interaktiv

Studentenleben live

Einsam an der Dreisam versus Leben in der Bude

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

18.09.2012

Angekommen bin ich mit einem Backpackerrucksack und einem Koffer, (fast) völlig frei von Eigentum und Verantwortung, dafür voller Erwartungen. Jetzt brauche ich schon mehrere Tage, um all den Kram, der sich in zwei Jahren angesammelt hat, einzupacken. Es tut gut, mal wieder auszumisten. Die ganzen Klamotten, die ich vielleicht ein- oder zweimal an hatte, oder die schon so kaputt sind, sodass weder Nähmaschine noch Bügelbild helfen. Oder meine Sammlung an Dingen, die man vielleicht mal gebrauchen könnte, dann aber doch nie gebraucht wurden: Stoffreste, Alufolie, Schlüsselbänder … Gut, dass es in Freiburg drei Umsonstläden gibt. Dort kann man zum Beispiel Kleidung, Geschirr, Bücher und elektronische Geräte hinbringen und eintauschen. Das soll ein Zeichen setzen gegen das Kaufen und Ansammeln von Dingen, die man selbst eigentlich nicht braucht, andere dafür vielleicht umso mehr. Der größte Umsonstladen aber ist mein Wohnheim selbst. Am Abend habe ich ein bisschen Geschirr und ein paar Bücher in den Flur gestellt mit einem Zettel dran „zu verschenken“. Am nächsten Morgen war schon alles weg. Ich hoffe, dass die Dinge würdige neue Besitzer gefunden haben und nicht einfach vom Hausmeister entsorgt wurden.

Ende September werde ich also aus meinem Einzelappartement in eine WG ziehen. Viele vollziehen diesen Schritt eher anders herum, weil sie ewige Streitereien um den Müll oder die Sauberkeit im Bad leid sind. Aber ich wollte nach meinem Auslandsjahr unbedingt in eine WG ziehen. Leider hat mir der Freiburger Wohnungsmarkt zunächst einen Strich durch die Rechnung gemacht. Allein zu wohnen kann aber doch sehr einsam sein. Und meine Theorie ist, dass man irgendwie verroht, wenn man sich die Dinge mit niemandem teilen muss. Und dazu noch leicht bekloppt wird und anfängt mit sich selbst zu reden. Daher freue ich mich auf das etwas geselligere WG-Leben mit gemeinsamen Kochabenden und vielleicht sogar auch ein bisschen auf unabgespültes Geschirr in der Küche. Hauptsache Leben in der Bude.

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