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Studentenleben live

Rein in die Praxis

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

17.11.2015

Die ersten zwei Wochen meines Verlangspraktikums habe ich nun hinter mir und zum ersten Mal habe ich das Gefühl, in Zukunft vielleicht doch nicht als Taxifahrerin enden zu müssen. Viele der Mitarbeiter haben Germanistik studiert, einige auch Geschichte oder eine ähnliche Kulturwissenschaft. Das also ist es, was ich am Ende mit meinem Studium anfangen kann – diese Perspektive gefällt mir ausgesprochen gut.

Das achtwöchige Praktikum, das ich in dem Göttinger Verlag absolviere, ist zwar unbezahlt, aber immerhin kann ich hier wirklich etwas lernen. Endlich kann ich sogar einmal das theoretische Wissen, das ich mir innerhalb der vergangenen drei Jahre im Studium angeeignet habe, praktisch anwenden. Die Dinge, die zu meinem Tätigkeitsbereich gehören, sind außerdem spannend und vielfältig! Am meisten beschäftige ich mich mit Manuskripten, lese unverlangt eingesendetes Material oder überprüfe die vorgenommenen Korrekturen. Das bedeutet, dass ich Texte durchsehen muss, die zuvor von Projektbetreuern auf jegliche Art von Fehlern überarbeitet wurden. Dabei habe ich wirklich das Gefühl, einen sinnvollen Beitrag zu dem entstehenden Buch zu leisten. Am schönsten ist es aber natürlich, wenn ich für meine sorgfältige Arbeit gelobt werde. Denn jeder Fehler, den ich noch finde, erscheint später nicht mehr im fertigen Buch. Ansonsten digitalisiere ich die Autoren- und Herausgeberverträge und erstelle Literaturlisten. Jetzt verstehe ich sogar, wieso ich mir beim Schreiben von Hausarbeiten so viel Mühe mit dem Literaturverzeichnis machen muss. Dank dieser Arbeit, die ich vorher meistens eher als nervig empfand, bin ich heute ein Profi im Ordnen und Vereinheitlichen von Literaturangaben und mache das mit links.

Ich bin bisher ziemlich zufrieden mit meinem Praktikum und bin mir auch sicher, dass das so bleiben wird. Es fühlt sich toll an, seinen Teil zur täglichen Verlagsarbeit beitragen zu können. Am besten gefällt es mir, ein neues Manuskript in den Händen zu halten und zu wissen, dass die Meinung der Verlagsmitarbeiter über die Zukunft des hoffnungsvollen Autors entscheidet. Ich muss also nicht bloß abspülen oder Kaffee kochen, sondern darf bei allem dabei sein. Morgen früh geht es wieder los und auch, wenn ich chronisch ein bisschen übermüdet bin, freue ich mich jetzt schon wieder riesig auf das, was mich erwartet. In dem Verlagsteam habe ich wirklich das Gefühl dazuzugehören, wenn auch nur für eine beschränkte Zeit.

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