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Studentenleben live

Fahrradflut - Fluch und Segen

Autor:

Rubrik:
studium

11.07.2011

Heute endeckte ich wieder einige neue Fahrradständer an der Uni. Und gleich sind sie belegt. Seit auf dem Campus in der Innenstadt wieder Seminare und Vorlesungen stattfinden, seit die riesige Mensa wieder in Betrieb genommen wurde, wird die Innenstadt täglich von Fahrrädern überflutet. Jeder Student hat hier ein Fahrrad. Leipzig ist die Stadt der kurzen Wege. Jeder will mit dem Fahrrad möglichst nahe an die Uni. Deshalb haben wir unter dem Campus sogar eine Fahrradgarage. Doppellagig werden hier die Räder in Spezialständer geschoben und gehoben. In der Universitätsstraße wurden im April einige Autoparkplätze zu Fahrradparkplätzen umgewandelt. Statt einem Auto zehn Fahrräder – also Platz für hundert weitere Räder. Außerdem wurden entlang der Mauer des Seminargebäudes weitere zwanzig Meter Fahrradständer angebracht – noch einmal Raum für 60 bis 80 Räder. Heute waren es nur fünf neue Ständer – nur zehn Räder. Aber sie wurden an einem sehr bezeichnenden Platz angebracht: neben dem Eingang zur Fahrradgarage – als ob sie überliefe. Es werden sicher nicht die letzten sein, denn noch immer stellen wir unsere Räder auf die Behinderten-Parkplätze, reihenweise entlang der Blinden-Tastkante, auf die Feuerwehrzufahrt oder mitten auf den Campus. Und immer wieder, wenn z.B. der Wind kräftiger weht, ergeben sich wunderbare Dominoeffekte die das Bild einer menschenlosen Massenkarambolage erzeugen.

Mir gefällt diese Flut, erscheint es mir doch so viel schöner mit dem Rad, als mit der Bahn oder dem Auto zur Uni zu kommen. Ein Graus wäre mir eine Uni, zu der ich mit dem Auto fahren müsste – mit eigener Autobahnabfahrt... Entspannter und fröhlicher, gesünder und freundlicher erscheinen mir die Fahrradfahrer – das ist Lebensqualität.

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