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Studentenleben live

Philosophen-Trickser

Als ich im Januar meine Bachelorarbeit abgab, dachte ich, mir würde im Februar mein Bachelorzeugnis ausgestellt und bat einen Freund, es dann für mich abzuholen. Ich brach nämlich schon kurz darauf auf eine Reise nach Asien auf. Von unterwegs erfuhr ich dann, dass mir ein Modul der Philosophie nicht angerechnet werden sollte, weil ich es schon einmal belegt hatte. Davon hatte ich gar nichts bemerkt. Ja, die Modulnummern waren, wie ich dann feststellte, tatsächlich die gleichen, aber in den Seminaren war es um ganz verschiedene Dinge gegangen. Von unterwegs versuchte ich per E-Mail, den verantwortlichen Dozenten meinen Fall darzustellen und hoffte, dass sie mir daraus keinen Strick drehen würden, schließlich habe ich den Fehler nicht vorsätzlich begangen. Doch genau das unterstellte mir der Vorsitzende des Prüfungsausschusses – ich hätte der Zeitersparnis wegen das gleiche Modul ein zweites Mal belegt. Und ich würde mir nur einen Vorteil verschaffen wollen – das gleiche Modul müsse beim zweiten Mal ja einfacher sein. Es war nichts zu machen. Ich glaubte meinen Bachelorabschluss schon verloren – die Rückmeldefrist für das neue Semester war schon drei Wochen verstrichen. Dennoch ging ich auf die Internetseite der Uni Leipzig und konnte überraschenderweise doch noch problemlos den Semesterbeitrag überweisen und mich somit zurück melden. Nun hatte ich erst einmal etwas Zeit und bat ein paar Studienfreunde, sich für mich zu erkundigen, ob nicht doch noch eine Möglichkeit bestehe, das Modul anerkannt zu bekommen. Ein Freund meinte, es sei schon einmal vorgekommen, dass ein Professor für einen Studenten ein Auge zugedrückt und einfach die Modulnummer geändert habe. Ich schrieb diesen Prof an, doch in meinem Fall hatte er wohl keine Lust, seinen Spielraum auszukosten und verwies mich nur an jenen, der mich eh schon abgewiesen hatte.

Ich habe nun also nach einem halben Jahr meine Reise abgebrochen, um dieses eine Modul im neuen Semester nachzuholen. Nun aber erfahre ich, dass die Philosophen in Leipzig ganz offiziell jedem Studenten das nahelegen, was sie mir vorgeworfen haben. Aus Mangel an Lehrangebot werden nun die gleichen Veranstaltungen mit unterschiedlichen Modulnummern angeboten. Nicht ganz so fair, wie ich finde.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 11, 2012
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Rubrik: studium
Oct 11, 2012

Studentenleben live

Das Rätsel vom Ikeatische

Kurz vor Beginn des neuen Semesters bin ich in meiner neuen WG angekommen. Der Umzug war gar nicht so stressig und all meine Habseligkeiten sind sicher und in einem Stück angekommen. Nur eines nicht – das Herzstück eines jeden Studizimmers (nein, nicht die Couch) – der Schreibtisch. Vor ein paar Tagen habe ich das gute Stück von Ikea – sein Name ist „Ransby“ – ganz allein auseinandergebaut und war schon stolz wie Bolle, dass ich das ohne größere Probleme hinbekommen habe. Und jetzt? Ich bekomme ihn einfach nicht mehr zusammen. Obwohl ich die Teile beschriftet habe. Aber es passt nicht. Einer muss hier falsch liegen. Der Tisch, oder ich. Ich fühle mich wie früher als Kind, als ich versucht habe mit „Lego Technik“ Autos zusammenzubauen. Oder einen Rubiks-Würfel in die richtige Ordnung zu bekommen. Hinbekommen habe ich es nie und Spaß am Knobeln hatte ich auch nicht. Nur dass es diesmal um etwas Essentielles geht. Was soll ich denn tun ohne Schreibtisch?

Gott sei Dank ist Ikea ein modernes Unternehmen, das seine Montageanleitungen online stellt. Nur leider nicht von Möbeln, die nicht mehr verkauft werden. Und auf meine Anfrage per Mail kam leider auch nur ein standardisiertes Schreiben zurück, dass alle Anleitungen auf der Website zu finden wären. Sind sie aber nicht! Ich bin mir nicht einmal sicher, ob da ein Mensch meine Nachricht gelesen hat, oder ob ein Programm die E-Mails nach Stichwörtern scannt und automatisiert die Standardnachrichten rausschickt. Es führt wohl kein Weg an einem Anruf mit einer schönen 0180-Nummer vorbei. Aber vielleicht können sie mir dann eine Anleitung aus ihrem Archiv zuschicken. Und wenn nicht, heißt es wohl ran an den Rubiks-Würfel namens „Ransby" und knobeln, bis der Tisch steht.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Oct 10, 2012
Autor: Rose
Rubrik: studium
Oct 10, 2012

Studentenleben live

Tut mir leid, ich hab's gaaaanz eilig ...

Jeder, der Radio hört, kennt diesen Satz: „Wir haben die Berliner (ersatzweise natürlich auch Hamburger, Bremer, Rostocker etc.) mal gefragt, was Sie an diesem sonnigen Wochenende so vorhaben.“ Dann folgt ein Zusammenschnitt aus mehreren, im besten Falle lustig ausgefallenen Antworten von Leuten auf der Straße und fertig ist die ... richtig: Straßenumfrage.

Auch ich kam in den Genuss, diese sehr beliebte Kategorie im Hörfunk zu gestalten und musste feststellen: Es ist gar nicht mal so einfach, Menschen dazu zu bewegen ihre Meinung loszuwerden. Selbst der im Vergleich zum Fernsehen existierende Vorteil, dass das Gesicht hinter der Stimme nicht zu sehen ist, führt keineswegs dazu, dass einem Passanten das Mikrofon aus den Händen reißen. Gang und gäbe sind hingegen Aussagen wie: „Tut mir leid, ich hab´s gaaaanz eilig...“ oder auch „Nee, sorry keene Lust...“ gepaart mit eilig davoneilenden Schritten.

Dranbleiben lautet da die oberste Praktikanten-Faustregel und mit ein wenig Geduld bekommt man (selbst von den ach so gehetzten Berlinern) einige gute Antworten ins Mikro gesprochen. Immerhin habe ich so anerkennen gelernt, wie sich all die Spenden-, Unterschriften- oder eben auch Radio-Umfragensammler fühlen müssen, die man alltäglich in den Einkaufsmeilen der Republik trifft. Und seitdem ich weiß, wie hart das sein kann, halte ich auch öfter mal an und verkneife mir ein „Ich hab‘s leider echt eilig, sorry...“

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Oct 5, 2012
Autor: Leon
Rubrik: studium
Oct 5, 2012