Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Bachelor live

Die Live-Show

Im Zuge der technischen Ausbildung an der Filmhochschule muss jeder Jahrgang innerhalb von drei Tagen eine Live-Sendung umsetzen. Da ich dieses Pflichtseminar im vergangenen Jahr verpasst habe, musste ich es in dieses Jahr nachholen. Der gesamte Jahrgang wurde in drei Gruppen von circa 15 Leuten unterteilt, die jeweils eine eigene Live-Show umsetzen sollten. Hierzu gab es drei Vorbereitungstermine, in denen der allgemeine Ablauf einer solchen Produktion erklärt wurde. Anschließend machten wir ein Brainstorming, welches Thema wir behandeln könnten. Unsere Gruppe entschied sich relativ schnell dazu, eine satirische Sendung zu inszenieren, in der Verschwörungstheoretiker auftraten, um für ihre Idee Forschungsgelder zu gewinnen.
Dabei sollte die ganze Sendung vor und hinter der Kamera mit Studierenden besetzt werden. Von den Gästen bis zur Regie wurde alles von uns selbst übernommen, wobei wir natürlich professionelle Unterstützung erhielten von Leuten, die regelmäßig große TV-Sendungen ausrichten. Ein TV-Studio, wo die Sendung stattfinden konnte, gibt es bei uns in der Hochschule und auch einen dazugehörigen Live-Regie-Raum.
Nach einer Einführung in die Studiotechnik wurden am ersten Tag der Produktion die Aufgaben ausgelost. Die einzigen Posten, die vorher feststanden, waren die Darsteller vor der Kamera und die Szenenbildnerinnen, die bereits den Aufbau im Studio vorbereitet mussten.
Ich war verantwortlich für den Ton im Studio und assistierte an der Kamera als Kabelhilfe. Konkret sahen meine Aufgaben also so aus, dass ich unsere drei Darsteller mit Ansteckmikrofonen verkabelte sowie bei den Proben und der Aufzeichnung einer Kamerafrau dabei half, nicht über Kabel oder sonstiges zu stolpern.
Insgesamt probten wir den Durchlauf der Sendung fünf Mal, bevor wie am dritten Tag die Live-Aufzeichnung machten. Bis dahin mussten Einspieler gedreht und geschnitten sein und jeder wissen, was er zu tun hatte. Die Generalprobe lief zum Glück nicht allzu gut. Es gab Probleme im Ton und einige Texthänger. Gemäß dem alten Theateraberglauben, konnte einer guten Sendung also nichts mehr im Wege stehen. Und so war es auch. 17 Minuten dauerte der finale aufgezeichnete Durchlauf und er war so gut wie keine Probe davor. Mir machte es großen Spaß, eine solche Sendung umzusetzen.

Bachelor live

Berg-WG

Bis ich nach Freising gezogen bin, verlief meine WG-Suche immer kurz und schmerzlos: Am Wattenmeer lebte ich in einem vom Naturschutzverein gestellten Häuschen, in Tansania im gleichen Bungalow wie die Schulgründer und in Jena schließlich bin ich in die Wohngemeinschaft einer guten Freundin eingezogen.
Hier in Freising konnte ich keine Kontakte vorweisen, um an eine WG zu kommen. Ich musste den langen Weg über Castings gehen. Casting ist in diesem Fall nur ein extravagantes Wort für Bewerbungsgespräch. Über eine spezielle Internetseite kann man gezielt nach Studentenwohnungen in Freising suchen, deren Bewohnern man dann eine möglichst eingängige Nachricht schickt, um aus der Bewerberflut herauszustechen.
Finden diese Gefallen daran, wird man von ihnen zur Besichtigung eingeladen. Auch dort muss man während der Unterhaltung wieder so einprägsam sein, dass man sich gegen alle anderen Mitbewerber durchsetzt und den Platz in der WG bekommt. Ihr seht schon, es ist nicht ganz einfach.
In meinem Fall kam noch erschwerend hinzu, dass ich in Jena bislang für unter 250 Euro wie ein König in der Stadtmitte gewohnt habe und deswegen kaum gewillt war, mehr als 300 Euro für ein Zimmer auszugeben. Freising ist aber nicht Jena, vor allem die Nähe zu München sorgt meiner Meinung nach dafür, dass die Preise gerne mal die 400-Euro-Schallmauer durchbrechen.
Es half alles nichts, ich bewarb mich auf das, was für mich in Betracht kam – also nicht viel. Oft bekam ich gar keine Antwort auf meine Nachrichten, doch auch nach zwei persönlichen Gesprächen wurde mir abgesagt, eines davon in einer Wohnung, in der es außer einem Kamin keine Heizung gab. Das dritte Zimmer, das ich schließlich besichtigte, war in der Berg-WG. Zehn Kilometer außerhalb von Freising auf einem Bauernhof gelegen war mir diese direkt sympathisch. Durch die unabgeschlossene Haustüre wurde ich per Zuruf in die Küche gebeten. Diese war über und über voll mit Zeitdokumenten ehemaliger Mitbewohner: Fotos, Postkarten, Bildern. Das Gespräch fühlte sich nicht wirklich nach Bewerbung an, sondern vielmehr, als wäre ich einfach auf ein Bier vorbeigekommen.
Nach einigen Tagen bekam ich die Zusage, seitdem darf ich die Berg-WG mein Zuhause nennen. Und ich bereue meine Entscheidung nicht. Wenn ich nicht gerade in der Uni bin oder etwas zu lernen habe, sitze ich meistens in der Küche und quatsche mit einem meiner neun Mitbewohner.

Autor: Hannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 25, 2019

Bachelor live

Die Abnahme

An der Filmhochschule erbringen wir unsere Prüfungsleistungen in Form von Filmprojekten. Dafür erhalten wir in der Realisation der Projekte finanzielle und inhaltliche Unterstützung von der Hochschule. Unsere fertigen Filme werden anschließend von einer Prüfungskommission, die aus Professoren und künstlerisch-wissenschaftlichen Mitarbeitern der Hochschule besteht, angeschaut und bewertet. Der Zweitjahresfilm ist der erste, der innerhalb unseres Studiums benotet wird. Ich habe gemeinsam mit zwei Kommilitonen diesen Film umgesetzt, weshalb wir auch gemeinsam bewertet wurden.
An einem Tag wurden die vier kurzen Dokumentarfilme, die im Rahmen des Seminars entstanden sind, in einem Kino unserer Hochschule gezeigt. Es war sehr spannend, die Filme unserer Kommilitonen zu sehen, da wir nur vereinzelt etwas von ihren Produktionen mitbekommen hatten.
Es war eine hochschulöffentliche Veranstaltung, sodass auch einige Studenten des ersten Semesters im Saal saßen. Und auch aus den anderen Jahr- und Studiengängen waren Kommilitonen gekommen, was mich sehr freute. Gleich als erstes, früh um zehn Uhr, lief unser Film. Im Anschluss gab es eine kurze Fragerunde. Moderiert wurde diese von unserer Professorin. Die Kommission hatte natürlich den Vorrang, Fragen zu stellen. Nachdem das Q&A vorbei war, mussten alle bis auf die Kommission den Saal verlassen. Nach zehn Minuten wurden meine Kommilitonen und ich wieder herein gebeten, um unsere Note für den Film zu erhalten.
Wir wurden mit der Note sehr gut ausgezeichnet. Auch wenn das wenig Relevanz hat für ein künstlerisches Zeugnis, war es doch eine sehr schöne persönliche Bestätigung für die intensive Arbeit, die wir in unser Projekt gesteckt haben. Mit dieser Note erhielten wir auch unser Vordiplom und gehen damit jetzt vom Grund- ins Hauptstudium über.
Kurz bevor wir dann in die Pause entlassen wurden, drückte ein Mitarbeiter unserer Abteilung uns einen Brief in die Hand. Diesen hatten wir vor einem Jahr in einem Seminar mit ihm an unser Zukunfts-Ich geschrieben. Ich las ihn erst ein paar Tage später, weil ich mir Zeit und Ruhe dafür nehmen wollte. Einige Angst und Unsicherheit konnte ich da raus lesen, aber auch sehr viel Zuversicht und den festen Glauben daran, einen guten Job zu machen. Seit damals hat sich vieles verändert und irgendwie bin ich da ganz froh drüber.

Autor: Conny   |  Rubrik: orientieren  |  Nov 15, 2019