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Geschichte und Philosophie

Hiwi — Student und Angestellter der Uni

Ich war sehr gespannt, als ich mich gestern zur Uni aufmachte – nicht zu einer Vorlesung oder zu einem Seminar, nein, um meine Stelle als Hiwi, als studentische Hilfskraft, anzutreten. Seit diesem Sommersemester bin ich nun Angestellter der Uni Leipzig, bei meinem Prof am Historischen Seminar. Beim Sekretariat bekam ich einen „Simsalabim“, einen Türöffner, der die Form einer kleinen Muschel hat. Mit dem komme ich in das geisteswissenschaftliche Zentrum, in verschiedene Büros und Seminarräume. Hüten wie meinen Augapfel soll ich diesen Sesam-öffne-dich.

Drei Kollegen habe ich hier, die wie ich Hiwi bei meinem Prof sind. Einen für jeden Arbeitstag meines Professors. Wir teilen uns ein Büro – ich bin der Jüngste und auch der erste, der auf Bachelor studiert. Somit hat das Ganze nicht nur für mich, sondern auch für meinen Prof etwas Neues. Unser Prof hat hohe Erwartungen an uns. Die anderen haben ihn sicher schon von sich überzeugen können und genießen sein Vertrauen. Da ich meine Hausarbeit eine Woche später abgegeben habe, als eigentlich zunächst festgelegt war, war natürlich nicht gerade der beste Einstand.  Trotzdem freue ich mich sehr und hoffe, nicht in allzu viele Fettnäpfchen zu treten. Nun bin ich sehr gespannt auf die nächsten Wochen und Monate, in denen ich die Uni von der anderen Seite kennen lernen werde!

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Apr 14, 2010
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Rubrik: studium
Apr 14, 2010

Geschichte und Philosophie

Hausarbeit und Unmensch

Schrecklich, diese Blicke meines Dozenten, als ich ihm erzählte, dass ich mit der Hausarbeit nicht bis zum 31. März fertig werden würde. Als ob dadurch eine Welt zusammen bräche. Das war für ihn vielleicht auch der Fall. Hatte er anscheinend gedacht, dass ich in den zwei Monaten seit Vorlesungsende nichts anderes zu tun hätte, als die eine Hausarbeit zu schreiben. Nein, ganz so schlimm ist es sicherlich nicht. Aber seine harten Worte, was ich ihm für eine Hiobsbotschaft brächte und dass mir das bei einer Bewerbung das Genick bräche, verletzten mich.

Nun, am Dienstag nach Ostern solle ich ihm etwas abliefern. Ich hatte also nach dem Gespräch am Gründonnerstag noch den Nachmittag, um mir Literatur zusammen zu suchen und dann von Karfreitag bis Ostermontag Zeit, um eine Hausarbeit zu verfassen. Ich bin trotzdem zu meinen Eltern gefahren, eben mit zwei Beuteln voller Bücher. Von Ostern und dem Wetter habe ich die Tage nicht viel mitbekommen. Das Lernen und Lesen hat mir Freude bereitet – immer dann, wenn ich das Ticken der Uhr vergaß und den rinnenden Sand nicht sah.

Heute wollte ich mich eigentlich mit einem Freund zum Mittagessen in der Mensa treffen, aber mir war von dem enormen Druck, den ich heute empfand, so warm, dass ich unmöglich etwas hätte essen können. Ich musste ihm absagen. So steckte ich gestern früh schon bei der Zugfahrt die Nase in die Bücher und ackerte bis drei Uhr nachts – natürlich war ich dann schon längst wieder zuhause in Leipzig angekommen. Dann schlief ich sechs Stunden und arbeitete heute von elf bis 17 Uhr durchgehend im Foyer der Bibliothek daran, diese Arbeit abzuschließen. Dann musste sie noch gedruckt werden, gebunden und meinem Dozenten – ich war ganz überrascht, ihn persönlich anzutreffen – in die Hand gedrückt werden.

Morgen gehe ich die tausend Dinge an, die ich die letzten Tage komplett ausgeblendet habe. Insgesamt beeindruckt es mich sehr, was man da in ein paar Tagen zusammen schustern kann und wie sehr ich vieles verdrängte und vergaß. Ich vermied es, die Leute um mich herum anzuschauen, hatte ich doch tausend Gedanken im Kopf, die ich nicht verlieren wollte. Immer wieder musste ich in die Ferne starren. Bloß nichts betrachten oder auf etwas konzentrieren – außer auf meine Gedanken. Auch half es mir, abends ein Bier zu trinken, um mich zu beruhigen. Das gleiche habe ich vorhin getan. Deshalb gehe ich auch gleich schlafen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Apr 8, 2010
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Rubrik: studium
Apr 8, 2010

Geschichte und Philosophie

Kalenderwunder

Endlich habe ich mir einen Kalender zugelegt – und es funktioniert! Ich nehme mir nur noch soviel vor, wie ich auch schaffen kann und zusätzlich habe ich beim Ausstreichen oder Abhaken einer Sache noch ein weiteres kleines Glücksgefühl à la: „Ja, geschafft!“ oder „Gut gemacht!“. Früher habe ich mir immer auf Briefumschlagsrückseiten Listen von zu erledigenden Dingen gemacht. Abends dann konnte ich mich nicht freuen, sondern immer nur ärgern – über all die Dinge, die ich mir so fest vorgenommen, aber dann doch nicht erledigt hatte. Und so wurde die Liste immer länger und mein Ärger immer größer.

Auch habe ich mir nun so eine Geschichte zu Herzen genommen – eine Art Gleichnis darüber, wie man sich am besten organisert: Wenn man erst große Steine, dann kleine Steine, dann Kies und dann Sand in einen Behälter tut, passt immer noch was rein – Wasser. Aber die großen Steine passen nur deshalb rein, weil man sie zu erst rein tut. Der Behälter ist die eigene Zeit, die großen Steine aber stehen für die großen Dinge im Leben, die nur zuerst reinpassen – nicht aber zuletzt, wenn man schon Sand und Kies eingefüllt hat.

Als Student habe ich mich zu Anfang so entwurzelt und orientierungslos gefühlt. Auch jetzt verdamme ich manchmal die Stadt, die mir dann wie ein Meer vorkommt – viel zu groß, um darin Halt zu finden, groß genug aber, um darin unterzugehen. Ob andere besser Schwimmen gelernt haben? Ob sie gar nicht sehen, dass das Meer so groß ist? Oder schwimmen sie vielleicht gar nicht, sondern surfen, segeln, rudern oder fliegen sie darüber? Das Segeln auf diesem Meer stelle ich mir am schönsten vor.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Mar 16, 2010
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Rubrik: studium
Mar 16, 2010