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Von Hypochondrie und anderen Schwierigkeiten

Autor:
Lydia

Rubrik:
ausbildung

10.07.2019

Eins meiner Lieblingsthemen im Theorieunterricht ist die Krankheitslehre. Es gibt so ziemlich nichts, was es nicht gibt. Tag für Tag lerne ich Symptome kennen, die eine oder mehrere Krankheiten ergeben und auch, was zu dieser Krankheit geführt hat und wie man sie behandeln kann.
Ich werde systematisch darauf trainiert, Menschen ganz genau anzuschauen und Auffälligkeiten wahrzunehmen. Was sind das für Flecken auf den Nägeln? Die Haut ist an der Stelle aber komisch. Das Gewebe fühlt sich dort anders an.
Hat man das einmal verinnerlicht, ist es schwer, das abzustellen. So kommt es schon mal vor, dass ich neuen Bekanntschaften erst mal ein Kompliment für ihre schönen Venen mache.
Gleichzeitig darf mein Beruf nicht mein ganzes Leben bestimmen. Viel zu schnell fängt man an, sich selbst zu diagnostizieren. Und ruckzuck wird aus einem harmlosen Pickel das erste Symptom einer mittelschweren Krankheit.
Um dem entgegenzuwirken, betont meine Kursleitung stets, dass wir uns nicht verrückt machen und den Pfleger*innenmodus außerhalb des Krankenhauses ausstellen sollen.
Zugegeben: Das klappt nicht immer. Ich ertappe mich häufig dabei, wie ich fremde Menschen in der Bahn beobachte und überlege, was die auffälligen Erscheinungen für eine Geschichte zu erzählen haben.

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