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Studentenleben live

Der Frauen Steckenpferd macht's!

Im jetzigen fünften Semester steht der letzte Englischkurs bevor: Argumentation and Debating. Einige männliche Vertreter dieser Welt werden jetzt wahrscheinlich sagen: „Wie ungerecht, immer werdet ihr Frauen bevorzugt!“ Nachträglich möchte ich noch anmerken, dass ich diese Formulierung niemandem, den ich nicht kenne, zu unterstellen beabsichtige – ganz im Gegenteil: Hierbei handelt es sich um die Wiedergabe einer in meinem Gedächtnis abgespeicherten Aussage innerhalb meines Bekanntenkreises. Mein Kommentar hierzu ließ sich einfach nicht in Worte verpacken, sondern äußerte sich in einem lauten Lachen. Es war vielmehr ein regelrechter Lachflash. Noch klischeebehafteter hätte diese Unterhaltung wohl kaum sein können. Ich nehme an, dass mir mein Gegenüber auf diese Weise zu verstehen geben wollte, dass Frauen gerne diskutieren, und zwar ausnahmslos und bis ins allerkleinste Detail. Ein Ende wäre erst dann in Sicht, wenn sie die magischen drei Worte „Du hast Recht“ hört. Ah ja. Eine interessante Lebenseinstellung. Verallgemeinerungen und Klischees, eine höchstexplosive Kombination, die nicht selten neuen Diskussionsstoff bietet. Was lernen wir also daraus? Abgesehen von „Erst denken, dann reden“ mit Sicherheit die Tatsache, dass diese geschlechtsspezifische Zuweisung totaler Quark ist: Wenn wir Frauen es lieben zu diskutieren, dann darüber, welche Farbe gerade Trend ist, und ob das neue Kleid wirklich so umwerfend ist, und nicht über die Themen, die uns dort wahrscheinlich erwarten – die werden sicherlich mehr die werten Gentlemen interessieren…

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Sep 19, 2011
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Sep 19, 2011

Studentenleben live

Heute in zehn Jahren

„Wo sehen Sie sich heute in zehn Jahren?“ Ich habe mir diese Frage selbst schon mehrere Male gestellt. Abends allein im Bett. Im Auto unterwegs mit meinem Freund… Heute in zehn Jahren wäre ich einunddreißig. Dank meiner blühenden Fantasie war das imaginäre Szenario jedes Mal ein anderes. Ausland oder Inland – beides ist gut vorstellbar. Deutschland bietet zwar viele schöne, interessante Orte zum Leben und Arbeiten, aber ebenso anziehend wirkt das Ausland auf mich. Wer weiß also, wo ich heute in zehn Jahren stecken werde? Zehn Jahre. Das ist für meine Begriffe eine unglaublich lange Zeit. Wenn ich nur einmal überlege, was allein schon innerhalb der letzten zwei Jahre alles passiert ist: Ich habe mein Abi gemacht, mein Wunschstudium begonnen, viele tolle Menschen kennen gelernt, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, und ebenso viele interessante Orte in Europa gesehen. Kurzum: Ich habe mein Leben in die Hand genommen. Mein Navigationsgerät hat „Traumberuf“ als festes Ziel eingespeichert und lotst mich nun dorthin. Zehn Jahre. Ich finde allein schon den Gedanken an das nächste Jahr sehr spannend: Was erwartet mich im Sommer, wenn ich mit dem Bachelorstudium fertig bin? Ein tolles Job-Angebot, das ich nicht ablehnen kann? Oder doch gleich anschließend den Master dranhängen? Eines ist jedenfalls so sicher wie der tägliche Sonnenaufgang: Auch wenn ich jetzt in diesem Moment nicht mit hundertprozentiger Genauigkeit sagen kann, wo ich heute in zehn Jahren stecken werde, so kann ich doch sagen, dass es ganz sicher in der Werbewelt sein wird. Ich schwöre!

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Sep 1, 2011
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Sep 1, 2011

Studentenleben live

Gastfreundschaft

Gegen neun Uhr abends ging ich in ein billiges Restaurant am Hauptbahnhof. Die roten Sofastühle und Sitzbänke mussten aus einem alten Zug stammen. Die Lampenschirme erinnerten mich an Filme aus den 70er Jahren und an den Wänden hingen Fotos von Autos aus der gleichen Zeit.

Am Tisch neben mir saßen zwei Männer und eine Frau. Auf dem Tisch standen zwei Flaschen Krim-Sekt. Als die Frau die zweite Flasche aufmachte, spritzte es zu mir herüber. Die Männer wurden auf mich aufmerksam. Der eine hatte eine ähnliche Statur wie die Frau – eher klein, fast dürr, der andere war das komplette Gegenteil. Er rief einen der Kellner zu sich, ich verstand nicht alles was er sagt, aber dann brachte der Wirt noch ein Glas, schenkte von dem Sekt ein und stellte es mir an meinen Platz. Sie prosteten mir zu, ich erzählte ihnen, dass ich aus Deutschland stamme, sie selber waren aus Kiew. Ich fühlte mich verpflichtet, Kiew als schöne Stadt anzupreisen, und der Mann gewaltigen Umfangs fing an mir zu erzählen, was für eine lange Tradition Kiew und die Ukraine haben und dass hier die russische Kultur mit der Kiewer-Rus ihren Ursprung habe.

Er meinte, dass wir doch alle Brüder seien – auch er und ich. Er hieß Alexandr, ich solle ihn aber bei seinem Kosenamen Sascha rufen. Die beiden Männer machten Armdrücken. Der kleine Hagere hatte natürlich keine Chance. Ob ich nicht auch mal Armdrücken wolle. Das gefiel mir. Der kleine Mann machte mir Platz und ich setzte mich Sascha gegenüber. Seine Arme waren vielleicht drei oder viermal so dick wie meine. Oh ja, Kraft steckte darin. Aber anstrengen musste er sich trotzdem.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 29, 2011
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Rubrik: studium
Aug 29, 2011