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Geschichte und Philosophie

Zwei Jahre Studium — ein paar Gedanken und Metaphern

Autor:

Rubrik:
studium

25.11.2010

Zwei Jahre studiere ich nun schon hier. Diese Zeit kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Ohne all die Texte, Essays und Briefe, die ich in dieser Zeit geschrieben habe, ohne all die Bilder die ich in dieser Zeit gemalt und photographiert habe, ohne die vielen Bücher, die ich in mein Regal gestellt habe, ohne die vielen Wege, die ich seitdem verinnerlicht habe, müsste ich mich wahrscheinlich wiederum für zwei Jahre in ein Kloster begeben, um mich all dessen zu erinnern – oder wie Camus’ Meursault in ein Gefängnis, aber dann doch lieber in ein Kloster.

Für mich ist es immer noch keine Selbstverständlichkeit, noch kein Normalzustand, Zeit so intensiv zu erleben, sowohl in äußerlicher als auch innerlicher Veränderung, Mutation – Metamorphose. Das liegt nicht nur daran, dass ich mich seit einem Jahr vielleicht auch als mehr oder minder erwachsen bezeichne, sondern auch daran, dass ich mich immer wieder k.o., wie ein auf dem Boden liegender Boxer, oder gestrandet, wie ein über Bord gefallener Matrose, fühlte, dass ich erst wieder Gründe wie Holz sammeln musste, um sie auf übrig gebliebene Glut zu legen, um erneut ein Feuer in mir zu entfachen. Das klingt so selbständig und frei, für manche Mal würde sicher das Bild eines Salamanders, der in kaltes Wasser fällt, besser passen. Er bewegt sich immer langsamer, erstarrt dann fast und wird wieder an Land gespült, wo ihn die Sonne mit ihrer Wärme und Energie belebt.

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