Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Die Wohnung zum philosophischen Umschlagplatz gemacht

 

Wir haben für einige unserer besten Freunde unseren Wohnungsschlüssel nachmachen lassen. Die Wohnung ist gut gelegen. Wir lieben den Austausch, spontan, von Angesicht zu Angesicht. Die anderen Parteien in unserem Haus wundern sich schon — "wie ein Taubenschlag..." meinte einer, aber beschwert hat sich noch keiner. In der Küche kocht häufig Wasser für Tee oder es steht eine Espressokanne auf dem Herd. Wer kommt, bringt Kuchen, Marmelade, Kekse, Schokolade oder irgendetwas anderes Genüssliches mit. Manchmal finde ich, wenn ich nach Hause komme, zwei, drei Leute auf dem Balkon, vielleicht noch ein paar im Wohnzimmer oder auch in meinem oder dem Zimmer meines Mitbewohners.

Wir haben extra noch ein paar Klappstühle angeschafft, für kleine Kreise des Austauschs, der Diskussion, des schönen Streits. Bücher werden mitgebracht oder aus dem Regal gezogen, aufgeschlagen. Passagen werden vorgelesen oder Bilder darin zur Ansicht gezeigt. Ideen werden gesponnen. Wer telefoniert, tritt dazu vor die Tür ins Treppenhaus oder mal kurz ins Bad. In greifbarer Nähe finden sich überall Papier und Stifte für Notizen und Zeichnungen. Die Garderobe haben wir extra großzügig gestaltet, genug Platz für Schuhe, Jacken, Mäntel, Regenschirme. Der Balkon ist so gestaltet und gelegen, dass man selbst bei Wind und Regen hinaus kann. Er erinnert mich an den Kreuzgang eines Klosters – halb drinnen, halb draußen. Gerne sitzen wir bei sommerlichem Regen hier. Wir haben Vertrauen in die Menschen, die hierher kommen. Es sind nicht nur Kommilitonen, sondern auch ältere und jüngere Freunde, die hierher finden. Dies ist nur der Versuch einer Schilderung – das, was hier geschieht, kann ich nicht wirklich in Worte fassen; es ist nur mit allen Sinnen zu erfahren.

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jul 15, 2011
Autor:
Rubrik: studium
Jul 15, 2011

Studentenleben live

"Alles weg!"

 

Das ist kein empörter Ausruf meinerseits, sondern vielmehr meine Devise für die Prüfungen, die dieses Semester zu überleben sind. Es stehen nämlich im Schwerpunkt Marketing drei Klausuren an: Wettbewerbsrecht, Internationales Marketing und Marketing-Management. Damit bin ich im Vergleich zu meinen Kommilitonen, die andere Schwerpunkte belegen, ganz schön arm dran. Einige Freunde von mir müssen nämlich nur eine einzige Klausur schreiben und dürfen  deshalb vor allem meinen Neid in XXL-Version genießen.

Aber wenn man mal daran denkt, dass ich die letzten Semester immer vier bis sechs Klausuren schreiben musste, dann ist es doch schon eine deutliche Verbesserung. Auf diese Weise versuche ich, mir immer selbst gut zuzusprechen – ohne Motivation läuft beim Lernen leider gar nichts. Da macht es auch keinen Unterschied, ob die Motivation aus dem tiefsten Inneren kommt oder eben künstlich erzeugt wird.

Ich habe mich jedenfalls dazu entschlossen, die Möglichkeit am Schopf zu packen und alle drei Klausuren zum ersten Prüfungstermin zu schreiben, um den zweiten Prüfungsterminzeitraum dann (hoffentlich) ganz entspannt verbringen zu können. In manchen Momenten bin ich jedoch stark am Zweifeln, ob ich mich da wirklich richtig entschieden habe: Mein Kopf fühlt sich nicht gerade selten so an, als würde er im nächsten Augenblick explodieren, weil ich einfach so viele Fakten reinstopfe. Aus diesem Grund freue ich mich jetzt schon unglaublich auf die Semesterferien, die ich wirklich bitter nötig haben werde!

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Jul 14, 2011
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Jul 14, 2011

Studentenleben live

Fahrradflut - Fluch und Segen

Heute endeckte ich wieder einige neue Fahrradständer an der Uni. Und gleich sind sie belegt. Seit auf dem Campus in der Innenstadt wieder Seminare und Vorlesungen stattfinden, seit die riesige Mensa wieder in Betrieb genommen wurde, wird die Innenstadt täglich von Fahrrädern überflutet. Jeder Student hat hier ein Fahrrad. Leipzig ist die Stadt der kurzen Wege. Jeder will mit dem Fahrrad möglichst nahe an die Uni. Deshalb haben wir unter dem Campus sogar eine Fahrradgarage. Doppellagig werden hier die Räder in Spezialständer geschoben und gehoben. In der Universitätsstraße wurden im April einige Autoparkplätze zu Fahrradparkplätzen umgewandelt. Statt einem Auto zehn Fahrräder – also Platz für hundert weitere Räder. Außerdem wurden entlang der Mauer des Seminargebäudes weitere zwanzig Meter Fahrradständer angebracht – noch einmal Raum für 60 bis 80 Räder. Heute waren es nur fünf neue Ständer – nur zehn Räder. Aber sie wurden an einem sehr bezeichnenden Platz angebracht: neben dem Eingang zur Fahrradgarage – als ob sie überliefe. Es werden sicher nicht die letzten sein, denn noch immer stellen wir unsere Räder auf die Behinderten-Parkplätze, reihenweise entlang der Blinden-Tastkante, auf die Feuerwehrzufahrt oder mitten auf den Campus. Und immer wieder, wenn z.B. der Wind kräftiger weht, ergeben sich wunderbare Dominoeffekte die das Bild einer menschenlosen Massenkarambolage erzeugen.

Mir gefällt diese Flut, erscheint es mir doch so viel schöner mit dem Rad, als mit der Bahn oder dem Auto zur Uni zu kommen. Ein Graus wäre mir eine Uni, zu der ich mit dem Auto fahren müsste – mit eigener Autobahnabfahrt... Entspannter und fröhlicher, gesünder und freundlicher erscheinen mir die Fahrradfahrer – das ist Lebensqualität.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jul 11, 2011
Autor:
Rubrik: studium
Jul 11, 2011