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Bachelor live

Co-Referent

Vor zwei Jahren lernte ich bei einer Veranstaltung bei uns an der Filmhochschule in München einen Dozenten der Deutschen Journalistenschule kennen. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut und aus dem anfänglichen professionellen Kontakt wurde zunehmend Freundschaft.
Eine große Rolle dabei spielte ein Seminar, das er jedes Jahr in der Schweiz veranstaltet. Es trägt den Titel „Reportage und Dokumentarfilm“. Eine Woche lang werden in einem exklusiven Hotel in den Schweizer Bergen Journalisten verschiedener Zeitungen darin geschult, spannende Reportagen zu schreiben. Dabei wird ein interessanter Ansatz verfolgt: Gut geschriebene Reportagen sind nichts anderes als Dokumentarfilme in Textform. In dem Seminar wird also das Schreiben mit Hilfe filmischer Gestaltungsmittel gelehrt. Wie lässt sich sprachlich eine Totale von einer Großaufnahme unterscheiden? Ist der Text in Farbe oder in Schwarz-weiß? Welche Rückschlüsse lassen sich anhand von Dokumentarfilmen auf die Dramaturgie und Herangehensweise in Text-Reportagen ziehen?
Im interdisziplinären Austausch zwischen Bewegtbild und Text ist ein wichtiger Teil des Seminars, das Schauen und Analysieren von Dokumentarfilmen. Und hier kam ich ins Spiel. Für mich war es nicht komplett neu, über Filme und deren Gestaltungsmittel zu referieren. Im Rahmen meines FSJs hatte ich bereits Kurse mit Schülern und Geflüchteten gemacht, aber dieses Seminar war nochmal eine ganz andere Liga. Im Grunde war es für mich auf jeder Ebene ein Höhepunkt. Ich konnte mit Journalisten verschiedener Zeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz netzwerken und für meinen Lebenslauf war es eine renommierte Ergänzung. Das Ganze wurde sogar noch entlohnt und was für mich eigentlich das Schönste war: Ich konnte eine Woche an einem traumhaft schönen Ort verbringen mit einem Freund, der mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen war.
Dieses Jahr durfte ich wieder als Co-Referent auftreten. Die Inhalte meines Seminarteils wiederholte ich stellenweise, aber ich stellte auch einige Sachen um. Nach dem Feedback des vergangenen Jahres wusste ich, was gut funktionierte und was noch verbessert werden musste. Auch wenn die Gruppendynamik anders war als beim letzten Mal, hatte ich doch das Gefühl, dass es insgesamt sehr gut ankam und stimmig wirkte. Vor allem die familiäre Atmosphäre gefiel mir wieder sehr gut. So wurde das Seminar schon zum zweiten Mal eine tolle Erfahrung für mich, denn auch beruflich kann ich mir gut vorstellen, später Workshops und Ähnliches in diesem Bereich zu geben.

Bachelor live

Das Protokoll

Vor kurzem entdeckte ich einen alten Kalender von mir aus dem Jahr 2018. Damals schrieb ich neben allen möglichen Terminen und Aufgaben, die anstanden, auch meinen Tagesablauf in die Notizen. Auch wenn manche das ein wenig spießig finden mögen, ist das doch ein Ritual gewesen, dass ich sehr gut fand zu dieser Zeit. Ich hatte mir das bei einem älteren Freund der Familie abgeschaut, der seit vielen Jahren jeden seine Tage genau protokolliert.
Leider habe ich nur einen Monat lang diese Disziplin aufrechterhalten können. Danach habe ich vereinzelt nochmal versucht, Dinge aufzuschreiben, es dann aber irgendwann ganz aufgegeben. Zu lesen, was ich im Januar 2018 Banales und Entscheidendes getrieben habe und mir die Chronologie und die Bilder dieser Tage wieder vor Augen zu rufen, war so ein gutes Gefühl, dass ich beschloss, wieder damit anzufangen.
Ein sehr schönes in schwarzes Leder eingebundenes Notizheft hatte ich noch zu Hause. Da ich nur meine Tagesabläufe festhalten wollte, brauchte ich keinen Kalender mehr. Heute habe ich alle Termine digital in meinem Handy-Kalender gespeichert und eine digitale To-Do-Liste, die ich täglich anpasse und verändere.
Seit zwei Wochen schreibe ich jeden Abend in Stichpunkten auf, was an diesem Tag passiert ist. Ich schreibe auf, was ich wo getan, welche Musik ich gehört, was ich gegessen und vergessen habe und noch vieles mehr. Natürlich ist das kein nervenaufreibender Krimi, den man hier zu lesen bekommt, aber darum geht es ja nicht.
Ich habe diese Tätigkeit sofort wieder in Herz geschlossen. Nicht nur, dass ich dadurch Erinnerungen sammle und festhalte für später. Nein, ich denke auch nochmal ganz anders über das Tagesgeschehen nach und kann für mich eine Art Fazit ziehen. War das ein guter Tag, war er langweilig, produktiv, schön, lustig oder eintönig? Das hilft mir, mein Leben bewusster wahrzunehmen.
Bisher war es eher ein Urlaubstagebuch, als eine wirkliche Dokumentation meines Alltags. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt, wenn ich diese Woche wieder in das normale Uni-Leben starte und nicht mehr so viel Zeit oder Energie haben werde. Dass ich es diesmal länger als nur einen Monat lang durchhalten werde, hoffe ich sehr!

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Oct 30, 2019

Bachelor live

Alles Neu

Am Ende kommt immer alles anders als man denkt – dieses Sprichwort nehme ich aus dem letzten halben Jahr mit. Nachdem ich die Klausuren im ersten Semester Physik erfolgreich ablegte, hatte ich die Bestätigung, dass ich intellektuell dazu fähig bin, so einen anspruchsvollen Studiengang zu studieren. Auf dieser Erkenntnis aufbauend, schmiedete ich also neue Pläne. Meine WG, in der ich bislang nur zur Zwischenmiete gewohnt hatte, bot mir einen richtigen Mietvertrag an, den ich annahm. Der Stromvertrag, der bislang auf meinen Vormieter angemeldet war, ging nun auf mich über. Und Überlegungen, mich ehrenamtlich zu engagieren, begann ich allmählich in die Tat umzusetzen.
Kurzum: Ich begann mich in Jena wohnlich einzurichten und mich auf längere Sicht zu binden. Als das neue Semester begann, kamen wieder die altbekannten Sorgen des Studierens. Wie soll ich das jemals alles verstehen? Wann mache ich all meine Hausarbeiten? Und in welche Vorlesung lohnt es sich zu gehen? Im ersten Semester konnte ich diese Fragen noch mit dem Schwung des Ersti-Daseins beantworten: So lange durchlesen, bis es verstanden ist und zur Not in der Nacht noch Übungen rechnen. Doch jetzt, im zweiten Semester, sorgte meine schwindende Motivation dafür, dass ich diese Fragen nicht mehr so voller Elan beantworten konnte. Ich erwischte mich immer öfter dabei, mich in Vorlesungen nur noch berieseln zu lassen, statt das Gesagte wirklich zu hinterfragen und verstehen zu wollen. Je weiter das Semester vorrückte, desto weniger verstand ich. Selbst wenn ich Aufgaben jetzt selbst hätte lösen wollen, wäre es mir nicht gelungen. Ich befand mich also in einer ziemlichen Zwickmühle. Einerseits hatte ich mich in Jena jetzt erst so richtig eingelebt, andererseits würde ich mit meiner derzeitigen Motivation in den Prüfungen scheitern. In der Mitte des Semesters zog ich also die Reißleine. Zum Glück hatte ich in meinem Hinterkopf noch einen Plan B und dieser lautete: Forstwissenschaften. Ich weihte meine Freunde, meine Eltern und meine Vermieterin (der ich eigentlich unterschrieben hatte, mindestens ein Jahr ihre Wohnung zu mieten) in meine Entscheidung ein. Auch wenn mein Plan B nicht bei jedem auf Begeisterung stieß, sicherten mir am Ende alle ihre Unterstützung zu. Ein neuer Abschnitt konnte beginnen.

Autor: Hannes  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 23, 2019
Autor: Hannes
Rubrik: orientieren
Oct 23, 2019