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Minimalismus

Autor:
Lee-Ceshia

Rubrik:
ausbildung

28.08.2018

Als ich vor vier Jahren mit meinem Rucksack zurück aus Australien nach Hause kam, war ich überfordert. Ich hatte einen Pullover, fünf T-Shirts, drei kurze Hosen, Unterwäsche, Sportschuhe, Sneakers und Birkenstocks auf der Reise dabei – Kleidung für ein ganzes Jahr. Zu Hause öffnete ich die Türen zu meinem Kleiderschrank und schlagartig dachte ich über meinen Konsum nach:
Wozu habe ich 30 verschiedene T-Shirts, zehn Hosen und so viele Schuhe und Socken, dass ich sie bis an mein Lebensende nicht auftragen könnte? Mein Auslandsjahr hat nicht nur mich, sondern auch meine Einstellung verändert, weshalb ich radikal aussortierte und vieles an Freunde verschenkte.
Als ich dann in meine erste eigene Wohnung zog, wurde mir das Ausmaß erst recht bewusst, wie stark uns Konsum beeinflusst. Doch dafür gibt es aber eine schöne Lösung: Minimalismus. Ich spreche nicht von weißen Wänden und einer Matratze auf dem Boden, sondern davon, sich bewusst mit dem auseinanderzusetzen was man hat und was man mag. So hockte ich mich vor meine Umzugskartons und nahm jeden Gegenstand in die Hand: Bücher, Kleidung, elektronische Geräte, Haushaltsgegenstände, einfach alles. Ich ging eine innere Checkliste durch und fragte mich erst: Was fühlst du? Was verbindet dich mit diesem Gegenstand? Dann: Ist die Sache funktionsfähig oder beschädigt? Passt mir die Kleidung? Und so weiter.
Es entstanden drei Haufen: Mag ich, mag ich nicht und vielleicht.
Und auch jetzt, Jahre später, wiederhole ich diese Praxis regelmäßig und siehe da, ich kaufe weniger ein. Ich leihe mir Bücher in der Bücherei, repariere Gegenstände und verarbeite alte Sachen zu neuen. Ich kaufe selten neue Dinge und wenn, denke ich erst eine Woche lang darüber nach. Ich lebe in einer Wohnung mit Gegenständen, die ich mag und spare Geld, indem ich mich mit dem zufrieden gebe, was ich habe – was vollkommen ausreicht. Ich investiere in Qualität und minimiere die Quantität. Das hilft, einen klaren Kopf zu bekommen!

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