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Studentenleben live

Studieren und Essen

Als ich zu studieren anfing, sah ich mich vor einem Problem. Entweder hätte ich in der Mensa ein mir wenig schmeckendes und wenig bekommendes Gericht in lauter und hektischer Atmosphäre unentspannt essen können, dementsprechend passen dazu vielleicht eher die Begriffe Hinunterschlingen und Wegputzen. Oder ich hätte mit dem Fahrrad eine Viertelstunde nach Hause fahren können und mir dort alleine ein kleines Essen kochen könne, um dann wieder zur Uni oder Bibliothek zurück zu kehren. Beiden Optionen gefielen mir nicht, ich tat mal so, mal so. Manchmal nahm ich mir in einer Tupperdose das am Vorabend übrig gebliebene Essen mit und setzte mich, wenn es nicht zu kalt draußen war, auf eine kleine Wiese oder in den nahe gelegenen Park. Viele meiner Kommilitonen schienen mit der Mensa sehr zufrieden – fröhlich nahmen sie Gericht 1 (den Teller mit der Schweinshaxe und Pommes), Gericht 2 (Wiener Schnitzel mit Pilzsauce und Reis) oder Gericht 3 (Pasta mit Tomatensauce und Käse), stellten es klirrend auf ihr Tablett, um dann nach einem freien Platz zu suchen, putzten das Essen schnell weg und waren eine Viertelstunde später wieder draußen.

An der Uni, dem Hort des Wissens, der Forschung, der Reflektion, – so dachte ich – würden sicher die neuesten Erkenntnisse zu einer gesunden Ernährung umgesetzt. Weit gefehlt. Hier lernte ich die Deutsche Küche erst richtig kennen. Von Haus aus war ich das Mediterrane gewohnt – viel Gemüse, wie Zucchini und Auberginen, Tomaten, Prinzessbohnen und Paprika, dazu Reis Kartoffen oder Fisch, etwas Schafs- oder Ziegenkäse und zu allem viel Olivenöl und viele Kräuter – vor allem aber Ruhe und Zeit.

Doch es hat sich einiges verändert – die Mensa ist besser geworden und ich vielleicht auch hektischer und unempfindlicher gegenüber dem Lärm. Ob ich das nun begrüße kann oder soll, weiß ich nicht.

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Dec 17, 2010
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Rubrik: studium
Dec 17, 2010

Geschichte und Philosophie

Der schönste Teil meines Studiums

Die Entdeckung, das Finden eines Freundes und wunderbaren Gesprächpartners ist das große Glück meines Studiums hier in Leipzig. Fast täglich treffen wir uns in der Uni oder Stadt – zum gemeinsamen Mittagessen beziehungsweise spätem Frühstück in der Mensa oder in einem der leider viel zu seltenen Cafés mit wienerischem Flair.

Gemeinsam lassen wir uns über die lahmen, nicht begeisternden Dozenten aus und steigern uns – so wie sich zwei geübte Tennisspieler die Bälle zuspielen – in die schönsten philosophischen Betrachtungen und Dispute hinein. Wir lesen uns gegenseitig Passagen aus unseren jüngst erstandenen Büchern vor, die uns begeistern – kurzweilige Bibeln. Dabei genießen wir beide den Vorteil des besten nur vorstellbaren Betreuungsverhältnisses – 1:1. Genau das, was wir bei unseren Dozenten missen, schaffen wir uns selber – eine Atmosphäre der Begeisterung, einen Ort der Inspiration und der Prüfung von Ideen, sowie einen ganzheitlicheren Lernansatz, der in den armseligen 90 Minuten in sterilen Seminarräumen mit apathischen, phlegmatischen, quasi-autistischen und desinteressierten, Punkte sammelnden Kommilitonen mit 90-Minuten-Pädagogen nicht gepflegt wird.

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Dec 13, 2010
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Rubrik: studium
Dec 13, 2010

Geschichte und Philosophie

Mein großer Irrtum

Ein ganz fataler Irrglaube hatte mich blind gemacht. Naiv und mich nicht erst groß umschauend, hatte ich gedacht, die größten Wahrheiten fände ich in der Philosophie und bestand eine Weile darauf, sie als Nebenfach zur Geschichte zu betreiben. Geschichte und ansonsten nur Philosophie – nichts anderes. Dabei blieb ich auch, nachdem ich das erste, das zweite und das dritte Modul in der Philosophie belegt hatte, bis mir dann ein Kommilitone von einem interessanten Seminar in den Kulturwissenschaften (KuWi) erzählte. Ich besorgte mir deren kommentiertes Vorlesungsverzeichnis für das neue Semester und staunte nicht schlecht. Die hier angebotenen Seminare klangen in Titel und Beschreibung hundert Mal besser als die der Philosophie.

Ich bewarb mich sogleich auf zwei Module der KuWi, aber keines wurde mir zugeteilt, nur meine Drittwahl, ein Modul in der Philosophie. Als ich das erfuhr, fing ich an, dieses System des „schlauen Algorithmus“ zu verwünschen: Es weiß nämlich genau,  dass ich schon einmal ein Modul in Philosophie belegt habe und glaubt, mir vielleicht einen „Gefallen“ zu tun, indem es mich wieder Seminare in Philosophie, meinem ordentlichen Nebenfach, ermöglicht.

Ich gab aber nicht auf, besuchte zu Beginn des Semesters die Seminare trotzdem, sprach mit den verantwortlichen Professoren und fiel durch kritische Fragen sowie rege Beteiligung auf, sodass die Dozenten sich für meine nachträgliche Aufnahme in einem der Module einsetzten. Hier hat Mensch noch gegen Maschine, beziehungsweise Maschinerie gesiegt. Ach nein, die Maschine ist ja noch da: Sie hat mich zwar nicht besiegt, sie herrscht aber immer noch.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Dec 7, 2010
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Rubrik: studium
Dec 7, 2010