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Bachelor live

Die Abnahme

An der Filmhochschule erbringen wir unsere Prüfungsleistungen in Form von Filmprojekten. Dafür erhalten wir in der Realisation der Projekte finanzielle und inhaltliche Unterstützung von der Hochschule. Unsere fertigen Filme werden anschließend von einer Prüfungskommission, die aus Professoren und künstlerisch-wissenschaftlichen Mitarbeitern der Hochschule besteht, angeschaut und bewertet. Der Zweitjahresfilm ist der erste, der innerhalb unseres Studiums benotet wird. Ich habe gemeinsam mit zwei Kommilitonen diesen Film umgesetzt, weshalb wir auch gemeinsam bewertet wurden.
An einem Tag wurden die vier kurzen Dokumentarfilme, die im Rahmen des Seminars entstanden sind, in einem Kino unserer Hochschule gezeigt. Es war sehr spannend, die Filme unserer Kommilitonen zu sehen, da wir nur vereinzelt etwas von ihren Produktionen mitbekommen hatten.
Es war eine hochschulöffentliche Veranstaltung, sodass auch einige Studenten des ersten Semesters im Saal saßen. Und auch aus den anderen Jahr- und Studiengängen waren Kommilitonen gekommen, was mich sehr freute. Gleich als erstes, früh um zehn Uhr, lief unser Film. Im Anschluss gab es eine kurze Fragerunde. Moderiert wurde diese von unserer Professorin. Die Kommission hatte natürlich den Vorrang, Fragen zu stellen. Nachdem das Q&A vorbei war, mussten alle bis auf die Kommission den Saal verlassen. Nach zehn Minuten wurden meine Kommilitonen und ich wieder herein gebeten, um unsere Note für den Film zu erhalten.
Wir wurden mit der Note sehr gut ausgezeichnet. Auch wenn das wenig Relevanz hat für ein künstlerisches Zeugnis, war es doch eine sehr schöne persönliche Bestätigung für die intensive Arbeit, die wir in unser Projekt gesteckt haben. Mit dieser Note erhielten wir auch unser Vordiplom und gehen damit jetzt vom Grund- ins Hauptstudium über.
Kurz bevor wir dann in die Pause entlassen wurden, drückte ein Mitarbeiter unserer Abteilung uns einen Brief in die Hand. Diesen hatten wir vor einem Jahr in einem Seminar mit ihm an unser Zukunfts-Ich geschrieben. Ich las ihn erst ein paar Tage später, weil ich mir Zeit und Ruhe dafür nehmen wollte. Einige Angst und Unsicherheit konnte ich da raus lesen, aber auch sehr viel Zuversicht und den festen Glauben daran, einen guten Job zu machen. Seit damals hat sich vieles verändert und irgendwie bin ich da ganz froh drüber.

Autor: Conny   |  Rubrik: orientieren  |  Nov 15, 2019

Bachelor live

Ein langer Sommer

Durch meine Entscheidung, das Physikstudium abzubrechen, war ich auf einmal mit sehr viel freier Zeit gesegnet. Weder musste ich die Vorlesungen besuchen, wenn ich nicht wollte, noch musste ich Übungsserien bearbeiten und pünktlich abgeben, um meine Prüfungszulassung zu erhalten.
Klar, ich musste mich um einen neuen Studiengang kümmern und ein paar Experimente an der Uni wollte ich auch noch bearbeiten, um wenigstens eine Studienleistung in diesem Semester zu erreichen. Abgesehen davon war ich aber frei in meiner Tagesgestaltung. Wenn mir danach war, packte ich morgens meinen Rucksack und machte mich einen Tag auf Wanderschaft, sammelte Obst oder machte einen Ausflug nach Erfurt.
Forstwissenschaften hatte ich schon vor meinem Studienbeginn in Physik als Alternative auserkoren. Aus ideellen Gründen hatte ich mich zunächst dagegen entschieden. Nun sollte es doch dazu kommen. Tharandt, die Fakultät in Dresden hatte ich mir im Jahr zuvor schon angesehen, in meiner engeren Wahl stand noch Freising. Ich schlief bei einer Freundin in München und schlenderte dann tags darauf gemütlich über den Freisinger Campus.
Anders als ich es von der Jenaer Universität gewohnt war, schwebten die Gebäude nicht zwischen altehrwürdig und 70er-Jahre-Bausünde, sondern wirkten, als würden sie aus einem Architekturentwurf stammen. Die finanziellen Mittel der TU München, zu der die Fakultät gehört, waren deutlich spürbar. Trotzdem war das Gelände nicht unwirtlich und steril, sondern machte mit seinen vielen Grünanlagen und üppigen Bepflanzungen einen sehr sympathischen und lebenswerten Eindruck auf mich.
Kurz und knapp: Diese positive Erfahrung und die kürzere Anreise in meine Heimatstadt Stuttgart waren schlussendlich die Argumente, warum ich mich in Freising eingeschrieben habe.
Den Rest des Sommers konnte ich entspannt verbringen, meine Zukunft war in geregelten Bahnen. Mit dem Umzug und Urlaub mit der Familie verging die Zeit bis zu meinem Neubeginn schneller als gedacht.

Autor: Hannes  |  Rubrik: studium  |  Nov 14, 2019
Autor: Hannes
Rubrik: studium
Nov 14, 2019

Bachelor live

Co-Referent

Vor zwei Jahren lernte ich bei einer Veranstaltung bei uns an der Filmhochschule in München einen Dozenten der Deutschen Journalistenschule kennen. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut und aus dem anfänglichen professionellen Kontakt wurde zunehmend Freundschaft.
Eine große Rolle dabei spielte ein Seminar, das er jedes Jahr in der Schweiz veranstaltet. Es trägt den Titel „Reportage und Dokumentarfilm“. Eine Woche lang werden in einem exklusiven Hotel in den Schweizer Bergen Journalisten verschiedener Zeitungen darin geschult, spannende Reportagen zu schreiben. Dabei wird ein interessanter Ansatz verfolgt: Gut geschriebene Reportagen sind nichts anderes als Dokumentarfilme in Textform. In dem Seminar wird also das Schreiben mit Hilfe filmischer Gestaltungsmittel gelehrt. Wie lässt sich sprachlich eine Totale von einer Großaufnahme unterscheiden? Ist der Text in Farbe oder in Schwarz-weiß? Welche Rückschlüsse lassen sich anhand von Dokumentarfilmen auf die Dramaturgie und Herangehensweise in Text-Reportagen ziehen?
Im interdisziplinären Austausch zwischen Bewegtbild und Text ist ein wichtiger Teil des Seminars, das Schauen und Analysieren von Dokumentarfilmen. Und hier kam ich ins Spiel. Für mich war es nicht komplett neu, über Filme und deren Gestaltungsmittel zu referieren. Im Rahmen meines FSJs hatte ich bereits Kurse mit Schülern und Geflüchteten gemacht, aber dieses Seminar war nochmal eine ganz andere Liga. Im Grunde war es für mich auf jeder Ebene ein Höhepunkt. Ich konnte mit Journalisten verschiedener Zeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz netzwerken und für meinen Lebenslauf war es eine renommierte Ergänzung. Das Ganze wurde sogar noch entlohnt und was für mich eigentlich das Schönste war: Ich konnte eine Woche an einem traumhaft schönen Ort verbringen mit einem Freund, der mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen war.
Dieses Jahr durfte ich wieder als Co-Referent auftreten. Die Inhalte meines Seminarteils wiederholte ich stellenweise, aber ich stellte auch einige Sachen um. Nach dem Feedback des vergangenen Jahres wusste ich, was gut funktionierte und was noch verbessert werden musste. Auch wenn die Gruppendynamik anders war als beim letzten Mal, hatte ich doch das Gefühl, dass es insgesamt sehr gut ankam und stimmig wirkte. Vor allem die familiäre Atmosphäre gefiel mir wieder sehr gut. So wurde das Seminar schon zum zweiten Mal eine tolle Erfahrung für mich, denn auch beruflich kann ich mir gut vorstellen, später Workshops und Ähnliches in diesem Bereich zu geben.