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Jugendgruppe für Jungen

Autor:

Rubrik:
studium

22.09.2011

Im Frühjahr ist es mir gelungen, hier ein Leipzig, neben dem Studium, eine Jugendgruppe für Jungen zu gründen. Ich sage „gelungen“, weil ich es schon im letzten Jahr versucht hatte und es damals an den Widerständen, denen ich begegnete und der Skepsis, die man mir entgegen brachte, scheiterte. Viele Kinder und Jugendliche sind heute stark verplant. Häufig nicht aus eigenem Willen, sondern weil die Eltern das so bestimmten. An jedem Nachmittag der Woche haben sie irgendeine Aktivität: Klavierunterricht, Fußball, Tennis, Schlagzeug, Kung Fu, Nachhilfe, Film-AG oder Breakdance. Die Welt bietet so viele Möglichkeiten und sorgsame Eltern wollen, dass ihr Kind nichts verpasst. Musisch soll es sein, sportlich, natürlich gut in der Schule und zu Hause brav, ausgeglichen und angepasst. Dass junge Menschen häufig ganz anders ticken, haben sie vergessen oder verdrängt.

Tugenden, die im gemeinschaftlichen Umgang erlernt und erworben werden, sind „out“. Dabei fehlt es vielen Jungs, gerade wenn sie ohne Geschwister oder den leiblichen Vater aufwachsen, an Männern in ihrem Umfeld, die sie beobachten und befragen können, die ihnen als Vorbild dienen könnten.

Nun fand ich doch in meinem Stadtteil einen Pfarrer und ein paar Eltern, die mich unterstützen. Inzwischen treffe ich mich jede Woche mit den Jungs und gebe ihnen die Möglichkeit, so wild und aufgeregt zu sein, wie sie wollen. Sie können aber auch das, was ich ihnen vorlebe, übernehmen oder infrage stellen.

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