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Studentenleben live

Gefühlte Halbzeit

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

25.11.2015

Seit nunmehr zwei Monaten rackere ich mich für das zweite Semester im Master Geoökologie ab. Das Pendeln zwischen meinem Wohnort Nürnberg und meinem Studienort Bayreuth wurde so anstrengend, dass ich Maßnahmen ergreifen muss, damit ich in zwei weiteren Monaten auch noch senkrecht stehe. Folgende Dinge bin ich zur Stressprävention angegangen:

 

  • Ich lasse nun je nach Gemütszustand die Vorlesung montagabends weg und versuche stattdessen Vorlesungsunterlagen zu wälzen.
  • Da ich das Talent habe, mit wirklich jedem Menschen, der mir begegnet, ein Gespräch über Gott und die Welt anzufangen, versuche ich damit kürzer zu treten und mich nur noch auf solche „Sinn des Lebens“-Gespräche einzulassen, in die ich hineingezwungen werde.
  • Mein Mann bringt mir verschiedene Praktiken der Meditation bei. Dazu gehören Mandala malen und Atemübungen, die ich mit liturgischen Gebeten verbinde. Diese Atemübungen funktionieren bei mir unglaublich gut, was mich total freut und beruhigt.
  • Ich trinke nur noch sehr selten Kaffee. Tees werden meiner Meinung nach in Deutschland eindeutig unterschätzt.
  • Ich versuche meine Beteiligung im Haushalt auf ein Minimum zu beschränken.
  • Ich muss etwas an meinem Arbeitspensum ändern, daher werde ich wohl die große Fall-Klausur im Öffentlichen Recht, bei der ich ein juristisches Gutachten erstellen muss, auf nächstes Wintersemester verschieben.

Der letzte Punkt fällt mir noch schwer. Gerade weil ich pendle, habe ich gehofft, schon dieses Semester möglichst viele Prüfungen zu schaffen. Mir fällt es schwer zu akzeptieren, dass mir das Ganze aber zu sehr an die Substanz geht. Schließlich würde das im Ernstfall bedeuten, dass ich in der ersten Februarwoche sechs Klausuren schreiben müsste, davon jeweils zwei am gleichen Tag.

Ich werde darüber im Zug noch etwas Meditieren: „Jesus Christus (einatmen) – Erbarm dich meiner (ausatmen)“. Also ihr da draußen, immer schon gechillt bleiben.

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