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Geschichte und Philosophie

Schlaflos durch Schokolade

Autor:

Rubrik:
studium

17.11.2009

Zwei Uhr Nachts – hellwach liege ich im Bett. Morgen keine Uni, aber doch atme ich schnell, wälze ich mich hin und her. Meine Fußzehen reiben ungeduldig, unausgelastet gegeneinander. Es klingt unter der Bettdecke wie eine Familie kleiner Nagetiere, die sich in knappen Zeiten über ein gefundenes Fressen hermacht.

Tausend Gedanken strömen auf mich ein. Gleich muss ich mich nach links drehen, die rechte Hand unter der Bettdecke hervorholen und meine Nachttischlampe anknipsen, den Füller in die Hand nehmen, mein Notizbuch aufschlagen und schreiben.

Eine ganze Tafel Bitterschokolade habe ich heute Vormittag zu einem späten Frühstück geschmolzen und über meine Brote mit Orangenmarmelade und Himbeerkonfitüre gegossen – herrlich! Heute Abend dann kochte ich mir einen halben Hokkaidokürbis und schmolz auch darin eine Tafel Bitterschokolade – wie Pudding! Ja, so schmeckte es und so war es in der Konsistenz.

Ist dies der Grund für meine weit aufgerissenen Augen? Oder sind es die vielen Gedanken, die mich gerade beherrschen? – Gedanken, die mir wie Schnellzüge durch den Kopf rasen. Auch während ich nun schreibe, finden am unteren Ende kleine Scharmützel statt – links gegen rechts, klein gegen groß, Nachbar gegen Nachbar …

Eine weitere Stunde vergeht, mancher Gedanke ist auf Papier gebannt, aus dem Kopf verbannt, aber auch festgehalten, festgenagelt. Die Kämpfer ermüden, der Schreiber auch – Frieden wird ausgehandelt – Licht aus.

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