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Bachelor live

Zweitwohnsitz Bibliothek

Unlängst habe ich die wohl bis dato stressigste Woche meines universitären Lebens hinter mich gebracht. Die Überlegungen, einen Zweitwohnsitz in der Bibliothek anzumelden, waren definitiv berechtigt.
Dass ich die Bib teilweise um 10 Uhr des einen Morgens betrat und um 5 Uhr am nächsten wieder verließ, hing natürlich mit der Prüfungszeit in Leipzig zusammen. Und mit dem persönlichen Zeitmanagement des Autoren, der natürlich erst vier Tage vor dem Abgabetermin mit dem Schreiben der Hausarbeit begann. Und damit, dass sein Rechner eben genau in jener Woche den Abgang machte und nur noch Quadrate auf dem Bildschirm anzeigte.
Zum Glück kann man in den zwei Hauptbibliotheken der Leipziger Uni die dortigen PCs benutzen. Es ist nett in der Bib während der Prüfungszeit. Sitzt man im Lesesaal, treiben einen das Klickern der Tastaturen und das Rauschen der Kugelschreiber auf Papier zu eigenen Höchstleistungen an. Geht man vor die Tür, trifft man Bekannte. Sie schnappen Luft, essen einen Happen, machen eine Raucherpause. Gefahr, dass man sich verquatscht, besteht nicht, wollen doch alle produktiv sein und weiterkommen. Die Bibliotheca Albertina heißt einen in der Prüfungszeit auch an den Sonntagen willkommen, die Campusbibliothek hat 24 Stunden an sieben Tagen die Woche geöffnet.
In Letzterer landete auch ich, zwischen alle den anderen Gestrandeten der Nacht. Ich bin gern dort, in der Campus-Bib. Die Designerstühle sind außerordentlich schön, man hat Platz zum Arbeiten, nachts halten einen die Toilettengänge wach. Ich hatte einen guten Tisch am Fenster, um von hier aus den Sonnenaufgang zu sehen. Mit mir waren noch zwei andere Herrschaften zu später Stunde in der Bib. Wer von uns dreien sollte wohl am längsten hier bleiben? Ab und an warfen wir uns Blicke zu. Gegen Mitternacht machte der Erste den Abgang. Gegen 2 Uhr auch ich, allerdings nur, um beim 24 Stunden geöffneten Fast-Food-Restaurant am Bahnhof eine Stärkung und frischen Kaffee zu besorgen. Wieder an der Arbeit kam ich gut voran. Seite um Seite füllte sich. Um 5 Uhr strich ich die Segel – und ging nicht als Letzter.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jul 18, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jul 18, 2017

Bachelor live

Ausflug in die Unistadt Marburg

Jüngst entdeckte ich wieder einmal die Schönheiten des eigenen Landes und unternahm eine Reise nach Hessen. Es war mein erster richtiger Besuch in Marburg – und ich bin mir sicher, dass ich wiederkommen werde.
Die 73.000 Einwohner haben es gut hier. Die historische Oberstadt erreicht man mit einem Aufzug und dort angekommen, ist das Zeitreisegefühl perfekt – Fachwerk so weit das Auge blickt. Bemerkenswert ist, dass die historische Bausubstanz nicht nur von Anwälten gemietet wird oder Büros großer Unternehmen beherbergt, sondern dass in all den alten Häuschen, ja gar am Marktplatz, auch viele Studierende leben. Selbst am Landgrafenschloss – das keine Burg ist, wie der Name der Stadt vermuten lässt, und von dem man einen ganz hervorragenden Blick hat – prangt ein buntes Banner: „WG-Zimmer zu vermieten“.
Dass in Marburg jede Menge Studierende wohnen, merkt man allerorts in den Straßen. Einst war die Marburger Uni eine der ersten protestantischen im deutschen Raum; Marburg war eine reformierte Insel im katholischen Umland. Heute macht sich Marburg auch durch die linke Gesinnung der Bevölkerung einen Ruf, was sich zum Beispiel an Stickern an Ampeln, in Gesprächen oder in den Sprüchen auf der Bibliothekstoilettentür bemerkbar macht. Diese Uni-Bibliothek kann sich im Übrigen leider keineswegs mit der in Leipzig messen – es mangelt an Steckdosen und Beleuchtungen.
Neben den Studierenden der Uni, sind auch Blinde und Sehbehinderte eine große Gruppe unter den Marburgern. Das Klackern der Blindenstöcke auf dem Boden gehört hier zum Alltag. In der ganzen Stadt finden sich Blindenstreifen und zahlreiche Ampeln, um das Überqueren der Straßen zu erleichtern. An den Bushaltestellen erfährt man per Knopfdruck die aktuelle Uhrzeit und, wann der nächste Bus kommt. Die ortsansässige Blindenstudienanstalt ermöglicht Blinden und Sehbehinderten das Studieren. Auch an der Universität ist man auf sie eingestellt: Jeder dritte blinde Studierende in Deutschland studiert in Marburg. Und der Marburger Verein SSG Blista steht ganz oben in der Tabelle der Blindenfußball-Bundesliga.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jul 11, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jul 11, 2017

Bachelor live

Welches Lehrbuch ist das richtige?

In den meisten Veranstaltungen, ob Vorlesung oder Seminar, ist die Liste der Lehrbuchempfehlungen von Professoren oder Dozenten extrem lang. Es ist deshalb unmöglich, jedes dieser empfohlenen Bücher zu lesen. Ich kenne einige Studierende, die sogar nur mit ihren Vorlesungsunterlagen und Skripten der Dozenten arbeiten und überhaupt keinen Blick in die empfohlenen Lehrbücher werfen. Ich habe in der Prüfungsphase im ersten Semester jedoch festgestellt, dass es für mich sehr hilfreich ist, noch zusätzlich zu meinen Unterlagen, ein Buch zur Hand zu haben. Der Stoff wird in einem Lehrbuch noch einmal in anderen Worten und oft mit mehr Beispielen erklärt, was mir sehr geholfen hat, alles besser zu verstehen.
Also stand ich in diesem Semester wieder vor der Frage, welches Lehrbuch ich für welches Modul anschaffen musste. Sachliteratur ist leider in der Regel ziemlich teuer, weswegen die Wahl gut überlegt sein will. Aber es ist gar nicht so einfach, aus der langen Liste das eine Buch zu finden, das für mich am nützlichsten ist. Leider ist auch nicht immer ganz ersichtlich, welches Lehrbuch nur weiterführendes Wissen vermittelt, das gar nicht klausurrelevant ist. Von Vorteil ist, dass für die Studierenden der Uni die meisten Bücher online kostenlos verfügbar sind. Bevor ich mich also für ein Buch entscheide, habe ich erst einen Blick in das E-Book geworfen, um zu sehen, ob sich die Inhalte mit denen der Vorlesung decken. Und auch Rezensionen über das jeweilige Buch helfen mir bei meiner Entscheidung sehr.
Um Geld zu sparen, könnte ich natürlich auch ausschließlich mit der elektronischen Quelle arbeiten. Allerdings tun mir bei einem richtigen Buch nicht schon nach kurzer Zeit vom Lesen die Augen weh. Außerdem kann ich darin blättern, markieren und so viele Randnotizen machen, wie ich möchte. Hinzu kommt, dass ich es problemlos einpacken und beispielsweise auch in der Bahn lernen kann.
Natürlich muss jeder für sich selbst wissen, ob es sinnvoll ist, ein Lehrbuch anzuschaffen oder nicht. Nach meiner Erfahrung ist es aber auf jeden Fall hilfreich und es lohnt sich, dieses Geld zu investieren.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Jul 5, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Jul 5, 2017