel

Autor:
Lee-Ceshia

Rubrik:
orientieren

13.08.2018

Ich höre immer wieder: Buchhandel ist Einzelhandel. Ich sage: Mitnichten!
Was meine Arbeitsmethoden betrifft, würde es keinen Unterschied machen, das stimmt. Aber ob ich nun Bücher oder eine Kaffeemaschine verkaufe, macht für mich einen großen Unterschied! Mir ist es wichtig, mich mit dem, was ich verkaufe, identifizieren zu können.
Ich werde in einer Fachbuchhandlung für Recht, Wirtschaft und Steuern ausgebildet. Diese Themen interessieren mich persönlich zwar nicht so sehr, aber ich kann mit dem Medium Buch arbeiten – und darauf kommt es an. Der Vorteil an meinem Berufszweig ist die Vielfältigkeit. Ich kann mich auch mit technischen Medien wie E-Books, Datenbanken und anderen Onlineartikeln beschäftigen.
Mein Ausbildungsberuf ist kaufmännisch ausgerichtet, doch ich berate auch Kunden und präsentiere Bücher. Auf diesem Weg kann ich mich mit Kunden austauschen, aber auch betriebswirtschaftlich handeln, disponieren und einkaufen. Da es die Ausbildung zur reinen Fachbuchhändlerin nicht gibt, muss ich auch alles zum allgemeinen Sortiment wissen. Welcher Krimi steht grade auf der Bestseller-Liste? Welches Sachbuch ist ein Dauerbrenner? Wer ist der Top-Autor eines Genres?
Von Kunden höre ich oft: „Ich suche dieses eine Buch, es ist rot.“ Davon bleibe auch ich als Fachbuchhändlerin nicht verschont und muss hier kompetent weiterhelfen können.
In der Berufsschule gibt es viel zu lernen, was über meine Ausbildung in der Fachbuchhandlung hinausgeht. Doch wenn ich jeden Morgen in einen Raum voller Bücher kommen darf, ist es den Aufwand wert. Und weil ich Gesetzestexte und Kommentare an Studierende und Anwälte verkaufe, freue ich mich umso mehr, in meiner Freizeit in andere Buchhandlungen zu gehen und in Romanen zu stöbern.

Diesen Artikel teilen