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Studentenleben live

Back in town

Autor:

Rubrik:
studium

02.10.2012

Ein halbes Jahr habe ich nichts von mir hören lassen. Ich war unterwegs, nicht nur von einem Land ins andere, auch von einer Kultur in die andere. Ich wollte etwas anderes erleben und habe viele Dinge, die ich zuvor regelmäßig gemacht habe, ein halbes Jahr lang gar nicht gemacht. Deshalb habe ich auch nichts geschrieben. Es war schön, diese eine Welt einfach hinter mir zu lassen und mit wenig Hab und Gut aufzubrechen, Ohne Computer, ohne Handy. Von Deutschland aus bin ich per Autostop Richtung Süd-Osten gefahren. Auf der Route lagen Türkei, Iran, Zentralasien und Indien. Irgendwann hatte ich mich sattgesehen und die Gedanken an die Heimat kamen häufiger, ich habe mich bei der Uni zurück gemeldet und wieder in die Mühlen des Alltags begeben.

Es ist nicht leicht, hier wieder anzukommen. Freunde zu sehen und zu treffen ist schön, aber die Kisten voller Sachen, die ich zuhause habe und ohne die ich ein halbes Jahr so gut leben konnte, belasten mich etwas. Ich will mich von vielem Zeug trennen, es hängt wie ein Klotz an meinem Bein. Die Reisezeit war so locker und leicht, ich will etwas davon mit ins sesshafte Leben nehmen und mich nicht erneut mit allzu vielen Sachen beladen. In den vielen islamischen Ländern, die ich bereist habe, war ich von der Gastfreundschaft und der Sorge um seine Mitmenschen beeindruckt. Etwas davon will ich mit in dieses Leben nehmen. Ein Iraner meinte zu mir: „Die größte Freude habe ich, wenn ich jemand anderem eine Freude bereite.“

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