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Studentenleben live

Gastfreundschaft

Gegen neun Uhr abends ging ich in ein billiges Restaurant am Hauptbahnhof. Die roten Sofastühle und Sitzbänke mussten aus einem alten Zug stammen. Die Lampenschirme erinnerten mich an Filme aus den 70er Jahren und an den Wänden hingen Fotos von Autos aus der gleichen Zeit.

Am Tisch neben mir saßen zwei Männer und eine Frau. Auf dem Tisch standen zwei Flaschen Krim-Sekt. Als die Frau die zweite Flasche aufmachte, spritzte es zu mir herüber. Die Männer wurden auf mich aufmerksam. Der eine hatte eine ähnliche Statur wie die Frau – eher klein, fast dürr, der andere war das komplette Gegenteil. Er rief einen der Kellner zu sich, ich verstand nicht alles was er sagt, aber dann brachte der Wirt noch ein Glas, schenkte von dem Sekt ein und stellte es mir an meinen Platz. Sie prosteten mir zu, ich erzählte ihnen, dass ich aus Deutschland stamme, sie selber waren aus Kiew. Ich fühlte mich verpflichtet, Kiew als schöne Stadt anzupreisen, und der Mann gewaltigen Umfangs fing an mir zu erzählen, was für eine lange Tradition Kiew und die Ukraine haben und dass hier die russische Kultur mit der Kiewer-Rus ihren Ursprung habe.

Er meinte, dass wir doch alle Brüder seien – auch er und ich. Er hieß Alexandr, ich solle ihn aber bei seinem Kosenamen Sascha rufen. Die beiden Männer machten Armdrücken. Der kleine Hagere hatte natürlich keine Chance. Ob ich nicht auch mal Armdrücken wolle. Das gefiel mir. Der kleine Mann machte mir Platz und ich setzte mich Sascha gegenüber. Seine Arme waren vielleicht drei oder viermal so dick wie meine. Oh ja, Kraft steckte darin. Aber anstrengen musste er sich trotzdem.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 29, 2011
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Rubrik: studium
Aug 29, 2011

Studentenleben live

Der Weg zum richtigen Weg

Wenn ich meine Überschrift noch einmal genauer überdenke, dann klingt sie doch sehr poetisch. Aber sie ist einfach passend: Gerade in den letzten Monaten ist mir bewusst geworden, wie dankbar ich eigentlich dafür bin, relativ früh erkannt zu haben, wo mich mein Lebensweg später einmal hinführen soll. Im Vergleich zu vielen anderen wusste ich immer schon einen Schritt vorher, was ich als nächstes machen wollte und tun musste, um dieses Ziel sicher anzusteuern. Natürlich gibt es keine hundertprozentige Sicherheit dafür, dass ich dieses Ziel exakt so wie in meiner damaligen Vorstellung erreichen werde. Inzwischen haben sich selbstverständlich auch einige – ich nenne es – Modulationsprozesse ergeben. Der Kern ist jedoch gleich geblieben.

Sicherlich wäre es jetzt interessant, wenn ich sagen würde „Mein Lebensziel ist es, …“ – aber jetzt mal ehrlich: Was bringt euch das? Würde es euch persönlich weiterbringen? Wohl eher nicht. Deshalb möchte ich euch folgenden Rat mit auf den Weg geben: Macht eine Liste. Schreibt auf, was ihr bisher gemacht habt, was ihr derzeit macht und was ihr später machen wollt. Notiert euch auch eure Stärken und Schwächen, eure Hobbys, eure Interessen – einfach alles. Lasst dann alles für eine Weile ruhen. Nehmt die Notizen nach ein paar Tagen wieder zur Hand, leitet eure Ziele daraus ab und in einem zweiten Schritt schließlich geeignete Maßnahmen, wie ihr diese Ziele erreichen könnt (z.B. Praktika, Ferienjob etc.). Wenn ihr diese Maßnahmen „ausprobiert“ habt, dann schreibt auf, wie es euch dabei ergangen ist. Macht eine Pro-/Contra-Gegenüberstellung und wägt daraus ab, ob es für euch auf Dauer in Betracht kommen könnte.

Falls einmal etwas schief laufen sollte: Nicht verzweifeln! Nicht alles im Leben läuft immer glatt bzw. so, wie man es gern hätte. Gewisse Dinge könnt ihr aber beeinflussen. Dazu müsst ihr zunächst die Gründe herausfinden, warum es nicht geklappt hat, um im Anschluss feststellen zu können, was ihr besser machen oder ändern könntet, um euer Ziel zu erreichen.

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Aug 24, 2011
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Aug 24, 2011

Studentenleben live

Cool Kiew

Seit fünf Tagen bin ich nun in Kiew, drei muss ich hier noch aushalten. Was für eine Stadt! Ich wollte mein Russisch ein bisschen auffrischen und hatte einen günstigen Flug nach Kiew gefunden. Ich dachte mir: Kiew, das ist Ukraine, ehemalige Sowjetunion, dort ist es billiger und die Menschen haben eine andere Mentalität.

Eine außergewöhnlich hübsche Flugbegleiterin lächelte mich an, als ich den Flieger bestieg und grüßte mich mit einem „Strasdwujtje“. Zwei Stunden dauerte der Flug von Berlin nach Kiew. Am Flughafen bekam ich pro Euro elf Hrivna. Für gut zwei Euro fuhr ich mit einem kleinen Bus die knapp 40 Kilometer in die Stadt – zum Bahnhof. Die Straße war erst sechs-, dann achtspurig. Über mehrere Kilometer befand sich an jedem Baum und Laternenpfahl die gleiche Werbung von Lenovo für ein Netbook. Wow, das müssen mehrere tausend Plakate sein! Parallel zur Straße waren dutzende von Wohnhochhäusern, die wie bessere Plattenbauten aussahen, und eine riesige Baustelle. Bauen sie hier etwa eine neue U-Bahnlinie? Auf keiner deutschen Baustelle habe ich je so viele Bauarbeiter gesehen. Nächstes Jahr finden hier einige UEFA-Spiele statt. Ich nehme an, die Stadt putzt sich heraus um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ein Ort, an dem man sich sicher fühlt, der sauber und „convenient“ ist, wo man konsumieren, Spaß haben und investieren kann.

Am Hauptbahnhof wimmelt es nur so von Bussen, Autos und Menschen. Dazwischen lauter kleine Stände von Babuschkas – alte, oft sehr kleine Frauen, wie man sie in Deutschland nie sieht. Sie verkaufen einzelne Zigaretten, ein paar Birnen und Tomaten aus ihrem Garten. Daneben gibt es aber ganz andere Stände, die: rot und blau leuchten. „Kiewstar“ und „Life“ heißen die Mobilfunkanbieter. Die Leute kaufen sich hier neues Guthaben in entweder roten oder blauen quadratischen Pappumschlägen. Jeder hat ein Handy und starrt ständig darauf. Die meisten haben das gleiche billige Handy von Nokia, das auch ich habe. Überall ist es die gleiche Standardmelodie, die erklingt, wenn jemand angerufen wird. Am Anfang bin ich immer hochgeschreckt... Was ich sonst noch in Kiew erlebt habe, erfahrt ihr in meinem nächsten Eintrag.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 18, 2011
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Rubrik: studium
Aug 18, 2011