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Studentenleben live

Warten auf die Vorfreude

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

07.02.2014

In sage und schreibe einer Woche geht es los nach Slowenien. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Dinge, die man mehr als ein halbes Jahr vorher plant, dann plötzlich erfüllen. Die Prüfungen sind fast geschafft, das Zimmer ist leer geräumt, eine Zwischenmieterin gefunden – nur eines will sich nicht einstellen: die Vorfreude. Mein Kopf ist so voll von dem Prüfungsstoff (Griechischvokabeln, um ganz genau zu sein) und all den Dingen, die ich vor der Abfahrt auf jeden Fall noch erledigen muss, dass ich keine Zeit habe, Pläne zu schmieden für die von allen hochgelobte, unvergessliche Erasmuszeit. Ich mache mir eher Sorgen darüber, was ich vor Ort noch alles machen muss. Zum Beispiel eine Wohnung zu finden.

Es ist zwar nicht überall auf der Welt so schwierig ein Zimmer zu finden wie in Freiburg, aber ich habe ein bisschen Angst davor, übers Ohr gehauen zu werden, weil ich die Landessprache nicht so gut beherrsche. Mein künftiger Vermieter könnte ausnutzen, dass nicht weiß, wie viel Geld man für ein Zimmer in Ljubljana verlangen kann und nicht jedes Wort aus dem Mietvertrag verstehe.

Und was ist mit den Studentenwohnheimen? Ja ... die sind zwar günstig, aber haben einen großen Haken: Man teilt sich ein Zimmer. Vielleicht bin ich verwöhnt, ich gebe es gerne zu, aber nachdem ich mir 18 Jahre lang ein Zimmer mit meiner Schwester geteilt habe, möchte ich mir wirklich nie wieder ein Zimmer teilen müssen. Und schon gar nicht mit einer fremden Person. Die dann womöglich mitten in der Nacht mit all ihren Freunden ins Zimmer platzt, oder am liebsten zum Einschlafen Heavy Metal hört! Oder, oder, oder. Die Liste der möglichen furchtbaren Angewohnheiten meiner potenziellen Mitbewohnerin könnte unendlich fortgeführt werden.

Und wie ich mit meinem sehr rudimentären Slowenisch den Vorlesungen folgen soll, weiß ich auch noch nicht. Das ist aber halb so wild, denn ich bin noch nicht einmal sicher, welche ich belegen soll. Ich sitze also in meinem kahlen, leeren Zimmer (mit niemandem, außer meinen Pflanzen) lerne noch für die kommenden Prüfungen und warte auf sie: die Vorfreude.

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