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Studentenleben live

So schlimm wie an der Bucerius kann es nicht sein

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

10.06.2014

Kennt ihr das, wenn ihr negativ über eine Sache redet, bis sich herausstellt, dass euer Gegenüber ein ganz großer Fan davon ist? Peinlich sowas. Ich war Zeugin, als sich ein Mädchen mit einer meiner Kommilitoninnen unterhielt. Meine Kommilitonin - damals noch vor Studienbeginn – machte sich Sorgen, welche Sorte von Leuten ihr wohl in ihrem Jurastudium begegnen würde. Nichtsahnend, dass sie an der Bucerius anfangen würde, sagt das Mädchen: „So schlimm wie an der Bucerius Law School können die Jurastudenten der Uni Hamburg gar nicht sein!“ Aus Furcht vor peinlichen Momenten folgte keine Aufklärung. Aber da ist sie, die Konfrontation mit den Vorurteilen, sodass man sich gar nicht mehr traut zu sagen, wo man Jura studiert.

Als mein Vater hörte, dass ich überlege, an einer privaten Hochschule zu studieren, war er, gelinde gesagt, entsetzt. In Deutschland kostet Bildung nichts, und dann soll man einen Batzen Kohle für genau den gleichen Abschluss hinblättern, den man anderswo für einen Appel und ein Ei bekommt? Meine Vorurteile von Schnöseln und Anzugträgern konnte ich auch erst abschütteln, als ich mir die Uni dann mal selbst angeguckt habe. Und wer denkt, hier studieren nur geldgeile Karrieretypen, der irrt sich. Auf dem Campus lümmeln lauter weltoffene, interessante und interessierte Studenten herum. Durch alternative Finanzierungsmöglichkeiten tummeln sich hier prozentual genauso viele BAföG-Empfänger wie an anderen Unis. Und auch die eine oder andere Rastalocke verirrt sich hierher. Ob eine Privatuni jetzt wirklich besser ist als eine öffentliche, kann ich nicht sagen. Da habe ich keinen Vergleich. Aber die persönliche Entwicklung, die ich in den letzten zwei Jahren durchlaufen habe, spricht Bände.

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