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Studentenleben live

"Im Osten stehn se früher auf"

Ich bewundere ja diese Menschen, die es knallhart durchziehen, jeden Tag früh aufzustehen. U-Bahnfahrer, Zeitungsausträger UND „Morning-Show“-Moderatoren und -Redakteure. Fünf Tage lang war auch ich Teil dieser frühmorgendlichen Bewegung, denn das Nachmittagsteam übernahm die Urlaubsvertretung für die reguläre Crew.

Mit der ersten U-Bahn des Tages (4:30 Uhr!) fuhr ich in die Redaktion und ließ mich, ausgestattet mit einer großen Tasse Kaffee, am Screener-Platz nieder. Derjenige, der hier sitzt, ist zuständig für Höreranrufe, Nachrichtenaufnahmen und (morgens ganz wichtig) den Verkehr. Per Mikro gibt es einen direkten Draht zur Verkehrszentrale, in der der Verkehrsbeauftragte unseres Senders die Meldungen für die laufende Sendung einspricht. Um ihn zu unterstützen, hatte ich eine virtuelle Berlin-Karte, um zu überblicken, wo genau es sich in der Hauptstadt staut. Überall da, wo es zu Wartezeiten kam, blinkte ein rotes Signal auf und die goldene Regel im Berliner Straßenverkehr schien am Morgen zu sein: „Im Osten stehn se früher auf“. Denn die ersten Meldungen des Tages blinkten lustigerweise immer dort auf.

Ein weiterer Erkenntnisgewinn war, dass die Morgensendung anders strukturiert ist als die Nachmittagsshow. Es gab beispielsweise mehr Beiträge und auch mehr Comedy als ein paar Stunden später. Am Ende der Woche war ich allerdings trotz dieses interessanten Einblicks in die morgendliche Arbeitswelt ganz froh, dass das Ganze nur vertretungshalber war. Sich jeden Tag um 4 Uhr aus dem Bett zu quälen ist dann doch nicht mein Fall ...

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Oct 15, 2012
Autor: Leon
Rubrik: studium
Oct 15, 2012

Studentenleben live

Philosophen-Trickser

Als ich im Januar meine Bachelorarbeit abgab, dachte ich, mir würde im Februar mein Bachelorzeugnis ausgestellt und bat einen Freund, es dann für mich abzuholen. Ich brach nämlich schon kurz darauf auf eine Reise nach Asien auf. Von unterwegs erfuhr ich dann, dass mir ein Modul der Philosophie nicht angerechnet werden sollte, weil ich es schon einmal belegt hatte. Davon hatte ich gar nichts bemerkt. Ja, die Modulnummern waren, wie ich dann feststellte, tatsächlich die gleichen, aber in den Seminaren war es um ganz verschiedene Dinge gegangen. Von unterwegs versuchte ich per E-Mail, den verantwortlichen Dozenten meinen Fall darzustellen und hoffte, dass sie mir daraus keinen Strick drehen würden, schließlich habe ich den Fehler nicht vorsätzlich begangen. Doch genau das unterstellte mir der Vorsitzende des Prüfungsausschusses – ich hätte der Zeitersparnis wegen das gleiche Modul ein zweites Mal belegt. Und ich würde mir nur einen Vorteil verschaffen wollen – das gleiche Modul müsse beim zweiten Mal ja einfacher sein. Es war nichts zu machen. Ich glaubte meinen Bachelorabschluss schon verloren – die Rückmeldefrist für das neue Semester war schon drei Wochen verstrichen. Dennoch ging ich auf die Internetseite der Uni Leipzig und konnte überraschenderweise doch noch problemlos den Semesterbeitrag überweisen und mich somit zurück melden. Nun hatte ich erst einmal etwas Zeit und bat ein paar Studienfreunde, sich für mich zu erkundigen, ob nicht doch noch eine Möglichkeit bestehe, das Modul anerkannt zu bekommen. Ein Freund meinte, es sei schon einmal vorgekommen, dass ein Professor für einen Studenten ein Auge zugedrückt und einfach die Modulnummer geändert habe. Ich schrieb diesen Prof an, doch in meinem Fall hatte er wohl keine Lust, seinen Spielraum auszukosten und verwies mich nur an jenen, der mich eh schon abgewiesen hatte.

Ich habe nun also nach einem halben Jahr meine Reise abgebrochen, um dieses eine Modul im neuen Semester nachzuholen. Nun aber erfahre ich, dass die Philosophen in Leipzig ganz offiziell jedem Studenten das nahelegen, was sie mir vorgeworfen haben. Aus Mangel an Lehrangebot werden nun die gleichen Veranstaltungen mit unterschiedlichen Modulnummern angeboten. Nicht ganz so fair, wie ich finde.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 11, 2012
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Rubrik: studium
Oct 11, 2012

Studentenleben live

Das Rätsel vom Ikeatische

Kurz vor Beginn des neuen Semesters bin ich in meiner neuen WG angekommen. Der Umzug war gar nicht so stressig und all meine Habseligkeiten sind sicher und in einem Stück angekommen. Nur eines nicht – das Herzstück eines jeden Studizimmers (nein, nicht die Couch) – der Schreibtisch. Vor ein paar Tagen habe ich das gute Stück von Ikea – sein Name ist „Ransby“ – ganz allein auseinandergebaut und war schon stolz wie Bolle, dass ich das ohne größere Probleme hinbekommen habe. Und jetzt? Ich bekomme ihn einfach nicht mehr zusammen. Obwohl ich die Teile beschriftet habe. Aber es passt nicht. Einer muss hier falsch liegen. Der Tisch, oder ich. Ich fühle mich wie früher als Kind, als ich versucht habe mit „Lego Technik“ Autos zusammenzubauen. Oder einen Rubiks-Würfel in die richtige Ordnung zu bekommen. Hinbekommen habe ich es nie und Spaß am Knobeln hatte ich auch nicht. Nur dass es diesmal um etwas Essentielles geht. Was soll ich denn tun ohne Schreibtisch?

Gott sei Dank ist Ikea ein modernes Unternehmen, das seine Montageanleitungen online stellt. Nur leider nicht von Möbeln, die nicht mehr verkauft werden. Und auf meine Anfrage per Mail kam leider auch nur ein standardisiertes Schreiben zurück, dass alle Anleitungen auf der Website zu finden wären. Sind sie aber nicht! Ich bin mir nicht einmal sicher, ob da ein Mensch meine Nachricht gelesen hat, oder ob ein Programm die E-Mails nach Stichwörtern scannt und automatisiert die Standardnachrichten rausschickt. Es führt wohl kein Weg an einem Anruf mit einer schönen 0180-Nummer vorbei. Aber vielleicht können sie mir dann eine Anleitung aus ihrem Archiv zuschicken. Und wenn nicht, heißt es wohl ran an den Rubiks-Würfel namens „Ransby" und knobeln, bis der Tisch steht.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Oct 10, 2012
Autor: Rose
Rubrik: studium
Oct 10, 2012