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Studentenleben live

Cool Kiew

Autor:

Rubrik:
studium

18.08.2011

Seit fünf Tagen bin ich nun in Kiew, drei muss ich hier noch aushalten. Was für eine Stadt! Ich wollte mein Russisch ein bisschen auffrischen und hatte einen günstigen Flug nach Kiew gefunden. Ich dachte mir: Kiew, das ist Ukraine, ehemalige Sowjetunion, dort ist es billiger und die Menschen haben eine andere Mentalität.

Eine außergewöhnlich hübsche Flugbegleiterin lächelte mich an, als ich den Flieger bestieg und grüßte mich mit einem „Strasdwujtje“. Zwei Stunden dauerte der Flug von Berlin nach Kiew. Am Flughafen bekam ich pro Euro elf Hrivna. Für gut zwei Euro fuhr ich mit einem kleinen Bus die knapp 40 Kilometer in die Stadt – zum Bahnhof. Die Straße war erst sechs-, dann achtspurig. Über mehrere Kilometer befand sich an jedem Baum und Laternenpfahl die gleiche Werbung von Lenovo für ein Netbook. Wow, das müssen mehrere tausend Plakate sein! Parallel zur Straße waren dutzende von Wohnhochhäusern, die wie bessere Plattenbauten aussahen, und eine riesige Baustelle. Bauen sie hier etwa eine neue U-Bahnlinie? Auf keiner deutschen Baustelle habe ich je so viele Bauarbeiter gesehen. Nächstes Jahr finden hier einige UEFA-Spiele statt. Ich nehme an, die Stadt putzt sich heraus um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ein Ort, an dem man sich sicher fühlt, der sauber und „convenient“ ist, wo man konsumieren, Spaß haben und investieren kann.

Am Hauptbahnhof wimmelt es nur so von Bussen, Autos und Menschen. Dazwischen lauter kleine Stände von Babuschkas – alte, oft sehr kleine Frauen, wie man sie in Deutschland nie sieht. Sie verkaufen einzelne Zigaretten, ein paar Birnen und Tomaten aus ihrem Garten. Daneben gibt es aber ganz andere Stände, die: rot und blau leuchten. „Kiewstar“ und „Life“ heißen die Mobilfunkanbieter. Die Leute kaufen sich hier neues Guthaben in entweder roten oder blauen quadratischen Pappumschlägen. Jeder hat ein Handy und starrt ständig darauf. Die meisten haben das gleiche billige Handy von Nokia, das auch ich habe. Überall ist es die gleiche Standardmelodie, die erklingt, wenn jemand angerufen wird. Am Anfang bin ich immer hochgeschreckt... Was ich sonst noch in Kiew erlebt habe, erfahrt ihr in meinem nächsten Eintrag.

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