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Studentische Hilfskraft

Autor:

Rubrik:
studium

01.08.2011

Mein erster Hiwi-Vertrag (Hiwi = kurz für Hilfswissenschaftler) galt für ein ganzes Semester. Inzwischen erscheint mir die Anstellung wie ein Glücksspiel, ein Hangeln von einem Ast zum anderen. Alle paar Monate darf ich eine kleine Verlängerung unterzeichnen. Im Januar und Februar arbeiteten meine Kollegen und ich ohne Bezahlung, weil die Gelder für das neue Jahr erst noch nicht bewilligt, dann noch nicht verteilt waren. Auf unsere Unterstützung war unser Prof trotzdem angewiesen. Klar, dass wir ihn nicht hängen ließen, aber gut fühlte es sich nicht immer an. An anderen Unis und anderen Lehrstühlen sieht es, wie mir ein paar Freunde berichteten, auch nicht besser aus.

Der Professor scheint mir tatsächlich in vielen Fällen nicht mehr der Forschende oder Schreibende zu sein. Ein Großteil seiner Arbeit geht in das Schreiben von Anträgen, das Einwerben von Drittmitteln – irgendwo muss Geld herkommen – damit andere – seine Master- und Promotionsstudenten – tatsächlich arbeiten können. Es gibt sicher einige Profs, die damit zufrieden sind, denen das vielleicht sogar lieber ist, aber sicher auch einige, die von dem ganzen Tohuwabohu zerrieben werden.

Nun, mein jetziger Hiwi-Vertrag geht drei Monate und dann mal schauen. Hier in Sachsen sehen die Politiker noch immer Einsparpotenzial bei den Unis. Zumindest wurde inzwischen der Lohn für eine Hilfskraft von sieben Euro auf knapp über acht Euro angehoben.

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