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Ausbildung live

Luxusleben eines Azubis

Ich mag Praxiseinsätze unglaublich gern. Ich kann nicht immer ewig still sitzen, sondern brauche Bewegung. Und außerdem nehme ich in der Praxis unglaublich viel Wissen mit. Nur manchmal ist das nicht immer so einfach, wie ich es gern hätte.
Der bekannte Pflegenotstand und die dauerhafte Unterbesetzung führen verstärkt dazu, dass die praktische Ausbildung zu kurz kommt. Auf Fragen bekomme ich häufig nur eine genervte Antwort. Wenn ich bei einer Aufgabe Anleitung von einer examinierten Pflegekraft haben möchte, macht sie es lieber selbst. Kostet weniger Zeit und geht schneller, wenn sie das macht. Doch auf diese Weise lerne ich nichts.
Es geht sogar so weit, dass ich mich nicht mehr traue nachzufragen, wenn mir etwas unklar ist.
Aktuell erlebe ich das komplette Gegenteil. Die Pflegekräfte auf meiner derzeitigen Einsatzstation sind alle sehr hilfsbereit und zeigen mir gerne etwas. Ich darf Fragen stellen und alle bemühen sich um Antworten. Hier haben die Pflegekräfte verstanden, dass sie Nachwuchskräfte nicht vergraulen dürfen, wenn sich die Situation verbessern soll.
Ich frage mich, warum das nicht überall machbar ist und warum es so viele Stationen gibt, bei denen man jeden einzelnen Dienst zählt, bis man sie wieder verlässt. Ist das der Sinn unserer praktischen Ausbildung? Nach und nach Stationen von der Liste streichen, bei denen man nach dem Examen auf keinen Fall anfängt? Ich glaube nicht. Und ich hoffe, dass noch mehr schülerfreundliche Stationen auf mich warten.

 

Ausbildung live

Ausflug in die Endoskopie

Im Rahmen meines Einsatzes in der Gastroenterologie konnte ich einen Tag lang in der Endoskopie meines Lehrkrankenhauses hospitieren.
Die Endoskopie zählt zur Funktionsdiagnostik und führt Untersuchungen, wie Bronchioskopien, Magen- oder Darmspiegelungen durch. In der Endoskopie verläuft alles sehr zügig. In drei Räumen laufen gleichzeitig unterschiedliche Untersuchungen ab.
Ich dachte immer, dass solche endoskopischen Untersuchungen sehr lange andauern, doch länger als eine Viertelstunde dauert es meistens nicht. Der Patient wird anschließend in den Aufwachraum gebracht und dort in der Aufwachphase begleitet. Der Untersuchungsraum wird währenddessen schon wieder für den nächsten Patienten hergerichtet. Es ist schon sehr faszinierend, wie routiniert und perfekt das Team zusammen arbeitet. Jeder weiß, was zu tun ist. Der Zeitplan ist streng getaktet. Kommt ein Patient später oder kommt es zu Komplikationen, verschiebt sich alles nach hinten.
Zudem habe ich die Möglichkeit, mir die Verdauungsorgane durch die Kamera im Endoskop von innen anzusehen. Zu den gezeichneten Skizzen im Lehrbuch ist keinerlei Ähnlichkeit erkennbar und sowohl die Pflegekräfte als auch der Arzt erklären mir sehr viel Detailwissen.
Ich bin unglaublich dankbar, diese Möglichkeit gehabt zu haben. Doch auch, wenn ich diesen Tag sehr spannend und interessant fand, könnte ich mir nicht vorstellen, als Endoskopiekraft zu arbeiten. Die Untersuchungen unterscheiden sich kaum voneinander uns es gibt wenig Abwechslung. Für mich fehlt wohl etwas Action. Aber es ist trotzdem gut, den Horizont wieder einmal erweitert zu haben.

 

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Jun 28, 2019

Ausbildung live

Praxiseinsatz in der Gastroenterologie

Schlag auf Schlag vergehen die Blockeinsätze in meiner Ausbildung. Nach vier Wochen auf der Schulbank bin nun wieder auf Station zu finden. Diesmal in der Gastroenterologie und Diabetologie, also alles rund um das Verdauungssystem. Wie praktisch, dass ich gerade im Theorieblock alles zum Verdauungssystem und dem Diabetes mellitus gelernt habe und nun die Theorie mit der Praxis verbinden kann.
Es ist außerdem einer meiner wenigen Erwachseneneinsätze. Ich habe zwar mein Freiwilliges Soziales Jahr in der Erwachsenenklinik gemacht, aber meine Ausbildung absolviere ich in der Kinderklinik. Dennoch darf ich einige Stunden in der Erwachsenenpflege verbringen. Es ist schließlich ein gewaltiger Unterschied, einen 80-jährigen Patienten oder ein Neugeborenes zu behandeln.
Entgegen meiner Erwartungen gefällt mir die Innere von Tag zu Tag mehr. Es ist eine extrem lehrreiche Station und ich nehme sehr viel Wissen als auch Erfahrungen mit nach Hause. Dennoch bestätigt mir dieser Einsatz, dass es für mich die richtige Entscheidung war, in die Kinderkrankenpflege zu gehen. Als ich den Ausbildungsplatz bekommen habe, lag meine Motivation darin, dass ich gerne mit Kindern arbeite und schon lange im Gesundheitswesen tätig sein wollte. Daher war der Beruf der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin die perfekte Kombination für mich.
Jetzt wird erst bewusst, warum ich für die Erwachsenenpflege nicht geeignet wäre: Patienten mit Demenz. Das ist für mich persönlich ein Aspekt, mit dem ich nur sehr wenig klarkomme. Ich habe vor jedem Menschen Respekt, der mit dieser Krankheit umgehen kann. Ich kann es nicht. Und da es häufig vorkommt, dass Menschen mit dieser Krankheit im Krankenhaus sind, ist die Erwachsenenklinik auf Dauer nichts für mich. Das geht vielleicht für ein paar Wochen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass mein ganzes Leben zu machen. Das ist der Punkt, an dem ich kaputt gehen würde. Umgekehrt höre ich viele Stimmen, die sagen, dass sie niemals in der Kinderkrankenpflege arbeiten könnten. Die Grenzen liegen bei jedem Menschen woanders.

Autor: Lydia  |  Rubrik: ausbildung  |  Jun 21, 2019
Autor: Lydia
Rubrik: ausbildung
Jun 21, 2019