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Studentenleben live

Studieren und Essen

Autor:

Rubrik:
studium

17.12.2010

Als ich zu studieren anfing, sah ich mich vor einem Problem. Entweder hätte ich in der Mensa ein mir wenig schmeckendes und wenig bekommendes Gericht in lauter und hektischer Atmosphäre unentspannt essen können, dementsprechend passen dazu vielleicht eher die Begriffe Hinunterschlingen und Wegputzen. Oder ich hätte mit dem Fahrrad eine Viertelstunde nach Hause fahren können und mir dort alleine ein kleines Essen kochen könne, um dann wieder zur Uni oder Bibliothek zurück zu kehren. Beiden Optionen gefielen mir nicht, ich tat mal so, mal so. Manchmal nahm ich mir in einer Tupperdose das am Vorabend übrig gebliebene Essen mit und setzte mich, wenn es nicht zu kalt draußen war, auf eine kleine Wiese oder in den nahe gelegenen Park. Viele meiner Kommilitonen schienen mit der Mensa sehr zufrieden – fröhlich nahmen sie Gericht 1 (den Teller mit der Schweinshaxe und Pommes), Gericht 2 (Wiener Schnitzel mit Pilzsauce und Reis) oder Gericht 3 (Pasta mit Tomatensauce und Käse), stellten es klirrend auf ihr Tablett, um dann nach einem freien Platz zu suchen, putzten das Essen schnell weg und waren eine Viertelstunde später wieder draußen.

An der Uni, dem Hort des Wissens, der Forschung, der Reflektion, – so dachte ich – würden sicher die neuesten Erkenntnisse zu einer gesunden Ernährung umgesetzt. Weit gefehlt. Hier lernte ich die Deutsche Küche erst richtig kennen. Von Haus aus war ich das Mediterrane gewohnt – viel Gemüse, wie Zucchini und Auberginen, Tomaten, Prinzessbohnen und Paprika, dazu Reis Kartoffen oder Fisch, etwas Schafs- oder Ziegenkäse und zu allem viel Olivenöl und viele Kräuter – vor allem aber Ruhe und Zeit.

Doch es hat sich einiges verändert – die Mensa ist besser geworden und ich vielleicht auch hektischer und unempfindlicher gegenüber dem Lärm. Ob ich das nun begrüße kann oder soll, weiß ich nicht.

 

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