zum Inhalt

Kopfbereich

interaktiv

Hauptbereich

Ausbildung live

Guten Morgen oder guten Abend?

Autor:
Lydia

Rubrik:
ausbildung

13.09.2018

An sich finde ich Nachtdienste wunderbar. Allein schon, weil die Arbeitsatmosphäre ruhig und entspannt ist. Doch diese Woche fand ich die Nachtschicht sehr herausfordernd. Insgesamt war ich auf drei Stationen, nämlich der Intensivstation, der Kardiologie und der Psychiatrie. Ich sollte jeweils auf Patienten Acht geben, die andere oder sich selbst gefährden könnten und daher einzeln betreut wurden.
Meine Nachtdienstserie begann etwas holprig. Ich wurde erst sehr kurzfristig eingeteilt und hatte nur gut zwei Stunden Schlaf, bevor ich in die Klinik ging. Daher war ich am Ende der Schicht hundemüde und sehnte mich nach meinem Bett; Zumal ich in der Einzelbetreuung nicht rumlaufen kann, sondern acht Stunden beim Patienten im Zimmer bin und auf ihn aufpassen muss. Lesen oder ein anderer Zeitvertreib ist nicht erlaubt.
Nachdem die Schicht endlich vorbei war, ging ich nach Hause, um zu schlafen. Zumindest probierte ich es. Denn da bei uns gerade Baumaßnahmen stattfinden, war an erholsamen Schlaf nicht zu denken.
Zum Glück war meine nächste Schicht in der Kardiologie entspannter. Mein Patient schlief die ganze Zeit und dank ausreichend Koffein war auch der Schlafmangel erträglich. Zuhause versuchte ich erneut bei Baulärm zu schlafen, was mir dieses Mal gelang – irgendwann ist der Körper einfach zu müde.
Doch eine Nacht stand mir noch bevor. Als ich meinen Einsatzort erfuhr, war mir etwas mulmig zumute: Ich hatte noch nie in der Psychiatrie gearbeitet und der Gedanke daran, eine ganze Nacht allein auf einen der Patienten aufpassen zu müssen, machte mich nervös. Ich hatte noch keine Fortbildung in dem Bereich gehabt und weiß nicht, wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten soll.
Rückblickend war das aber meine ruhigste Nacht – was vermutlich am sehr netten Team vor Ort lag und daran, dass ich vor und nicht im Zimmer des Patienten sitzen musste.

 

Diesen Artikel teilen