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Studentenleben live

Vier auf einen Streich

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

11.11.2013

Die Diagnose stand eigentlich schon vor fast einem Jahr, aber im „unbequeme Tatsachen verdrängen“ bin ich Champion. Alle vier Weisheitszähne sollten mir gezogen werden und zwar möglichst schnell, schließlich begannen meine Schneidezähne sich merklich in alle Himmelsrichtungen zu verschieben. Erst als mir irgendwann klar wurde, dass mir eine feste (!) Zahnspange drohte, sollte ich den Termin für die Zahn-OP noch weiter hinauszögern, packte mich aus der Not heraus wilder Aktionismus. Ich rief meinen Zahnarzt an und vereinbarte den Termin gleich für die erste Semesterwoche. Es sollten zunächst nur zwei Weisheitszähne gezogen werden. Wie kann man sich wegen blöder Zähne so anstellen?! Das fragte ich mich auch permanent, aber ich fühle mich so schon in jeder Arztpraxis unwohl. Die Vorstellung eines grausamen Herausreißens meiner lieben Beißerchen versetzte mich in einen Angstzustand.
Am Donnerstag schwänzte ich die Uni und ging um acht Uhr morgens meinem Untergang entgegen. Ich zitterte vor Aufregung, verbiss mich aber darin, mit dem Zahnarzt auszuhandeln, gleich alle vier zu machen. Nach einem Blick auf das Röntgenbild erklärte er sich einverstanden und die Prozedur begann.

Ich habe noch nie etwas Unentspannteres und Destruktiveres erlebt. Natürlich habe ich kaum etwas gespürt, aber der Gewaltakt, mit dem sie mir vier Zähne entrissen, zersägten und herausbrachen, war ziemlich verstörend. Das war das Schlimmste an der Sache. Ich musste insgesamt bloß zwei Schmerztabletten nehmen, sah nur einen Tag lang aus wie ein Hamster und konnte auch bald wieder gut essen. Aber das Geräusch des herausbrechenden Zahns … gruselig!

 

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