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Studentenleben live

Zwischen den Welten

Autor:
Nele

Rubrik:
studium

05.05.2015

Anfang März war es soweit: Die Abschlussklausur stand vor der Tür. Die Tage davor versuchte ich selbstverständlich, alles detailgenau zu wiederholen. Nur leider erschien mir alles andere interessanter und wichtiger. Da muss ich noch schnell die Spülmaschine ausräumen, das Zimmer aufräumen oder bei jemandem anrufen. Dementsprechend fühlte ich mich auch nicht besonders gut vorbereitet, aber das war bei mir eigentlich noch nie der Fall und meistens ging es dann doch gut. Vor einer Prüfung fahre ich mit einer „Wird schon schiefgehen“-Mentalität immer noch am besten. Und wenn ich doch mal durchfalle, dann geht das Leben auch weiter. Ist alles halb so schlimm.

Wenn man sich an der Fernuni Hagen zu einer Klausur anmeldet, muss man auch gleich den dazugehörigen Klausurort bestimmen: Diese Klausuren finden dann meist an den dort ansässigen Universitäten statt. Wohnt man im Ausland und es gibt keine mit der Fernuni Hagen kooperierende Universität, ist es auch möglich, die Prüfung beispielsweise bei der deutschen Botschaft oder dem Goetheinstitut abzulegen. Ich konnte zu einer Hochschule in meiner Nähe fahren. Da der Bahnhof dort zu weit von der Universität entfernt war, fuhr ich mit dem Auto. Allerdings hatte ich nicht mit dem typischen Großstadtverkehr gerechnet, der mir alles abverlangte und mir schon vor der Prüfung sämtliche Nerven raubte. Endlich im Parkhaus angekommen, musste ich schon die nächste Hürde überwinden, die darin bestand, die Universität überhaupt nur zu finden. Glücklich stand ich letztlich vor dem Hauptportal und war erleichtert, nicht zu spät zu sein. Mit der Größe des Campus hatte ich jedoch nicht gerechnet: Bis ich das richtige Gebäude gefunden hatte vergingen dann nochmal gute zwanzig Minuten.

Die Klausur an sich war dann in Ordnung. Bei zwei der drei Teilbereiche habe ich ein relativ gutes Gefühl, was meine Antworten angeht. Mit den Fragen in der letzten Teildisziplin hatte ich hingegen nicht gerechnet. Dementsprechend war ich nicht wirklich auf diese Themen vorbereitet und tat mich etwas schwer. Hinzu kam die sauerstoffarme Luft in einem Hörsaal ohne Fenster, die mich nach zwei Stunden sehr müde werden ließ. Das Gefühl nach der Abgabe werde ich aber nie vergessen: Man fühlt sich so richtig befreit. Und mir persönlich ist es fast egal, ob ich bestanden habe oder nicht, ich war einfach nur froh, aus diesem Raum raus zu können.

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