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Geschichte und Philosophie

Ein Semester Hiwi — erste Gedanken

Ein Semester war ich jetzt Hiwi, bzw. Studentische Hilfskraft bei einem Prof in der Geschichte und dabei habe ich eine ganz neue Sicht auf das Studium und die Akademie – die Arbeit als Akademiker an der Universität – bekommen. Der normale Student bekommt nicht so viel mit, hat nur selten Ahnung, was hinter den Kulissen läuft, er bekommt sozusagen die eingeprobte Vorführung gezeigt. All die Scherereien, lästigen Formalia, Intrigen, Enttäuschungen, etc. waren mir neu. Mein Prof. ist noch in vielen Gremien und muss dauernd Gutachten schreiben für Leute, die sich um eine Stelle beworben haben und über Abschlussabreiten, Diplome, Magister, Master und Dissertationen. Die durfte ich dann Korrektur lesen und hier und da Verbesserungsvorschläge machen, die manchmal brüsk abgelehnt andere Male dankend angenommen wurden – mit dem Hinweis, er sehe ja manchmal vor Lauter Bäumen den Wald nicht mehr.

Ich teile mir ein Büro mit drei anderen Hiwis, sie alle sind noch im alten Studiengang und viel weiter als ich, machen gerade ihre Abschlussprüfungen und schreiben an ihren Magisterarbeiten. Von ihrem Wissen und ihrer Kompetenz profitiere ich noch mehr als von der meines Profs, da ich mich mit ihm zu unterhalten nur selten Gelegenheit bekomme. Manchmal jedoch ist er ganz jovial und freundlich, erzählt dann von seiner Kindheit, wie er aufgewachsen ist und gerade auch von seiner Zeit als Hiwi bei seinem Prof – wie er für ihn den Chauffeur spielen musste oder mit ihm Schnäpse kippen. Meine Aufgaben waren ganz andere, vielleicht wollte er auch seinen Hiwis nicht zumuten, was ihm damals nicht gefallen hat. Ich will noch einwenig weiter darüber nachdenken.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 9, 2010
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Rubrik: studium
Aug 9, 2010

Studieren in den USA

Alles andere als eine Kaffeekoch-Praktikantin

Mein Status: Praktikantin! Ich weiß, das hört sich nicht gerade an, als wäre ich eine der „wichtigen Mitarbeiter“. Praktikanten? Ach, das sind doch diese kleinen, unerfahrenen Freiwilligen, die eher nervig als hilfreich sind. Doch nicht in meinem Fall!

Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass man in einem Medienunternehmen wertvolle und wichtige Aufgaben erledigt, wenn man eigentlich noch völlig unerfahren und vor allem ohne jegliche Ausbildung ist. Doch gleich am ersten Tag habe ich selbstständig den täglichen Veranstaltungskalender verfasst. Er musste natürlich noch ein wenig verbessert werden, aber letztendlich wurde er zu 90 Prozent genau so übernommen und on-air vorgelesen, wie ich ihn geschrieben hatte. Wow.

Die Leute da draußen nehmen sich also die Kultur-Hinweise und Tipps zu Herzen, die ICH ihnen aus dem Internet und Programmheften ausgewählt habe. Ich bin ja so stolz! Was ich auch ganz ehrlich sagen muss, ist, dass ich es noch nie so genossen habe, eine Mitpraktikantin zu haben. Es gab Zeiten und Betriebe, bei denen ich es eher als Konkurrenzkampf empfunden habe, eine Mitstreiterin um die besten Praktikanten-Aufgaben zu haben. Doch auf einmal ist alles anders: Ich liebe meine Aufgaben als Praktikantin und ich liebe meine Mitpraktikantin! Wir sind ein super Team! Jeanine ist schon ein „alter Hase“ im Journalismus-Bereich. Schließlich hat sie schon zwei Auslandspraktika bei Radiosendern gemacht und hat schon den einen oder anderen Promi interviewt. Ich kann also noch sehr viel lernen und bin dankbar so eine tolle und hilfsbereite Kollegin zu haben. Danke, Jeanine! Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Wochen hier beim Radio.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Jul 29, 2010
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Jul 29, 2010

Geschichte und Philosophie

Russischprüfung vergeigt - und nun?

Das die Dinge schlecht staden war mir klar – dass ich also nicht bestanden habe, hat mich nicht sehr verwundert. Gefreut habe ich mich jedoch über das Angebot, nach meiner Rückkehr aus der Ukraine einen zweiten Anlauf zu versuchen. Dass meine Absicht in die Ukraine zu reisen ein gewisses Wohlwollen hervorrufen könne, hatte ich mir schon gedacht und deshalb in dem vorzutragenden Monolog auch davon gesprochen. Nachdem der ganze Spuk also erst einmal vorbei war, habe ich mit meinem Komilitonen Lew Petrovitsch – Leon, Sohn von Peter – erst einmal einen kleinen Vodka getrunken. Er war von schlaflosen Nächten und der Anspannung der letzten Tage fix und fertig, seine Laune war trotz der für ihn guten Note nach der Prüfung schlechter gelaunt als zuvor. Ich, der große Verlierer, war hingegen bestens gelaunt – was sich an Drang nach guter Laune in den letzten Tagen vor der Prüfung angestaut hatte, durfte nun, nachdem sie vorbei war auch heraus.

Russisch lernen scheint mir wie der Versuch, Latein sprechen zu lernen. Latein hatte ich fünf Jahre in der Schule und am Ende konnte ich es ganz gut lesen. In den Prüfungen hatten wir zur Übersetzung von 60 Worten auch 60 Minuten Zeit und einen Stowasser zur Hand. Im Russischen geschieht, wie in Latein, sehr viel über die variablen Endungen der Wörter – Deklinationen und Konjugationen. Hinzu kommen das kyrillische Alphabet und die vielleicht etwas undeutliche Aussprache eines deutschen Lehrers.

Die anderen, die mit mir in diesem Kurs saßen, wollen Russischlehrer werden, meine Ambitionen gehen über die eines Amateurs nicht hinaus. In gewisser Weise bin ich deshalb in diesem Kurs fehl am Platz gewesen. Dass ein Studium auch eine starke ökonomische Komponente hat, dass es sich häufig nicht um eine Verfeinerung des Menschen, sondern um eine Ausbildung handelt, muss ich mir auch immer wieder bewusst machen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jul 27, 2010
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Rubrik: studium
Jul 27, 2010