interaktiv

Studentenleben live

"Be creative, baby!"

Autor:
Jacqueline

Rubrik:
studium

09.08.2011

Sei kreativ! Ich bin kreativ. Das wird mir bereits seit meiner frühesten Kindheit nachgesagt. „Du und deine verrückten Ideen!“ hieß es immer – wobei dem Wörtchen ‚verrückt‘ eher die Bedeutung ‚außergewöhnlich‘ und ‚da-wäre-ich-nie-drauf-gekommen‘ zukommt. Zumindest höre ich diese Sätze sehr häufig. Manchmal gibt es sogar nur ein Kopfschütteln und ein „Ich sag‘ da jetzt nichts zu!“. Doch wenn ich meine Idee erst einmal in die Tat umgesetzt habe und sie ihre volle Wirkung entfaltet hat, dann klappen nicht selten die Kinnladen herunter: „Wow“ scheint dann das einzige Wort zu sein, das sich im Vokabular der Person mit dem offenen Mund befindet. Für mich unverständlich. Mir wären millionen und abermillionen Wörter eingefallen. Das wird wahrscheinlich auch der Grund sein, warum meine Aufsätze seit jeher sehr einnehmend sind. Nämlich platzeinnehmend. Eine Freundin schreibt fünf Seiten. Ich schreibe zwölf. Das war schon immer so und wird sicherlich auch immer so bleiben. Genau deshalb fallen den meisten, die mich besser kennen, auch meistens die Augen aus, wenn sie (extrem) kurze Werke von mir sehen. Tja, auch ich kann mich kurz fassen und den Nagel mit der Würze der Kürze auf den Kopf treffen, wenn es sein muss. In solchen Fällen muss ich immer an mein Empfehlungsschreiben aus der Grundschule denken: „Jacqueline schöpft aus einem überdurchschnittlich großen Wortschatz […]“ – ein Satz, der mir bereits als Zehnjährige die (gefühlte) Botschaft vermittelte, auch auf dem Gymnasium und vor allem später irgendwann beruflich noch von dieser Stärke zu zehren.

Heute bin ich froh, bereits so zeitig und so genau über eine meiner Stärken Bescheid gewusst zu haben: Das „Büchervernichten“ in meiner Kindheit hat sich ausgezahlt. So saß ich etwa als Zehnjährige überglücklich in einem Rolf-Zuckowski-Konzert, das ich bei einem Schreibwettbewerb gewonnen hatte.

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