interaktiv

Geschichte und Philosophie

Russisch lernen und eine riesige Kultur erschließen

Autor:

Rubrik:
studium

16.07.2010

Ich lerne gerade für Russisch – in vier Tagen ist die Prüfung. Einen Monolog und einen Dialog von je fünf bis zehn Minuten werde ich halten. Das scheint mir eine gute Form der Prüfung einer Fremdsprache – nicht schriftlich, sondern mündlich – kommt es doch aufs Sprechen an. Dazu lerne ich als Übung mit Hilfe von Vokabelkarten kleine Sätze auswendig, wie: „Na ulitze stoit malenki maltzik i platschet“ – „Auf der Straße steht ein kleiner Junge und weint“ oder „Ia wsjegda radujus soltzu, wetru i swabodje“ ­– „Ich freue mich immer auf die Sonne, den Wind und die Freiheit“.

Jeder hat sein System – wichtig ist nur, dass man sich einen kleinen Hort aufbaut, eine kleine Schatzkammer, in die man seine Erkenntnisse hineinsteckt und aus der man sie, ohne lange zu suchen, auch wieder hervorholen kann. Russisch scheint mir so schwer zu erlernen sein wie Latein, nur dass man zu Beginn auch noch die kyrillische Schrift lernen muss.

Einige Russen haben den Kurs besucht – vielleicht haben sie dadurch noch ein wenig Grammatik gelernt, ansonsten ein Heimspiel, bei dem sie für ihren Bachelor ein paar Punkte sammeln konnten. Von Null an, so wie ich, wird ab dem nächsten Semester an der Uni Leipzig keiner Russisch studieren. Ein gewisses Sprachniveau wird dann in der Slawistik schon vorausgesetzt werden. So wie ich als Geschichts- und Philosophiestudent mal nebenbei Russisch belegen, wird dann nicht mehr möglich sein. Mir hat es gefallen, noch innerhalb des Studiums eine Sprache lernen zu dürfen, ja zu sollen. Im Studium der Geschichte ist es vorgesehen, zwei Sprachmodule zu belegen. Die meisten holen dann das Latinum nach, andere bessern ihr Französisch oder Englisch auf, aber das hatte ich jedoch schon in der Schule. Gipfeln soll mein sprachlicher und kultureller Ausflug in einer Reise in die östliche Ukraine, wo man auch Russisch spricht.  

Diesen Artikel teilen