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Studentenleben live

Raus aus dem Korsett

Das neue Semester hat begonnen, es ist mein sechstes. Ich belege nur zwei Module – für die Regelstudienzeit eines zu wenig. Aber die Regelstudienzeit kann mich mal. Dann studiere ich eben sieben Semester. Vielleicht wird das Geld knapp, was soll‘s. Das enge Bachelorkorsett habe ich ein wenig gelockert. Jetzt atme ich wieder frei. Das Studium kann doch nicht zu einer Zeit verkommen, die nur stressig ist und die man deshalb möglichst schnell rumkriegen will. Einen wesentlichen Teil meines Studiums kann ich nur im Eigenstudium außerhalb der Universität betreiben. Dafür bekomme ich jedoch keine Creditpoints. Studium heißt für mich eben nicht nur lesen und lernen, sondern auch ausprobieren, suchen und vielleicht dabei auch finden.

Es geht mir nicht darum zu helfen, dass Deutschland Exportweltmeister wird, ich strebe nicht danach, irgendwann einmal zwei Autos und zwei Kinder zu haben. Überfluss strengt an. Ich suche das, was vergessen wurde und was verloren gegangen ist. Ich hoffe zu finden. Ich glaube nicht, dass unsere Eltern und Großeltern in solch geistiger Armut gelebt haben, wie wir es tun. Ich vermisse hitzige Debatten und Streit, ich vermisse Idealisten und Dogmatiker. Keine Charaktere, weder Kanten noch Ecken, keine Typen, nur Dozenten und Studenten. Niemand, der sich streiten will – schade. Es ist nicht tabu, über Dinge zu reden, aber es ist tabu eine andere Meinung zu vertreten. Deshalb schweigen wir.

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Apr 29, 2011
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Rubrik: studium
Apr 29, 2011

Studentenleben live

Der Aha-Effekt

Im Rahmen meines Ergänzungsmoduls führten wir vor Kurzem einen Persönlichkeitstest durch. Natürlich war der Spaßfaktor extrem groß, aber noch größer war der erstaunte Ausdruck, der uns Teilnehmern ins Gesicht geschrieben stand.

Laut Test gibt es vier verschiedene Temperamente. In unserem Kurs waren jedoch nur drei davon vertreten: der Rationale, der Hüter und der Idealist. Daneben gibt es noch den Freigeist. Ich selbst bekenne mich offen zum Idealisten. Nach der Ergebnisverkündung sahen wir uns einen Film an, in dem anhand der Charaktere unterschiedliche Verhaltensweisen in der Kindererziehung, Schulausbildung, Berufs- und Partnerwahl erläutert wurden. Ich muss ehrlich sagen, dass ich wirklich sehr überrascht war, wie viele dieser Thesen auf mich zutrafen. Nehmen wir beispielsweise das Kindesalter: Für kleine Idealisten gibt es im Kindergarten nichts Schöneres als Märchen zu hören oder selbst mit viel Fantasie Geschichten zu erfinden, in denen es nur so vor Sonne, Regenbogen und Schlaraffenland strotzt. In der College-Phase fallen Idealisten vor allem durch ihr enthusiastisches Engagement auf – sowohl bei Kommilitonen als auch bei Professoren. Bei der Partnerwahl setzen Idealisten vorwiegend auf das Motto „Gegensätze ziehen sich an!“ Laut Film nämlich lernen sich gerade Rationale und Idealisten kennen und lieben. Hinsichtlich der Berufswahl fielen besonders Berufe auf, bei denen Idealisten anderen Menschen helfen, selbst Fortschritte zu machen und ihre Ziele zu erreichen, zum Beispiel als Grundschullehrer.

Mein Professor war nicht sonderlich überrascht, dass ich mit diesem Berufswunsch bis vor einiger Zeit geliebäugelt habe – angeblich bin ich ein Idealist, wie er im Buche steht…

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Apr 28, 2011
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Apr 28, 2011

Studentenleben live

Darf es ein wenig experimentell sein?!

Wie ich bereits angekündigt habe, wollte ich euch auf dem Laufenden halten, was mein Ergänzungsmodul „Kommunikationstechnik“ betrifft. Ab heute heißt es nämlich nicht mehr nur „dasitzen und zuhören“, sondern „raus in die Realität und ausprobieren“. für unsere Experimentierfreudigkeit werden wir auch noch benotet: Jede Woche sollen wir bis zu drei Kommunikationstechniken entweder bei Dritten beobachten oder selbst anwenden. Unsere Ergebnisse sollen wir in vier Teilen dokumentieren. Der erste Teil enthält den Namen und das jeweilige charakteristische Kürzel der Kommunikationstechnik. Dies kann zum Beispiel ein Verhaltens-, Stimm- oder Atemmuster sein. Im zweiten Teil wird der Handlungsrahmen in kurzen Worten skizziert. Der dritte Teil beschreibt dagegen sehr ausführlich und genau die verschiedenen Interaktionen der jeweiligen Gesprächspartner. Hierbei spielen vor allem das Beobachten diverser Details (seien es kurze Mimikveränderungen oder Geräusche) eine große Rolle. Im vierten Teil wird dieser Interaktionsprozess schließlich eingehend interpretiert und es gilt herauszuarbeiten, was man aus dieser speziellen Situation für die Allgemeinheit ableiten kann. Natürlich sind auch Verbesserungsvorschläge von Vorteil – schließlich möchte jeder von uns am Ende des Semesters behaupten können, er habe sich auf kommunikativer Ebene deutlich verbessert: sei es verbal oder nonverbal.

Meine erste regelmäßige Hausaufgabe im Studium. Anders als in der Schulzeit betrachte ich sie jedoch nicht als lästig, sondern ganz im Gegenteil: Mir macht diese Aufgabe so viel Spaß, dass ich mich wirklich zusammenreißen muss, nicht mehr als drei Berichte pro Woche abzuschicken, und dass, obwohl sie sehr zeitintensiv sind – wie ich es bereits vorausgesagt habe: Mit dem Beginn des Schwerpunktes in meinem Studium wird mein Eifer neu entfacht…

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Apr 14, 2011
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Apr 14, 2011