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Studentenleben live

Abgelehnt

Es ist eigentlich egal, in welche WG man in Freiburg kommt, im Geschirrschrank wird sich sicher eine rote Tasse mit einem weißen Blutstropfen drauf finden. Ein Geschenk des Uniklinikums, wenn man zweimal Blut gespendet hat. Blutspenden ist eigentlich eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten, direkt einem anderen Menschen zu helfen und womöglich sogar Leben zu retten. Trotzdem suchen die Krankenhäuser händeringend nach Spendern. In Freiburg werden sie mit Freigetränken, Essen und 25 Euro Aufwandsentschädigung angelockt. Das klingt gut. Ist es auch. Nur wer spenden darf, und wer nicht, ist streng geregelt. Sowohl Spender als auch Empfänger möchten ja gesund bleiben beziehungsweise werden. Dass man gesund sein muss, versteht sich von selbst. Dass man aber zum Beispiel nicht spenden darf, wenn man irgendwann zwischen 1980 und 1996 in Großbritannien oder Nordirland gelebt hat, klingt zunächst nicht gerade überzeugend. Ich denke, dass der Grund die Maul- und Klauenseuche ist. Aber vielleicht ist es auch etwas anderes.

Was mich bei der ersten Blutspende aber wirklich erstaunt hat, war, dass man angeben muss, ob man als Mann jemals Intimkontakt mit einem anderen Mann hatte, beziehungsweise als Frau mit einem bisexuellen Mann. Wenn dem so sein sollte, darf man zwar spenden, das Blut wird aber nur für Forschungszwecke verwendet. Anscheinend ist trotz der guten Aufklärung das Risiko noch zu hoch, dass man sich mit Aids infiziert haben könnte. Oder die Sicherheitsregeln stammen noch aus einer etwas anderen Zeit. Wer ebenfalls nicht regulär spenden darf, sind Menschen, die in den letzten vier Monaten Intimkontakt zu einem Menschen hatten, der mehr als sechs Monate im außereuropäischen Ausland gelebt hat. Wer also zum Beispiel in einer Beziehung mit einem Südamerikaner lebt, darf dauerhaft kein Blut spenden.

Heute wurde ich leider auch abgelehnt, weil ich erst vor einer Woche aus Israel wiedergekommen bin, und das anscheinend als Gefahrengebiet gilt. Letztes Mal war es mein Zahnarztbesuch, der mich ungeeignet machte. Aber in vier Wochen könnte ich es nochmal probieren, wenn ich dann nicht erkältet bin, oder ähnliches.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Oct 22, 2012
Autor: Rose
Rubrik: studium
Oct 22, 2012

Studentenleben live

"Im Osten stehn se früher auf"

Ich bewundere ja diese Menschen, die es knallhart durchziehen, jeden Tag früh aufzustehen. U-Bahnfahrer, Zeitungsausträger UND „Morning-Show“-Moderatoren und -Redakteure. Fünf Tage lang war auch ich Teil dieser frühmorgendlichen Bewegung, denn das Nachmittagsteam übernahm die Urlaubsvertretung für die reguläre Crew.

Mit der ersten U-Bahn des Tages (4:30 Uhr!) fuhr ich in die Redaktion und ließ mich, ausgestattet mit einer großen Tasse Kaffee, am Screener-Platz nieder. Derjenige, der hier sitzt, ist zuständig für Höreranrufe, Nachrichtenaufnahmen und (morgens ganz wichtig) den Verkehr. Per Mikro gibt es einen direkten Draht zur Verkehrszentrale, in der der Verkehrsbeauftragte unseres Senders die Meldungen für die laufende Sendung einspricht. Um ihn zu unterstützen, hatte ich eine virtuelle Berlin-Karte, um zu überblicken, wo genau es sich in der Hauptstadt staut. Überall da, wo es zu Wartezeiten kam, blinkte ein rotes Signal auf und die goldene Regel im Berliner Straßenverkehr schien am Morgen zu sein: „Im Osten stehn se früher auf“. Denn die ersten Meldungen des Tages blinkten lustigerweise immer dort auf.

Ein weiterer Erkenntnisgewinn war, dass die Morgensendung anders strukturiert ist als die Nachmittagsshow. Es gab beispielsweise mehr Beiträge und auch mehr Comedy als ein paar Stunden später. Am Ende der Woche war ich allerdings trotz dieses interessanten Einblicks in die morgendliche Arbeitswelt ganz froh, dass das Ganze nur vertretungshalber war. Sich jeden Tag um 4 Uhr aus dem Bett zu quälen ist dann doch nicht mein Fall ...

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Oct 15, 2012
Autor: Leon
Rubrik: studium
Oct 15, 2012

Studentenleben live

Philosophen-Trickser

Als ich im Januar meine Bachelorarbeit abgab, dachte ich, mir würde im Februar mein Bachelorzeugnis ausgestellt und bat einen Freund, es dann für mich abzuholen. Ich brach nämlich schon kurz darauf auf eine Reise nach Asien auf. Von unterwegs erfuhr ich dann, dass mir ein Modul der Philosophie nicht angerechnet werden sollte, weil ich es schon einmal belegt hatte. Davon hatte ich gar nichts bemerkt. Ja, die Modulnummern waren, wie ich dann feststellte, tatsächlich die gleichen, aber in den Seminaren war es um ganz verschiedene Dinge gegangen. Von unterwegs versuchte ich per E-Mail, den verantwortlichen Dozenten meinen Fall darzustellen und hoffte, dass sie mir daraus keinen Strick drehen würden, schließlich habe ich den Fehler nicht vorsätzlich begangen. Doch genau das unterstellte mir der Vorsitzende des Prüfungsausschusses – ich hätte der Zeitersparnis wegen das gleiche Modul ein zweites Mal belegt. Und ich würde mir nur einen Vorteil verschaffen wollen – das gleiche Modul müsse beim zweiten Mal ja einfacher sein. Es war nichts zu machen. Ich glaubte meinen Bachelorabschluss schon verloren – die Rückmeldefrist für das neue Semester war schon drei Wochen verstrichen. Dennoch ging ich auf die Internetseite der Uni Leipzig und konnte überraschenderweise doch noch problemlos den Semesterbeitrag überweisen und mich somit zurück melden. Nun hatte ich erst einmal etwas Zeit und bat ein paar Studienfreunde, sich für mich zu erkundigen, ob nicht doch noch eine Möglichkeit bestehe, das Modul anerkannt zu bekommen. Ein Freund meinte, es sei schon einmal vorgekommen, dass ein Professor für einen Studenten ein Auge zugedrückt und einfach die Modulnummer geändert habe. Ich schrieb diesen Prof an, doch in meinem Fall hatte er wohl keine Lust, seinen Spielraum auszukosten und verwies mich nur an jenen, der mich eh schon abgewiesen hatte.

Ich habe nun also nach einem halben Jahr meine Reise abgebrochen, um dieses eine Modul im neuen Semester nachzuholen. Nun aber erfahre ich, dass die Philosophen in Leipzig ganz offiziell jedem Studenten das nahelegen, was sie mir vorgeworfen haben. Aus Mangel an Lehrangebot werden nun die gleichen Veranstaltungen mit unterschiedlichen Modulnummern angeboten. Nicht ganz so fair, wie ich finde.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 11, 2012
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Rubrik: studium
Oct 11, 2012