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Geschichte und Philosophie

Mensa — Mens sana? — Ein Gerücht

Autor:

Rubrik:
studium

12.02.2010

Aber wo kommen die dreitausend Essen her? Die 500 Schnitzel, die 100 Kilo Pasta, 300 Pizzastücke und 100 Kilo Leipziger Allerlei? In was für riesigen Töpfen wird das gekocht, wie viele Quadratmeter Fläche haben die Pfannen, in denen das alles gebraten wird? Ab und zu nur beobachte ich, wie die doppelte Schwingtür hinter der Ausgabe für Gericht Nr.2 einen Mann oder einer Frau in Weiß ausspuckt – in den Händen einen – ja wie soll ich es nennen? – einen Bottich mit weiteren Bohnen oder Blumenkohl, Jägerschnitzel oder Rollbraten, Reis oder Kartoffeln.

Groß wie ein Walfischschlund ist die Einfahrt, den LKW in das Unigebäude nehmen. Wenn dieser Schlund auf ist, blinkt ein rotes Licht und ein Wächter steht daneben. Man kann nur sehen, dass es hinunter geht – in einen Keller, von dem man in der Uni überhaupt nichts mitbekommt. Aber sicher ist der ganze Campus unterkellert, riesige Katakomben mit lauter Gängen.

Eine Ahnung davon bekommt man dafür schon im Saal der Mensa, wenn man die Tabletts auf ein Förderband stellt. Dieses zweigt dann nicht horizontal in einen Nebenraum, sondern vertikal in einen Unterraum ab. Jetzt verstehe ich auch, warum manchmal Leute in Küchenkleidung durch die Fahrradgarage huschen und dann um die Ecke hinter einer Stahltür verschwinden. Was für eine Vorstellung, das unter einem, von einem zum anderen Seminar hechtend, gerade dutzende Leute hin und her laufen, tragen, schneiden, schälen, kochen braten, spülen …

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