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Bachelor live

Wahl-O-Mat

Ich finde es bedeutend, das wir hier in Deutschland die Wahl haben, von wem und wie wir regiert werden wollen. Meiner Meinung nach ist es deshalb entscheidend, sich selbst einzubringen und sich nicht nur als stiller Zuhörer eine Meinung zu bilden, um dann alle paar Jahre an die Wahlurne zu treten, sondern selbst mitzumachen und die Zukunft zu gestalten.
In Jena, meinem vorherigen Studienort, habe ich das gemacht, indem ich öfters bei Aktionen einer Partei mitgemacht habe und indem ich gegen und für allerhand demonstrieren war. Kurz vor meinem Umzug nach Bayern fand die Landtagswahl in Thüringen statt und ich durfte im Vorfeld bei der Erstellung des Wahl-O-Mats helfen. Für die, die noch nie etwas vom Wahl-O-Mat gehört haben: Dabei handelt es sich um ein Online-Tool, das dabei hilft, seine politische Einstellung den kandidierenden Parteien zuzuordnen. Je nachdem, bei welchen Fragen man „zustimmend“, „ablehnend“ oder „neutral“ angeklickt hat, bekommt man eine entsprechende prozentuale Übereinstimmung mit den verschiedenen Parteien angezeigt. In meinem Bekanntenkreis ist der Wahl-O-Mat beinahe allen bekannt, die meisten haben ihn schon selbst benutzt.
Das so ein mächtiges Tool möglichst fair und transparent erstellt werden sollte, leuchtet ein. Zu diesem Zweck wird von der Bundeszentrale für politische Bildung zu jeder Wahl eine Jugendredaktion aus Jung- und Erstwählern berufen, der ich in Thüringen beiwohnen durfte. Im Klartext hieß das, ein ganzes Wochenende in einem Kongresszentrum zu wohnen, zu schlafen und zu essen, viel über Landespolitik zu quatschen, um dann schlussendlich auf „unsere“ Thesen zu kommen, welche dann an die Parteien weitergeschickt wurden, die dann selbst Stellung beziehen sollten. Aus Thesen und Antworten wurde dann in einem zweiten Schritt der fertige Wahl-O-Mat erstellt.
Dieser Blick hinter die Kulissen war lehrreich und interessant.
Und während Thüringen noch immer mit dem Wahlergebnis kämpft, warte ich schon wieder auf die nächste: Kommunalwahl im März in Bayern!

Autor: Hannes  |  Rubrik: studium  |  Feb 27, 2020

Bachelor live

Familienwochenende

Meine Eltern haben seit neustem zwei Entdeckungen gemacht: die Stadt Hamburg und Zugfahren. Waren sie sonst vor allem mit dem Auto unterwegs, bevorzugen sie für weite Strecken nun die Bahn. Und zählten sie sonst Berlin und Leipzig zu ihren persönlichen Lieblingsstädten, so entdeckten sie inzwischen die Hansestadt für sich.
Nach kurzem Überlegen war deshalb schnell ein Programm für das Geburtstagswochenende von meinem Papa gefunden: Die Familie fährt mit dem Zug nach Hamburg. Der letzte Familienurlaub war mehr als fünf Jahre her und so war ich sehr gespannt, wie es wohl sein würde, die Familie in einem Kurztrip wieder zu vereinen. Ein schönes Geburtstagsgeschenk würde es in jedem Fall werden und zwar für uns alle, oder?
Ich reiste mit dem Zug aus München an, während die anderen drei in den ICE von Halle nach Hamburg stiegen. Auf uns warteten drei Tage, die gefüllt waren mit viel gutem Essen, einem schönen Hotel, Theater, Konzert und Fußball. Neben all den Annehmlichkeiten, war es toll zu merken, dass es zwischen uns immer noch sehr gut harmonierte. Natürlich war nicht alles „wie früher“ als wir alle noch unter einem Dach lebten. Es war anders, aber es war sehr gut so wie es war. Man sagt ja, dass auf Reisen Beziehungen jeglicher Art am stärksten auf die Probe gestellt werden, wenn es keinen Alltag und keine Routinen gibt, an denen man festhalten kann. Davon bin ich ebenfalls überzeugt. Den Test habe ich aber auf jeden Fall bestanden.
Von ein paar Freunden bekomme ich ab und zu mit, dass sie gerne versuchen würden, den Kontakt mit ihrer Familie auf ein Minimum zu reduzieren. Ich glaube, für sie wäre ein solches Wochenende kaum vorstellbar gewesen.
Just an diesem Wochenende wütete Sturmtief „Sabine“ und hätte für unsere Rückreise beinahe gefährlich werden können. Doch im Gegenteil: Durch die aufgehobene Zugbindung konnten wir unseren Rückweg sogar ein wenig eher und gemeinsam antreten, statt zwei Stunden später voneinander getrennt – ein schöner Abschluss ganz im Sinne des Familienwochenendes!

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Feb 25, 2020
Autor: Conny
Rubrik: studium
Feb 25, 2020

Bachelor live

Bäume umarmen

Es ist Februar, ich sitze vor aufgeschlagenen Lehrbüchern und wundere mich, wo die Zeit schon wieder geblieben ist.
Eigentlich wirkt es auf mich so, als hätte das Semester gerade erst angefangen, doch tatsächlich endeten meine Vorlesungen letzte Woche und nun sitze ich vor einem riesigen Wissenshaufen, der pünktlich zu den Klausuren in meinen Kopf muss.
Immer wieder Fragen mich Leute halb im Scherz: „Du studierst Forstwissenschaft? Was macht man da? Bäume umarmen?“ Denen würde ich am liebsten ein „Schön wär‘s“ entgegenrufen.
Zugegeben: Unsere erste Prüfung entsprach dem Klischee in gewisser Weise. Anhand von ausgesägten Holzproben und abgeschnittenen Zweigen, mussten wir ungefähr vierzig unterschiedliche Gehölze erkennen können. Was sich jetzt ein bisschen wie Waldkindergarten anhören mag, ist in Wahrheit gar nicht so einfach. Die Holzunterschiede zwischen Rot- und Weißeiche liegen zum Beispiel nur in etwas welliger verlaufenden Poren. Und Berg- und Feldulme erkennt man nur an der Farbe des Flaums, der auf den Knospen wächst
Tatsächlich war das Lernen auf diese Prüfung aber sehr witzig. Sobald ich mit meiner Mitbewohnerin und Kommilitonin den Fuß vor die Tür setzte, hielten wir nach fehlenden Zweigen für unsere Sammlung Ausschau. Umarmungen gab es aber keine. In der mündlichen Prüfung zu Wald- und Forstgeschichte galt es, alles rund ums Thema auf Karteikarten zu bannen und solange zu lernen, bis es zu den Ohren wieder rauskam. Wusstet ihr zum Beispiel, dass der Begriff Nachhaltigkeit von einem sächsischen Oberberghauptmann geprägt wurde? Doch das dicke Ende kommt noch in Form von BWL und VWL nächste Woche, dicht gefolgt von der Chemieklausur, ehe mich dann im April Bio langsam wieder in das neue Semester führt.
Und ich? Habe meine Lehrbücher inzwischen zugeschlagen und träume lieber von den großen Wäldern in den Nationalparks Polens, dort werde ich nämlich die Semesterferien mit einem Kumpel verbringen.

Autor: Hannes  |  Rubrik: studium  |  Feb 20, 2020