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Studentenleben live

Panta rhei

Panke, Donau, Dreisam... diese drei Flüsse münden nicht ineinander und trotzdem zeigen sie die drei Stationen meines Lebens. Ausformuliert und ohne Bildersprache soll das heißen, dass ich in Berlin Pankow geboren wurde – ja, Berliner nennen immer ihren Bezirk mit, das ist wahrer Lokalpatriotismus – dort auch mein Abitur gemacht habe, um dann nach Novi Sad (Donau) zu gehen. Sagt euch nichts? Das macht nichts. Novi Sad ist die zweitgrößte Stadt der relativ jungen Republik Serbien. Berühmt für seine schöne Altstadt, die mit etwas Phantasie der von Prag und Dresden ähnelt, und dem jährlich stattfindenden Musikfestival „Exit“ – das größte in der Balkanregion. Ich habe dort im linksalternativen Jugend- und Kulturzentrum Crna Kuæa (zu Deutsch: schwarzes Haus) gearbeitet. Mit meinen Kollegen habe ich Filmabende, Jonglierworkshops, einen Austausch mit Potsdamer Jugendlichen zum Thema Medienmanipulation organisiert und eine Volksküche eingerichtet.

Danach war für mich klar, dass ich wieder nach Deutschland gehen würde, um zu studieren. So komisch es auch klingt, ich habe mich danach gesehnt, wieder mit meinem Kopf zu arbeiten. Irgendetwas zu analysieren und zu interpretieren. Ich entschied mich zur Überraschung vieler Menschen, die mir nahe stehen, für ein Jurastudium in Freiburg (Dreisam). Je mehr man sich mit den Ungerechtigkeiten beschäftigt, die auf der Welt tagtäglich geschehen, um so mehr wünscht man sich vielleicht wirksam gegen sie vorgehen zu können. Und wo kann man das besser, als in der Position einer Richterin? Oder als Anwältin für Menschenrechte? Dieser Traum bewegt viele zum Jurastudium, lässt einen aber auch erstmal auf Granit beißen. Am Bürgerlichen Recht (Kaufverträge, Aktiengesellschaften etc.) kommt niemand vorbei. Auch nicht am Strafrecht (Mord, Totschlag, Körperverletzung). Und erst recht nicht am starren und unfairen Studiensystem, das keiner ändert, getreu dem Motto: Jura ist ein schweres Studium, da muss man halt durch.

Ich wollte da dann nach eineinhalb Semestern doch nicht mehr durch und habe mich entschieden, das zu studieren, was ich eigentlich seit der neunten Klasse machen wollte: Latein und (Alt-)Griechisch. Warum ich es dann nicht gleich gemacht hab? Vielleicht mag ich keine mit dem Lineal durchgezogenen Lebensläufe. Die klassische Philologie studiere ich nun also und bin jetzt im vierten Hochschulsemester, aber zweiten Fachsemester, wie es im Bürokratendeutsch heißt. Mein Ziel ist es, später Schüler für diese Fächer zu begeistern und ihnen zu erklären, dass man auch Sprachen lernen sollte, die man nicht mehr spricht. Oder an der Uni zu bleiben und zu forschen. In Freiburg bin ich geblieben, weil mir die Stadt und die Menschen hier ans Herz gewachsen sind. Natürlich ist die Stadt klein, im Vergleich zu Berlin. Viele Nichtberliner wundern sich, wie man aus der „coolsten“ Stadt Deutschlands wegziehen kann. Aber ich sage: Nach 19 Jahren ist es erstmal gut. Und hinfahren kann man ja trotzdem in den Ferien. Auch im kleinen, feinen Freiburg gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Davon und von vielem mehr möchte ich euch in den nachfolgenden Blogeinträgen erzählen.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Apr 26, 2012
Autor: Rose
Rubrik: studium
Apr 26, 2012

Studentenleben live

Alles interantional

Ja, zugegebenermaßen ist Dänemark als Gastland während meines Auslandssemesters nicht gerade weit von meinem Heimatland entfernt. Dennoch habe ich nicht das Gefühl, dass es bei der Länderwahl auf die größtmögliche Entfernung ankommt. Entscheidend ist vielmehr, wie international die Gastuniversität ausgerichtet ist. Und auf die „Syddansk Universtitet“ trifft definitiv die Beschreibung „echt international“ zu.

In meinen Vorlesungen sitzen Studierende aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt. Der Anteil an ausländischen Studenten ist hier weit höher als der der dänischen Studierenden. Dies macht die Vorlesungen besonders interessant, da so die unterschiedlichsten Perspektiven der verschiedenen Kulturen in die Diskussionen mit einfließen. Vorlesungen werden generell auf Englisch gehalten und auch zwischen den Veranstaltungen werden die Gespräche unter den Studenten zumeist auf Englisch geführt. Englisch ist hier die gemeinsame Sprache.

Für die nächste Woche stehen für mich zwei Präsentationen an und ich freue mich schon sehr auf die Kritiken und Anregungen der anderen Studierenden – denn wie könnte man mehr lernen, als wenn Studierende mit dem Wissen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt anwesend sind?

Autor: Janine  |  Rubrik: studium  |  Apr 23, 2012
Autor: Janine
Rubrik: studium
Apr 23, 2012

Studentenleben live

Erst die Arbeit, dann die Semesterferien!

Von den sogenannten Semesterferien hatte ich bisher nicht allzu viel. Natürlich konnte ich das eine oder andere Mal ausschlafen, aber immer mit einem schlechten Gewissen. Schließlich standen noch zwei Hausarbeiten an, die zeitnah abgegeben werden mussten. Also musste das süße Ferienleben zunächst mal hinten anstehen und dem bittersüßen Arbeitsleben den Vortritt lassen. Die Erkenntnis dieser Tage? Einen Sonntag in der vorlesungsfreien Zeit in der Uni-Bib zu verbringen, hat auch seine Vorteile: Freie Sitzplatzwahl (zur Abwechslung sogar mal in Steckdosen-Nähe!!!), spannende Texte und das gute Gefühl, fleißig zu sein.

Trotzdem war ich froh, als ich letzten Freitag meine zweite Hausarbeit abgeschickt hatte und endlich das Gefühl von Freiheit genießen konnte. Passenderweise dachte sich an diesem Tag auch der Frühling „Mensch, jetzt könnte ich ja auch mal langsam loslegen“, und so wurde der erste richtige Semesterferien-Tag gleich zu einem Genuss mit 20 Grad und Sonnenschein – das entschädigte für so einiges. Jetzt habe ich noch zwei Wochen, in denen ich ein wenig die Seele baumeln lassen kann, immerhin! Die werden zwar auch mit ein paar Terminen an der Uni gefüllt sein, Prüfungsamt-Besuch inklusive (bekanntermaßen immer ein Traum…), aber wahrscheinlich wäre mir ab der dritten Woche, ohne so richtig was tun zu müssen, auch langweilig geworden. Insofern heißt es jetzt die Zeit zu genießen und den Akku aufzuladen für das nächste Semester – auf geht´s!

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Apr 16, 2012
Autor: Leon
Rubrik: studium
Apr 16, 2012