Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Bachelor live

Goldene Wiesn

Meine liebste Jahreszeit ist der Herbstanfang. Wenn die Blätter schon anfangen bunt zu werden und der letzte Rest Sommer noch durch die Äste scheint – da fühle ich mich allgemeinhin am wohlsten. In meinem Wohn- und Studienort München allerdings, wird diese Idylle jedes Jahr durch ein brachiales Ereignis unterbrochen: das Oktoberfest. Millionen von Menschen strömen innerhalb von drei Wochen auf die Theresienwiese, die U-Bahnen sind komplett überfüllt und der Massentourismus kleidet sich in den Deckmantel der Tradition – er trägt Lederhosn und Dirndl. Ich selbst wohne in unmittelbarer Reichweite all dessen. Wenn also in den Zelten das Bier strömt, dann weiß ich, es ist Zeit für mich, diese sonst zu schöne Stadt zu verlassen.
Deshalb habe ich mir zwei Wochen Urlaub verschrieben. Wenn ich Leuten davon erzähle, dass ich mir im Oktober vierzehn Tage Pause gönne, staunen die meisten sehr und sind überrascht. Dann berichte ich von meinen vergangenen Wochen und Monaten, dass ich seit Mai auch an den Wochenenden quasi durchgearbeitet habe und jetzt, am Ende dieses Sommers, selbst ziemlich am Ende bin.
Seit Juli habe ich zwei Dokumentarfilm-Projekte gedreht, eines davon fertig geschnitten und nebenher noch für meinen Nebenjob kleinere Sachen gedreht. Insgesamt war das für mich ein noch nie da gewesenes Pensum. Es hat mir alles große Freude bereitet, aber Energie hat es natürlich trotzdem gezogen. Mit meinen Kommilitonen habe ich ab und zu darüber gesprochen, dass man vor allem in unserem Bereich aufpassen muss, nicht zu viel zu machen. Tatendrang und eigenes Befinden lassen sich manchmal nicht leicht in Einklang bringen. Was das angeht, habe ich meine Grenze nicht überschritten, glaube ich. Aber für diese Gratwanderung habe ich in diesem Sommer ganz gute Messinstrumente ausgebildet und auch viel über mich selber gelernt.
So lautet eine alte und doch immer wieder neue Erkenntnis: Für mein Gemüt ist es besser, die Wiesn nicht zu betreten oder einfach gleich in den Urlaub ab zu düsen. Neue Energie für anstehende Aufgaben und Projekte lohnt es sich definitiv zu sammeln.

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Oct 11, 2019
Autor: Conny
Rubrik: studium
Oct 11, 2019

Bachelor live

Brillenschlange

Als ich von meinem Praktikum aus Zypern zurückgekommen bin, hatte ich einige Dinge, die ich erledigen wollte, bevor mein Pflichtpraktikum in Deutschland anfing. Auf der Liste stand auch: eine neue Brille zu kaufen. Ich habe zwar Kontaktlinsen, aber im Moment nerven sie mich total. Gerade wenn ich müde bin, habe ich gar keine Lust, sie morgens einzusetzen. Meine Brille mag ich zwar, aber manchmal finde ich es einfach ohne Brille schöner. Sobald ich in eine Bar gehe oder eine besondere Veranstaltung auf der Arbeit ansteht, habe ich mir in den vergangenen Monaten Kontaktlinsen eingesetzt, obwohl ich das eigentlich eher unangenehm finde.
Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, woran das liegt, und bin zu dem Schluss gekommen, dass auch Filme und Serien eine Rolle spielen. Wenn ich mir meine Lieblingstitel auf Netflix anschaue, gibt es dort keine einzige Hauptfigur, die eine Brille trägt. Manche setzen ab und zu mal eine Brille auf, entweder wenn sie besonders schlau wirken wollen oder wenn es schon spät ist und sie keinen Besuch mehr erwarten. In der letzten Zeit ist mir bewusst geworden, wie sehr das auf mich abgefärbt hat: Ich verbinde meine Brille total mit dem Klischee einer Brillenschlange – schlau und ein bisschen langweilig.
Auch spielt es wohl eine Rolle, ob die Brille im eigenen Umfeld etwas Normales ist: Als ich mein Auslandssemester in Taiwan gemacht habe, hatte ich ganz viele Freunde, die eine Brille trugen: Da war es plötzlich ganz normal. In meiner Zeit auf Zypern war das nicht so und ich habe wieder öfters zu den Kontaktlinsen gegriffen. In meiner Familie tragen alle Brillen: Wenn ich übers Wochenende zu meinen Eltern fahre, würde ich auch nie auf die Idee kommen, Kontaktlinsen zu benutzen.
Für die nächste Zeit habe ich mir vorgenommen, öfters meine Brille in Situationen zu tragen, in denen ich früher Kontaktlinsen eingesetzt habe. Wenn ich nicht mehr die Einzige sein will, die auch mit Brille auf der Nase feiern geht und die Brille eigentlich auch ganz cool findet, muss ich wohl den ersten Schritt machen.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 10, 2019

Bachelor Live

Vorbei, vorbei

Es ist vorbei - Ich darf mich offiziell Bachelorette nennen und stolz auf meine mit 1,0 bestandene Bachelorprüfung sein. Für die Prüfung habe ich mir letzte Woche zwei Tage frei genommen und bin mit zitternden Knien nach Heidelberg gefahren. Die Fahrt und auch die Nacht bis zur Prüfung waren alles andere als angenehm. Die schlimmsten und größten Selbstzweifel nagten an mir und ich malte mir alle möglichen Horrorszenarien aus. In diesen wirklich unschönen Stunden habe ich mich bei einigen Freunden gemeldet um meine irrationalen Ängste zu teilen. Ich kann es nachvollziehen, dass es einige nicht ernst nahmen und mir gesagt haben ich soll mich zusammenreißen. Wirklich dankbar bin ich jedoch denen, die empathisch reagiert und mich aufgemuntert haben. In dieser Situation wusste ich auch, dass mir keiner helfen oder mir einen guten Ratschlag geben kann. Das brauchte ich auch gar nicht, sondern nur jemanden, der mir sagt, dass alles gut wird. Die Prüfung selber bin ich ziemlich nervös angetreten, aber durch meinen wirklich sehr sympathischen Betreuer konnte ich mich schnell sammeln und mit Wissen glänzen. Nach der Prüfung hatte ich das Gefühl endlich wieder atmen zu können. Die ganzen Wochen zuvor konnte ich durch das Praktikum und das Lernen wenig schlafen. Auf einmal war das alles vorbei und diese Last von meinen Schultern. Als mir mein Betreuer danach sagte, dass ich die Prüfung mit einer 1,0 bestanden habe, war das ein ziemlich gutes Gefühl. Mit dieser Nachricht im Rücken konnte ich mir dann auch die Muße nehmen, von Heidelberg und meinen dortigen Freunden Abschied zu nehmen und einen ersten Anflug von Traurigkeit zu verspüren. Es waren drei sehr intensive Jahre in dieser kleinen Stadt.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 9, 2019
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
Oct 9, 2019