interaktiv

Studentenleben live

Meien erste PK

Autor:
Leon

Rubrik:
studium

15.08.2012

Von wegen langsam anfangen: An meinen ersten Praktikumstagen beim Radio jagte eine Veranstaltung jagte die nächste. Am dritten Tag stand die erste Pressekonferenz an, im Journalistenjargon liebevoll PK genannt. Verbraucherschutzsenator Mario Czaja sollte die neuen Mietsätze für Sozialhilfeempfänger vorstellen. Ort des Geschehens war, wie bei Pressekonferenzen des Senats üblich, das Rote Rathaus in Berlin.

Zusammen mit meiner Kollegin fuhr ich gespannt zum Alexanderplatz – Laptop, Mikrofon und Kabel im Schlepptau. Dort angekommen mussten wir zunächst unsere journalistische Tätigkeit nachweisen, erst dann ging es in den Pressesaal des Rathauses. Im hinteren Bereich des nüchtern eingerichteten Raumes stand eine Verteilerbox, an der wir das Mikrofon anschlossen. So konnten wir den Ton, also das was Senator und Co. von sich gaben, aufzeichnen, ohne unser Mikro auf dem Podium zu platzieren. Dann ging´s auch schon los: Die Protagonisten betraten den Raum. Mein Kugelschreiber jagte über den Notizblock und notierte jede Aussage der Redner. Parallel ließ ich die Stoppuhr meines Handys mitlaufen und notierte die Zeit, um später beim Schneiden die gewünschten Aussagen schneller zu finden.

Zig Phrasen über Mietobergrenzen und unzählige Berechnungsätze später war alles gefragt und gesagt worden. Den Kopf zugedröhnt mit Zahlen, ging es zurück in die Redaktion. Hier begann die Arbeit erst richtig: Ich wühlte mich durch das Material und zerlegte die knapp halbstündige Tonspur in ihre Einzelteile – eine ganz schöne Puzzle-Aufgabe. Aber ich konnte stolz sein: Einer der geschnittenen Töne lief anschließend in den Nachrichten. Der Aufwand hatte sich also definitiv gelohnt!

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