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Geschichte und Philosophie

Russischprüfung vergeigt - und nun?

Autor:

Rubrik:
studium

27.07.2010

Das die Dinge schlecht staden war mir klar – dass ich also nicht bestanden habe, hat mich nicht sehr verwundert. Gefreut habe ich mich jedoch über das Angebot, nach meiner Rückkehr aus der Ukraine einen zweiten Anlauf zu versuchen. Dass meine Absicht in die Ukraine zu reisen ein gewisses Wohlwollen hervorrufen könne, hatte ich mir schon gedacht und deshalb in dem vorzutragenden Monolog auch davon gesprochen. Nachdem der ganze Spuk also erst einmal vorbei war, habe ich mit meinem Komilitonen Lew Petrovitsch – Leon, Sohn von Peter – erst einmal einen kleinen Vodka getrunken. Er war von schlaflosen Nächten und der Anspannung der letzten Tage fix und fertig, seine Laune war trotz der für ihn guten Note nach der Prüfung schlechter gelaunt als zuvor. Ich, der große Verlierer, war hingegen bestens gelaunt – was sich an Drang nach guter Laune in den letzten Tagen vor der Prüfung angestaut hatte, durfte nun, nachdem sie vorbei war auch heraus.

Russisch lernen scheint mir wie der Versuch, Latein sprechen zu lernen. Latein hatte ich fünf Jahre in der Schule und am Ende konnte ich es ganz gut lesen. In den Prüfungen hatten wir zur Übersetzung von 60 Worten auch 60 Minuten Zeit und einen Stowasser zur Hand. Im Russischen geschieht, wie in Latein, sehr viel über die variablen Endungen der Wörter – Deklinationen und Konjugationen. Hinzu kommen das kyrillische Alphabet und die vielleicht etwas undeutliche Aussprache eines deutschen Lehrers.

Die anderen, die mit mir in diesem Kurs saßen, wollen Russischlehrer werden, meine Ambitionen gehen über die eines Amateurs nicht hinaus. In gewisser Weise bin ich deshalb in diesem Kurs fehl am Platz gewesen. Dass ein Studium auch eine starke ökonomische Komponente hat, dass es sich häufig nicht um eine Verfeinerung des Menschen, sondern um eine Ausbildung handelt, muss ich mir auch immer wieder bewusst machen.

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